Literatur

Würth-Preis geht an David Grossmann

David Grossmann Foto: dpa

Der israelische Schriftsteller David Grossmann erhält den 12. Würth-Preis für Europäische Literatur.

Er bekomme die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung für seine moralische Integrität, seine Unbestechlichkeit und seinen Mut, teilte die Stiftung Würth am Freitag in Künzelsau (Hohenlohekreis) mit. Grossmann sei zu einer Stimme aus Israel geworden, die in der ganzen Welt gehört werde, so das Urteil der Jury.

Israel Der 1954 in Jerusalem geborene Nachfahre polnischer Einwanderer setzt sich den Angaben zufolge »mit höchster Intensität« mit dem heutigen Israel auseinander.

Sein Antikriegsroman Eine Frau flieht vor einer Nachricht aus dem Jahr 2009 wandere entlang der Geschichte des Staates Israel vom Jom-Kippur-Krieg bis zur Gegenwart. 2010 wurde Grossmann mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

Antisemitismus Den Literatur-Preis wolle man »in Zeiten eines aufkeimenden Antisemitismus auch als Zeichen der kulturellen Verbundenheit verstanden wissen«, hieß es weiter.

Die Übergabe ist für den Frühsommer 2020 in Künzelsau geplant. Der Würth-Preis für Europäische Literatur wird alle zwei Jahre verliehen. Unter den bisherigen Preisträgern waren Peter Handke, Ilija Trojanow, Herta Müller und Hermann Lenz. epd

Fernsehen

»Anders auf die Welt schauen«

Mark Waschke über den Film »Doitscha«, falsche Freunde und die Sprachlosigkeit seiner Branche nach dem 7. Oktober

von Rüdiger Sturm  05.11.2026

Kino

Im Angesicht der Schmerzen, der Angst und Scham

»Block 10« beleuchtet die medizinischen Experimente an Frauen in Auschwitz – und versteht sich auch als eine Antwort auf die Gegenwart

von Chris Schinke  05.11.2026

London

Banal, schlicht und ironisch

Julia Pascals Theaterstück »The Banality of Evil: Hannah Arendt, France, 1940« erzählt von Hannah Arendt, Charlotte Salomon und Eva Daube als deutsche Jüdinnen in Frankreich und ihrem Leben zwischen zwischen Exil, Gefangenschaft und Überlebenskampf

von Daniel Zylbersztajn-Lewandowski  05.11.2026

Geburtstag

Wider die Gedankenlosigkeit: Wolf Biermann wird 90

Als junger Mensch war für ihn die DDR das bessere Deutschland. Doch bald wurde Lyriker und Liedermacher Wolf Biermann ihr schärfster Kritiker. Auch nach der Ausbürgerung blieb er ein wacher und kritischer Geist. Am 15. November wird er 90

von Thomas Bickelhaupt  05.11.2026

Meister der Melancholie

Leonard Cohen: »Jikan der Stille« lebte seine Religion - und auch eine andere

Seine Lieder sind geheimnisvoll, oft düster - und doch von beklemmender Schönheit. Leonard Cohen war nie zu greifen, mit niemandem zu vergleichen. Vor zehn Jahren ist er gestorben

von Alexander Brüggemann  05.11.2026

TV-Tipp

Viele Jahre bis zum großen »Hallelujah«: Arte zeigt Porträt von Leonard Cohen zum zehnten Todestag

Es ist wohl das bekannteste Lied des kanadischen Sängers Leonard Cohen. Und so steht »Hallelujah« auch im Zentrum eines so unterhaltsamen wie inspirierenden Porträts über den legendären Sänger

von Jan Lehr  05.11.2026

Sehen!

»Doitscha – Alles geht vorüber«

Die Tragikomödie »Doitscha – Alles geht vorüber« in der ARD beruht auf einem Buch von Adriana Altaras

von Pascal Beck  04.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  04.11.2026

Programm

Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 4. November bis zum 12. November

 04.11.2026