Waffenstillstand

Echter Frieden herrscht erst, wenn die Hisbollah entwaffnet ist

Die Menschen im Norden Israels und im Libanon können erst einmal aufatmen Foto: IMAGO/Middle East Images

Thank you, Mr. President. Merci, Monsieur le Président.

Nicht nur die Menschen im Norden Israels, auch die im Libanon können seit heute früh aufatmen. Die Waffen sollen jetzt schweigen, Binnenflüchtlinge auf beiden Seiten der israelisch-libanesischen Grenze in ihre Häuser zurückkehren und die Hisbollah samt ihren Waffen den Süden des Libanons verlassen. So zumindest ist der Plan. Ob er aufgeht, ist nach den Erfahrungen der letzten Monate ungewiss.

Doch dem scheidenden US-Präsidenten Joe Biden und seinem französischen Amtskollegen Präsident Emmanuel Macron gebührt der Dank der Welt, dass sie dieses schwierige Abkommen vermittelt haben.

Ohne das Haar in der Suppe suchen zu wollen, muss aber darauf hingewiesen werden, dass schon einmal, nach dem Libanon-Krieg 2006, als die vom Iran hochgerüstete und gesteuerte Hisbollah Israel angegriffen hatte, ein Waffenstillstand beschlossen wurde, der dann nicht umgesetzt wurde.

Der Konflikt schwelt weiter und könnte jederzeit mit einem Funken neu entfacht werden.

Die UN-Sicherheitsratsresolution 1701 von 2006 fordert klar die Entwaffnung der Terrormiliz durch die libanesische Armee und den Rückzug der Hisbollah aus dem Südlibanon. Das Ganze sollte durch die UNIFIL-Truppe überwacht werden. Doch im wahrsten Sinne des Wortes unter den Augen der internationalen Friedenswächter baute die Hisbollah ihre Stellungen erneut auf, stationierte in vorher nie dagewesenem Ausmaß Raketen und andere Waffen – und bereitete sich auf den nächsten großen Krieg vor.

Der begann am Tag nach dem Hamas-Massaker, am Tag nach dem 7. Oktober 2023, als die Hisbollah den Norden Israel erneut unter Dauerbeschuss mit Drohnen und Raketen setzte und so die Evakuierung ganzer Landstriche erzwang. Israel hatte am Ende keine Wahl, als erneut Ziele im Libanon anzugreifen.

Lesen Sie auch

Dank Israels Vorgehen ist die Hisbollah nachhaltig geschwächt. Ihre wichtigsten Führer sind tot, ihr Waffenarsenal ist dezimiert. Nicht nur die Menschen in Israel, auch die im Libanon haben einen hohen Preis bezahlt für das Versagen der internationalen Gemeinschaft nach 2006 und die Machtergreifung der Hisbollah, die seitdem im Libanon stattfand.

Der Krieg ist vorerst gestoppt, aber klar ist: Der Konflikt schwelt weiter und könnte jederzeit mit einem Funken neu entfacht werden. Gerade deshalb muss jetzt alles getan werden, damit der Libanon stabilisiert wird und dort der iranische Einfluss zurückgedrängt wird.

Der Hisbollah darf kein erneuter Blankoscheck zur Wiederbewaffnung ausgestellt werden.

Mit dem Waffenstillstand ist nur ein Anfang gemacht. Man darf gespannt sein, ob tatsächlich Lehren aus dem Desaster von 2006 und den Angriffen auf Israel seit Oktober 2023 gezogen werden. Zweifel seien angesichts der Erfahrung der letzten Jahre erlaubt.

Denn viele im Westen wünschen sich eine Waffenruhe, damit wieder Frieden herrscht. Nur herrscht Frieden in Nahost nicht dann, wenn gerade die Waffen schweigen. Sondern erst, wenn Terrororganisationen entwaffnet und dauerhaft besiegt werden.

Und natürlich hat Benjamin Netanjahu recht, wenn er sagt, dass die Dauer des Waffenstillstands im Libanon davon abhänge, »was im Libanon passiert«. Einen erneuten Blankoscheck zur Wiederbewaffnung darf die Weltgemeinschaft der Hisbollah nicht ausstellen. Wenn sie es doch tut, braucht sie sich nicht zu wundern, wenn Israel sich militärisch wehrt.

Niederlande

»Der 7. Oktober, da bin ich«: Student der Uni Maastricht will an Terrorangriff teilgenommen haben

Ein 22-jähriger Palästinenser, der in den Niederlanden studiert, erweckt in einem Instagram-Video den Eindruck, er habe an der Terrorattacke der Hamas auf Israel teilgenommen. Jetzt griff die Hochschule durch

 28.09.2026

Jerusalem/Den Haag

Israel entzieht Niederländern Diplomaten-Pass

Die Niederlande verbieten den Import von Waren aus Siedlungen im Westjordanland. Nun zieht Israel Konsequenzen

 28.09.2026

Tel Aviv

Israel: Entführer von Noa Argamani getötet

Saher Nidal Saqr und andere an den Geiselnahmen beteiligte Terroristen seien bei einem Luftangriff im zentralen Gazastreifen tödlich getroffen worden, teilte die israelische Armee mit

 28.09.2026

UEFA Nations League

Irlands Spieler verweigern Handschlag – Israels Kapitän Solomon: »Offensichtlich hassen sie uns«

Die irische Fußball-Nationalmannschaft hat Israel in der Nations League klar mit 3:0 besiegt. Der sportliche Wettstreit im ungarischen Debrecen war jedoch von unschönen Szenen begleitet

 28.09.2026

Jerusalem

Netanjahu wies Armee vor dem 7. Oktober 2023 an, Eskalation in Gaza zu vermeiden

Einem Medienbericht zufolge wollte Israels Ministerpräsident unmittelbar vor dem Hamas-Massaker die Aussicht auf eine Entspannung der Beziehungen zu Saudi-Arabien nicht gefährden

 28.09.2026

Meinung

Wolfgang Benz, Stefanie Schüler-Springorum und das deutsche Zentrum für Antisemitismusleugnung

Ein Kommentar von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  25.09.2026

Tel Aviv

Neues deutsches U-Boot in Israel eingetroffen

Die »INS Drakon« ist das sechste U-Boot der israelischen Flotte

 25.09.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Eisenkot will nicht mit arabischen Parteien koalieren

Der Vorsitzende der Yashar-Partei sagt, wolle mit »jeder zionistischen Partei« zusammenarbeiten. Vier Grundsätze müssten jedoch akzeptiert werden

 25.09.2026

Gaza

Zwei IDF-Reservisten bei Drohnenexplosion getötet

Der tödliche Vorfall ereignete sich an einem Militärposten im nördlichen Gazastreifen

 25.09.2026