Meinung

Die Europäer müssen gegenüber dem Iran Härte zeigen

Iran-Experte Michael Spaney Foto: privat

Meinung

Die Europäer müssen gegenüber dem Iran Härte zeigen

Das Teheraner Regime wird in den Atomverhandlungen wie immer auf Zeit spielen. Die europäischen Staaten dürfen sich nicht austricksen lassen - und sollten die ausgesetzten Sanktionen wieder aktivieren

von Michael Spaney  22.07.2025 13:08 Uhr

Am Freitag wird es in Istanbul wieder Atomverhandlungen zwischen Frankreich, Deutschland, Großbritannien und dem Iran geben. Die drei europäischen Länder hatten gedroht, sie würden weitreichende UN-Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft setzen, wenn bis Ende August kein zufriedenstellendes Ergebnis im Atomstreit vorliegt. Laut UN-Beschluss zum Atomabkommen von 2015 ist das der »Snapback«-Mechanismus.

Das Regime in Teheran missachtete die Bestimmungen dieses Abkommens, indem es Uran fast zur Waffenfähigkeit anreicherte. Nach den erfolgreichen Militärschlägen durch Israel und die USA im Juni ist immer noch unklar, wo die rund 400 kg hochangereichertes Uran im Iran lagern und inwiefern das Land sein Atomprogramm weiterverfolgt, vielleicht sogar einen schnelleren Weg zur Bombe wählt. Die Drohung der europäischen Mächte hat den Iran also wieder an den Verhandlungstisch getrieben. Doch das Regime wird wie immer versuchen zu tricksen, zu täuschen und auf Zeit zu spielen.

Sanktionen könnten Irans Einnahmen und Aktionsradius empfindlich reduzieren.

Kann der Iran die Europäer lang genug hinhalten, winkt ihm ein großer Gewinn: Nicht nur der Snapback-Mechanismus läuft laut Atomabkommen im Herbst 2025 aus, sondern auch die Begrenzung der Zentrifugenanzahl und die Limits für die Urananreicherung. Der Iran könnte sein Atomprogramm also legal hochfahren und neue Sanktionen wären ohne Irans Partner Russland kaum mehr möglich.

Deswegen ist es jetzt so wichtig, dass die Europäer stark bleiben. Lassen sie sich abspeisen mit Irans Unterschrift unter einer neuen Vereinbarung, die den iranischen Terrorexport und die ballistischen Raketen nicht adressiert, geht die iranische Destabilisierung des Nahen Ostens weiter, Israels Gefährdung würde wieder anwachsen und Europa hätte sich seiner stärksten Einflussmöglichkeit, der Sanktionswaffe, beraubt.

Der Snapback muss auf jeden Fall kommen. Die ausgelösten Sanktionen könnten Irans Einnahmen und Aktionsradius empfindlich reduzieren und die Gefahr, die von diesem islamistischen Terrorregime ausgeht, zumindest eindämmen.

Der Autor ist Direktor des »Mideast Freedom Forum Berlin«.

Meinung

Ein Schmock kommt selten allein

Im »Dschungelcamp« scheint Gil Ofarim in bester Gesellschaft. Doch was hat er aus seiner Lüge in der »Davidstern-Affäre« gelernt?

von Ayala Goldmann  27.01.2026

Meinung

»Zeit Geschichte« stellt sich in eine unsägliche Tradition

Das Titelbild der neuen Ausgabe des Hefts reduziert den Nahostkonflikt auf ein simples Gut-gegen-Böse-Schema. Immer wieder nutzen renommierte Medien problematische Bildsprache, wenn es um Israel geht

von Nikolas Lelle  27.01.2026

Meinung

Israel hat seine Zukunft zurück

Ran Gvili, die letzte Geisel in Gaza, wurde geborgen und nach Israel überführt

von Sabine Brandes  26.01.2026

Menachem Z. Rosensaft

Deutsche Bahn auf Abwegen

Eine neue Bahntrasse soll in nur 400 Meter Abstand an der Verladerampe des ehemaligen Todeslagers Bergen-Belsen vorbeiführen. Der Umgang mit diesem historischen Ort ist skandalös

von Menachem Z. Rosensaft  22.01.2026

Meinung

Jugendwerk endlich gründen

Seit vielen Jahren wird immer wieder betont, wie wichtig die Institutionalisierung des deutsch-israelischen Jugendaustauschs wäre. Höchste Zeit, die Idee in die Tat umzusetzen

von Joshua Schultheis  21.01.2026

Meinung

Liebe Iraner, wir fühlen mit euch!

Unsere Autorin wünscht sich, dass das brutale Regime in Teheran fällt. Ein offener Brief an die mutigen Menschen im Iran

von Sabine Brandes  21.01.2026

Meinung

Friedensrat für Gaza oder Kriegsrat gegen Israel?

In Zukunft sollen ausgerechnet die Hamas-Unterstützerstaaten Katar und die Türkei im Friedensrat über den Gazastreifen mitbestimmen dürfen. Für Israel sollte das eine Warnung sein, sich unabhängiger von den USA zu machen

von Daniel Neumann  21.01.2026

Meinung

Einladung, Empörung, Ausladung

Dass der Iran am Weltwirtschaftsforum in Davos zunächst willkommen war und kurz darauf wieder ausgeladen wurde, ist ein Lehrstück darüber, wie Menschenrechte erst dann zählen, wenn sie zum Reputationsrisiko werden

von Nicole Dreyfus  19.01.2026

Gastbeitrag

Wie Europas Parlamentarier über Israel denken

Der Blick europäischer Politiker auf Israel hat sich gewandelt, wie die jüngste ELNET-Befragung von europäischen Politikern zeigt

von Carsten Ovens  16.01.2026