Meinung

Der erfundene »Völkermord«

Imanuel Marcus Foto: Patricia Sholl

Frau von der Leyen und SPD-Politiker wollen Strafmaßnahmen gegen Israel ergreifen, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron beabsichtigt, den Terror mit einer Anerkennung Palästinas zu belohnen. In Madrid beschuldigt Ministerpräsident Pedro Sánchez Israel des Völkermords – und all dies nur, da der jüdische Staat tut, was er tun muss.

Ein für alle Mal: Ein Staat, der seine Bevölkerung gegen Mörder, Vergewaltiger und Geiselnehmer verteidigt, verübt keinen Völkermord. Wer zwei Millionen Tonnen an Hilfsgütern für Menschen bereitstellt (die angeblichen Genozidopfer), begeht keinen Genozid.

Wer im Krieg gegen den palästinensischen Terror Zivilisten jeweils vor Angriffen warnt – und damit übrigens das im Krieg wichtige Überraschungsmoment aufgibt –, wer Fluchtrouten für sie vorbereitet und humanitäre Zonen einrichtet, begeht definitiv keinen Völkermord.

Gescheiterte Generalprobe

Ist es richtig, eine Operation in der Hamas-Hochburg Gaza-Stadt zu starten? Gefährdet diese Vorgehensweise die 48 Geiseln mehr als die Hamas dies seit 713 Tagen tut, indem sie die Verschleppten aushungert, foltert und ermordet, während sie in Verhandlungen auf Zeit spielt? Welche Vorgehensweise rettet die Geiseln eher? Wir wissen es schlicht nicht.

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Dass sich gerade die Familien der Geiseln sorgen und Forderungen stellen – und dass jede Entscheidung, die Israel trifft, im In- und Ausland auch Kritik erntet –, ist keine Überraschung. Aber »Völkermord« ist so ziemlich das letzte Wort, das uns einfallen sollte, wenn wir sehen, wie Israel in Gaza wirklich agiert.

Was die diskutierten Strafmaßnahmen der EU gegen Israel angeht: Sie sind geradezu lächerlich. Nein, Frau von der Leyen, das Untergraben der Zweistaatenlösung hat die Palästinenserführung schon vor langer Zeit erledigt. Israel hat dabei nicht geholfen. Zudem ist die Generalprobe für die Zweistaatenlösung, nämlich Gaza als Terrorhochburg neben Israel, grandios gescheitert.

Gebiet E1 notfalls räumen

Erst wenn die Palästinenser Frieden wollen, wird (und muss) es klappen. Dann können Siedlungen im zum Westjordanland gehörenden Gebiet E1 notfalls auch wieder geräumt werden – so wie es Israel 2005 in Gaza tat.

An diejenigen, die die Menschen in Gaza tatsächlich quälen und missbrauchen – sowie ihre treuen Fans auf den Straßen und auf dem Campus: Ihr wollt euren eigenen Krieg beenden? Lasst die Geiseln frei!

marcus@juedische-allgemeine.de

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