Vereinte Nationen

138 Stimmen für Palästina

Am Donnerstagabend, 17 Uhr New Yorker Zeit, stand fest: Palästina wird zum Staat mit Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen aufgewertet. 138 von 193 Mitgliedsländern stimmten für den Antrag von Präsident Mahmud Abbas. 41 Länder, darunter Deutschland, enthielten sich der Stimme, neun votierten dagegen. Ein Erfolg für die Palästinenser, für deren Aufwertung eine einfache Mehrheit von 97 Stimmen in der Vollversammlung ausgereicht hätte.

Der minutenlange Applaus, der nach Bekanntwerden des Ergebnisses durch den Saal schallte, wurde in den Palästinensergebieten auf Videoleinwänden übertragen. So feierten zum Beispiel Hunderte Menschen bei einer Demonstration in Ramallah.

Kritik In Israel wurde nicht gejubelt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu äußerte sich in einer Presseerklärung zur Aufwertung Palästinas: Es werde keinen palästinensischen Staat ohne Sicherheitsgarantie für Israel geben. Die Rede Abbas’ sei voll von falscher Propaganda gegen die Zahal und die Bürger Israels gewesen. Kritik übte Netanjahu auch an der internationalen Gemeinschaft. Keine Macht der Welt könne ihn dazu bringen, Israels Sicherheit aufs Spiel zu setzen.

Der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Ron Prosor, sagte nach Abbas’ Rede: Israel werde sich immer um Frieden bemühen, aber man werde keine iranische Terrorbasis im Herzen des Landes aufbauen.

Israels Außenminister Avigdor Lieberman ist davon überzeugt, dass die Abstimmung für beide Seiten negative Auswirkungen haben werde. Trotz des frenetischen Jubels, der nach der Verkündung des UN-Votums im Westjordanland ausbrach, »werden am Ende die Palästinenser die größten Verlierer sein«, sagte Lieberman, der sich derzeit in New York aufhält, aber bewusst nicht an der Abstimmung teilnahm. »Die Abstimmung verschärft den Konflikt und bringt beide Seiten noch weiter auseinander.«

Strafgerichtshof Zipi Livni, Vorsitzende der neu gegründeten Partei »Die Bewegung«, bezeichnete Abbas’ Antrag als »strategische Attacke«. Durch den Beobachterstatus eines Nicht-Mitgliedsstaates stehe es den Palästinensern von nun an frei, den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag anzurufen und Israel zu verklagen. Über diesen Weg könnten »die Palästinenser den Status eines Staates mit Jerusalem als Hauptstadt zugesprochen bekommen, ohne dass Israel Einfluss darauf nehmen könnte«, erklärte die frühere israelische Außenministerin. Bei Verhandlungen mit den Palästinensern hätte der jüdische Staat durch die Niederlage in der UN-Vollversammlung zurzeit eine sehr schlechte Ausgangslage.

Die Vorsitzende der linksliberalen Meretz-Partei, Zahava Gal-On, sagte am Freitag, dass ein palästinensischer Staat in Israels Interesse sei. Die Regierung Netanjahu hätte Abbas’ Antrag unterstützen sollen. Die Aufwertung der Palästinenser zum Beobachterstaat bei den Vereinten Nationen bedeute für Jerusalem, dass es endlich mit den Palästinensern in Verhandlungen treten müsse. Die Weltgemeinschaft »fällt auf den Bluff« der israelischen Regierung nicht herein, dass sie nach Frieden strebe, erklärte Gal-On. »Ein schallender Schlag ins Gesicht« sei das UN-Votum für Israels Außenpolitik. ja

Berlin

Felix Klein: »Brandmauer muss aufrechterhalten werden«

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung wendet sich gegen eine Öffnung der CDU zur AfD. Zur Begründung nennt er das AfD-Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt

 27.07.2026

Seattle

Drei Tote und mehrere Verletzte bei Schießerei auf Foodfestival

Unter den Verletzten ist ein zweijähriges Kind. Bürgermeisterin Katie Wilson: »Betroffene Familien erleben den schlimmsten Moment ihres Lebens.«

 27.07.2026

Nahost

USA setzen Angriffe auf Iran vorerst aus – Raum für neue Verhandlungen

Der amerikanische UN-Botschafter Mike Waltz sagt, Washington schließe eine erneute militärische Eskalation keineswegs aus

 27.07.2026

Berlin

Mutmaßlicher CSD-Täter tot – Bundesanwalt übernimmt Ermittlungen

Einen Tag nach dem Anschlag am Rande des Berliner CSD ist der mutmaßliche Täter nach Polizeischüssen gestorben. Behörden zufolge hatte er in der Vergangenheit versucht, sich dem IS anzuschließen

 27.07.2026

Berlin

CSD-Veranstalter: Anschlag nicht instrumentalisieren

Der Berliner CSD-Verein fordert Solidarität statt Spaltung nach dem Anschlag im Tiergarten. Was die Veranstalter noch betonen

 26.07.2026

Berlin

Wegner lobt nach Anschlag Einsatzkräfte und CSD-Veranstalter

Berlins Regierungschef Wegner hebt das rasche Handeln und das Zusammenspiel nach dem Terroranschlag am Rande des CSD hervor. Worüber er nun in den nächsten Tage sprechen möchte

 26.07.2026

Berlin

Bundeskanzler nennt CSD-Anschlag terroristisch und islamistisch

Nicht nur ein Angriff auf Teilnehmer des Berliner CSD, sondern auch einer gegen Freiheit und Offenheit – Bundeskanzler Merz kündigt an, genau das über Parteigrenzen verteidigen zu wollen

 26.07.2026

Karlsruhe

Generalbundesanwalt soll CSD-Ermittlungen übernehmen

Ein mutmaßlich islamistischer Hintergrund steht bei den Ermittlungen zum Anschlag am Rande des Berliner CSD im Fokus. Die Zuständigkeit wechselt daher bald zur obersten Anklagebehörde in Deutschland

 26.07.2026

Berlin

Dobrindt spricht von Terroranschlag – Verdächtiger flüchtig

Dramatisches Ende eines bunten Festes: Am Rande des CSD in Berlin fährt ein Fahrzeug in die Menge. Eine Person stirbt, 29 Menschen werden verletzt. Nach dem mutmaßlichen Täter wird gefahndet

 26.07.2026 Aktualisiert