Kommentar

Trump 2.0 wird den Nahen Osten erneut verändern

Carsten Ovens Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Die zweite Amtszeit von Donald Trump bringt mit Marco Rubio als Außenminister eine neue Dynamik in die US-Nahostpolitik. Rubio gilt als erfahrener Senator und entschiedener Unterstützer Israels. Er übernimmt das State Department in einer geopolitisch sensiblen Phase. Deutschland und Europa wird dies zusätzlich fordern.

Rubio wird den bisherigen Trump-Kurs im Nahen Osten fortsetzen. Dazu zählt der Ausbau der Abraham-Abkommen sowie eine mögliche Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und Saudi-Arabien. Dies würde die Region grundlegend verändern und die Machtposition der USA gegenüber Iran und China festigen. Auch eine Beteiligung Indonesiens, der bevölkerungsreichsten muslimischen Nation der Welt, ist unter der transaktionalen Außenpolitik von Präsident Trump denkbar. Dies würde die Abraham-Abkommen global legitimieren.

Neben Rubio wird Mike Huckabee, neuer US-Botschafter in Israel, eine zentrale Rolle spielen. Der ehemalige evangelikale Pastor Huckabee ist bekannt für seine Nähe zur israelischen Regierung. Unterstützt wird diese Politik durch Trumps Nahost-Berater Steve Witkoff, der strategische Entscheidungen eng begleiten wird.

Eine Politik, nicht ohne Risiken. Die klare Haltung gegenüber der Terrororganisation Hamas ist notwendig. Rubios Unterstützung für Israels Politik im Westjordanland kann jedoch zu neuen Spannungen mit den Palästinensern führen und die Aussicht auf eine Zwei-Staaten-Lösung weiter schwinden lassen. Hier prallen ohnehin zunehmend unterschiedliche Positionen aufeinander. In Israel ist ein palästinensischer Staat derzeit kaum vorstellbar. Für Deutschland und Europa ist es jedoch die weiterhin einzige Perspektive.

Lesen Sie auch

Für die zukünftige Bundesregierung bedeutet Rubios Ernennung damit neue Herausforderungen. Es ist alternativlos für Berlin, das Existenzrecht Israels zu verteidigen. Gleichzeitig gilt es, sich auf europäischer Ebene für eine multilaterale Friedensdiplomatie einzusetzen und einen konstruktiven Dialog mit den USA zu suchen. Aktives Engagement ist mehr denn je gefragt, um die Chancen auf eine langfristige Stabilität im Nahen Osten zu wahren.

Der Autor ist CEO des European Leadership Network (ELNET) in Berlin.

Kommentar

Absage an Danger Dan und Igor Levit: Das ZDF hat absolut richtig gehandelt

Nicht alles, was nicht justiziabel ist, muss auch gesendet werden. Schon gar nicht unverhohlene Aufrufe zur linksextremen Gewalt und Verherrlichung der »Hammerbande«-Terroristen

von Philipp Peyman Engel  18.07.2026 Aktualisiert

Kommentar

Warum ich mit der SPD fertig bin

Eine späte Einsicht ist besser als gar keine, oder?

von Imanuel Marcus  18.07.2026

WM-Nachlese mit Marcel Reif

»Man muss Infantino zum Teufel jagen und die FIFA auflösen«

Der Moderator und Fußballexperte spricht im Interview über seine persönlichen Highlights und Enttäuschungen der WM, über surreale Argentinier und die Sinnhaftigkeit der Trinkpausen

von Michael Thaidigsmann  17.07.2026

Essay

Der Flüchtlingsstatus der Palästinenser muss endlich enden

Wer über Asyl spricht, muss auch über die Bedingungen sprechen, unter denen Schutz wieder entfallen sollte

von Steven Guttmann  16.07.2026

Meinung

So markiert man Feinde

Die sogenannte Studie der Rosa-Luxemburg-Stiftung zur UNRWA enthält entlarvende Widersprüche. Sie konstruiert eine angebliche Kampagne gegen das Palästinenserhilfswerk und stellt dessen Kritiker in die rechte Ecke

von Rebecca Schönenbach  16.07.2026

Meinung

Die Fußball-WM war ein voller Erfolg

Schon jetzt steht fest, dass die Weltmeisterschaft 2026 unvergesslich bleiben wird. Zumindest, wenn man die Kriterien des Fußballphilosophen Nick Hornby zugrunde legt

von Elke Wittich  15.07.2026

Kommentar

Sichere Hochschule auch für Jüdinnen und Juden!

Sicherheit ist zentral, aber auch Respekt vor Arbeitsruhegeboten. Wer Prüfungen auf hohe jüdische Feiertage legt, verlangt von Juden, für ihre Religionsausübung Nachteile beim Studienfortschritt in Kauf zu nehmen

von Volker Beck  15.07.2026

Analyse

Das iranische Regime hat sich verkalkuliert

In Teheran glaubte man, dass US-Präsident Trump den Konflikt bis zu den Midterm-Wahlen nicht mehr eskalieren lassen würde. Doch in der amerikanischen Außenpolitik hat offenbar ein Lernprozess eingesetzt

von Michael Spaney  15.07.2026 Aktualisiert

Kommentar

Wenn Studenten wieder anfangen, Juden auszugrenzen

Es sind Beschlüsse wie der Boykott-Beschluss des Studierendenparlaments der Humboldt-Uni, bei denen man sich unwillkürlich fragt, ob die zukünftige sogenannte deutsche Bildungselite noch zu retten ist

von Leeor Engländer  14.07.2026