Tunesien

»Wonder Woman« auf dem Index

Gal Gadot als Wonder Woman Foto: dpa

Ein tunesisches Gericht hat den Hollywood-Film Wonder Woman vorläufig verboten, weil die Hauptdarstellerin Gal Gadot Militärdienst in der israelischen Armee geleistet hat. Zuvor hatte bereits der Libanon einen Bann über den Spielfilm verhängt, der an diesem Donnerstag auch in die deutschen Kinos kommt.

Der Gerichtsentscheid in Tunesien in der vergangenen Woche beruhte auf einem Antrag der säkularen Volksbewegungspartei. Sie bezeichnete Gal Gadot als »Partnerin der jüngsten israelischen Aggressionen im Gazastreifen«. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Auch Jordanien erwägt Medienberichten zufolge, Vorführungen von Wonder Woman zu untersagen. Das Kino Palestine Towers Cinema in Ramallah im Westjordanland will den Film ebenfalls nicht in sein Programm aufnehmen.

Kampftraining In dem Film Wonder Woman spielt die 32-jährige Israelin Gal Gadot die Hauptrolle – eine Halbgöttin von der mystischen Insel Themyscira und Amazone, die durch Comics bekannt wurde. In männlichen Rollen treten die Schauspieler Robyn Wright, Chris Pine und Danny Huston auf.

Während ihres Militärdienstes unterrichtete die heute 32-jährige Gal Gadot andere Soldaten in Kampftraining. Im Sommer 2014 hatte sie auf Facebook den Einsatz der israelischen Armee im Gazastreifen unterstützt. ag

Lesen Sie mehr über den Film in der kommenden Printausgabe der Jüdischen Allgemeinen.

Zahl der Woche

23 Prozent

Fun Facts und Wissenswertes

 05.02.2023

Kreativität

Gelobtes Lego-Land

Yitzy Kasowitz vertreibt Judaika aus kleinen, bunten Plastiksteinen in alle Welt

von Ralf Balke  05.02.2023

Kino

»Kitty ist ein freier Mensch«

Der Regisseur Ari Folman über seinen Animations-Film »Wo ist Anne Frank«, Teenager und Empathie

von Katrin Richter  04.02.2023

»The Wanderers«

Auf der Suche nach Freiheit

Das Hamburger Ernst Deutsch Theater bringt ein Stück über die Ehe zweier junger Satmarer auf die Bühne

von Daniel Killy  03.02.2023

Rezension

Vom Hass zum Völkermord

Nach sieben Jahrzehnten erscheint Léon Poliakovs Meisterwerk auch in deutscher Sprache

von Holger Böning  03.02.2023

Sehen!

»Fritz Bauers Erbe«

Ein beeindruckender Dokumentarfilm über die wahrscheinlich letzten NS-Prozesse

von Ralf Balke  02.02.2023

Netflix

Zur richtigen Zeit ein falscher Film

In »You People« liebt ein weißer Jude eine schwarze Muslimin, deren Vater Antisemit ist

von Joshua Schultheis  02.02.2023

Literatur

Die koschere Zimtschnecke

Über den Reiz des Jüdischen im Roman »Blutbuch« von Kim de l’Horizon

von Naomi Lubrich  02.02.2023

»Concerned Citizen«

Gentrifizierer wider Willen

In dem Film zieht ein linksliberales Pärchen in ein raues Viertel von Tel Aviv – und wird mit eigenen Vorurteilen konfrontiert

von Thomas Abeltshauser  02.02.2023