Meinung

Israel kämpft nicht nur für Israel. Israel kämpft für die gesamte freie Welt

Melody Sucharewicz Foto: Elad Malka

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Israel kämpft nicht nur für Israel. Israel kämpft für die gesamte freie Welt

Eine Klarstellung von Melody Sucharewicz

von Melody Sucharewicz  24.05.2024 07:04 Uhr

Seit dem 7. Oktober ist nichts wie es war. Der Schatten des Holocaust hat Gesellschaft bekommen.

Seit dem 7. Oktober begleitet uns der bestialische Terror der Hamas bei jedem Schritt, begleiten uns unsere entführten Kinder, Geschwister und Eltern bei jedem Atemzug.

Seit dem 7. Oktober ist alles anders.

Immerhin: Etwas hat sich ereignet. Wir haben endlich Klarheit. Eigentlich haben wir drei Klarheiten. Die Erste: Hamas ist ISIS. Ist Teil der neuen Axis of Evil, die der Iran anführt, zu der auch Russland und Nordkorea gehören.

Die Zweite: Israel kämpft nicht nur für Israel. Sondern für die gesamte Freie Welt. Und die Dritte? Solidarität ist ein kostbarer Wert! Leider unterliegt auch dieser Wert der Inflation.

In den ersten Wochen nach dem 7. Oktober stieg ihr Wert haushoch. Es war hip, solidarisch zu sein. Eine Träne über Nova zu vergießen. Fotos von Shani Louk zu posten. Es fühlte sich gut an, jüdische Bekannte aus den Kontakten zu graben und eine bestürzte Nachricht zu senden. Uns überschwemmte ein Solidaritäts-Tsunami.

Dann passierte etwas Unverzeihliches : Israel verteidigte sich. Israel griff den Gaza-Streifen an. Nicht um die Palästinenser zu bestrafen. Nicht mal die vielen hundert palästinensischen Zivilisten, die gemeinsam mit dem Terror-Mob der Hamas mordeten, vergewaltigten, plünderten.

Israel griff den Gaza-Streifen an, um die Hamas zu zerstören. Um dafür zu sorgen, dass kein Kind in Israel jemals wieder von blutrünstigen Terroristen aus seinem Bett gerissen und verschleppt werden kann. Dass keine Mutter je wieder vor den Augen ihrer Kinder vergewaltigt und ermordet werden kann. Damit wir Juden – in Israel und in der Diaspora – diesen djihadistisch-antisemitischen Horror nie wieder erleben müssen.

Das Schweigen

Und im Nu trat sie ein, die verflixte Inflation: Der Wert der Solidarität mit Juden sank. Und wie er sank. Es war out, sich mit Israel zu solidarisieren. Die Freilassung israelischer Geiseln zu fordern. Antisemitischen Hetztiraden auf Twitter zu widersprechen.

Israel verteidigte sich. Und plötzlich wurde es still. Während uns allen das Atmen noch schwerfiel, weil das Trauma so frisch war, lernten wir, wie schmerzhaft Schweigen sein kann.

Das Schweigen der Frauenorganisationen und Aktivisten über die systematischen Massenvergewaltigungen. Das Schweigen über die Geiseln, die in den Terror-Tunneln der Hamas hungern und gefoltert werden.

Das Schweigen über den andauernden Raketen-Terror der Hamas.
Das Schweigen über die Waffenverstecke unter den Betten palästinensischer Kinder. Das Schweigen über die UNRWA-Lehrer, die Geiseln festhielten. Das Schweigen über den Diebstahl der humanitären Hilfe durch die Hamas.

Palästinensische Propagandamaschine

In dieser Zeit rotierte der Motor der palästinensischen Propagandamaschine auf Hochtouren und stürzte den Wert der Solidarität mit Israel in ein historisches Tief. Die Tiktok-Intifada wandelte das Schweigen in Schreien. Es wurde hip, auf pro-palästinensischen Demos Hassparolen zu grölen.

»From the river to the sea« wurde das Mantra indoktrinierter Studenten, die sich in ihre neue Identität als Gröhler verliebten. Aus blutrünstigen Terroristen wurden Freiheitskämpfer. Aus tanzenden Opfern des Nova-Festivals wurden Besatzer, die es nicht besser verdient hätten. Aus Geiseln, darunter Frauen und kleine Kinder, wurden Gefangene, gleichwertig mit gefangenen Hamas-Terroristen.

Seit dem 7. Oktober haben wir Klarheit: so groß der Schmerz, so groß das kollektive Trauma. Wir können es uns nicht leisten, in Larmoyanz zu versinken. Unsere Soldaten kämpfen in Gaza, um die Hamas zu vernichten.

Kraft und Aktion

Wir kämpfen im Informationskrieg, um die Hetze zu entlarven. Unsere Soldaten kämpfen in Gaza, um die Geiseln zu befreien. Wir kämpfen in Berlin und New York, damit die Gesichter der Geiseln nicht aus dem Blickfeld verschwinden.

Wie das funktioniert, wie Schmerz und Ohnmacht in Kraft und Aktion gewandelt wird, zeigen uns die Familien der Toten und der Geiseln. Sie haben Unfassbares erlebt, große Teile ihrer Familien verloren.

Jetzt kämpfen sie Tag und Nacht, Jung und Alt, weinend und lachend. Und wie sie kämpfen. Wie das ganze Land. Wir haben Unmenschliches erlebt, aber Israel wird stärker und geeinter aus diesem Albtraum erwachen. Wir Juden werden stärker und geeinter aus diesem Albtraum erwachen.

Seit dem 7. Oktober haben wir Klarheit: Am Israel Chai!

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