Schule

Wissenschaftler fordert bessere Holocaust-Bildung

Foto: Getty Images/ iStockphoto

Der Hallenser Literaturwissenschaftler und Holocaust-Forscher Werner Nell fordert eine bessere schulische Vermittlung des Völkermords an den Juden. »Mir scheint es so zu sein, dass die Beschäftigung mit der Schoa etwa im Schulunterricht sehr ritualisiert abläuft: ein paar Stunden dazu und der obligatorische Besuch in einer Gedenkstätte«, sagte Nell am Dienstag im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Es sei wichtig, schon bei der Ausbildung der Lehrer anzusetzen. »Sonst wirkt es sich bei solch einem Brennpunkt des gesellschaftlichen Selbstverständnisses besonders schwerwiegend aus.«

konferenz Nell organisiert die am Donnerstag beginnende internationale Holocaust-Konferenz an der Universität Halle. Wissenschaftler aus aller Welt diskutieren dort interdisziplinär neue Ergebnisse der Holocaust-Forschung. Dabei spielen insbesondere die aktuellen politischen und kulturellen Entwicklungen in Europa eine Rolle, der zunehmende Antisemitismus sowie die allgemeine Vermittlung der Ergebnisse von Holocaust-Forschung etwa in der Schule.

In Deutschland und anderen Ländern Europas haben Antisemitismus und der Hass auf Minderheiten nach Nells Einschätzung »aktuell starke Konjunktur«. Dies bestätigten wissenschaftliche Untersuchungen und Analysen. »Öffentlich antisemitisch in Erscheinung zu treten, ist für viele kein No-Go mehr«, so der Wissenschaftler.  kna

Eklat

Deutsche Reaktionen auf documenta-Bild für Künstler »ein Schock«

Das für das Bild »People’s Justice« verantwortliche Künstlerkollektiv weist den Vorwurf des Antisemitismus zurück

 24.06.2022

1700 Jahre jüdisches Leben

»Eine Zukunft für die Erfolgsstory«

Bei der Finissage sprach sich Zentralratsvize Lehrer für eine Fortsetzung des Festjahrs auf europäischer Ebene aus

 24.06.2022

Kassel

documenta-Chefin lehnt Rücktritt trotz zahlreicher Forderungen ab  

Sabine Schormann: »Ich nehme meine Aufgabe, wie sie mir gestellt wurde, verantwortungsvoll wahr«

 23.06.2022

Meinung

documenta: Mehr Universalismus wagen!

Unser Autor meint: Der Partikularismus der Ausstellungsverantwortlichen offenbart seine ganze Widersprüchlichkeit und intellektuelle Unredlichkeit

von Joshua Schultheis  23.06.2022

Antisemitismus-Skandal

documenta-Beirat: Ausstellung ist »fröhlich und einladend«

Die Kommission möchte ruangrupa und den ausstellenden Künstlern »zu ihrer außergewöhnlichen Leistung gratulieren«

 23.06.2022

Antisemitismus-Skandal

documenta: Rücktritt von Forums-Vorsitzenden der Kunstausstellung

Forum »bedauert ausdrücklich« die Äußerungen Jörg Sperlings und distanzierte sich von seinen Aussagen

 23.06.2022

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter  23.06.2022

Film

Star aus Sterdyn

Eine Dokumentation porträtiert Belina als »Friedenssängerin« – doch war sie das wirklich?

von Ayala Goldmann  23.06.2022

Attentat

Unerwiderte Liebe

Vor 100 Jahren wurde Walther Rathenau ermordet. Zwei neue Bücher würdigen nun Leben und Wirken des jüdischen Politikers

von Ludger Heid  23.06.2022