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Wichtige Auseinandersetzung: 3sat-Doku bietet einen neuen Blick auf Anne Frank

Anne Frank (1929–1945) Foto: dpa

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Wichtige Auseinandersetzung: 3sat-Doku bietet einen neuen Blick auf Anne Frank

Eine Dokumentation beleuchtet das Tagebuch der Anne Frank speziell aus der Sicht des jugendlichen Mädchens. Der Film soll vor allem junge Leute ansprechen und über die Judenverfolgung aufklären

von Wolfgang Wittenburg  09.04.2025 10:19 Uhr

Anne Franks Tagebuch ist eines der meistgelesenen und bewegendsten Bücher - millionenfach verkauft und übersetzt in 95 Sprachen. Eindrucksvoll schildert das jüdische Mädchen, das nur 15 Jahre alt wurde, das Leben seiner Familie im Verborgenen. Auf Anraten eines Freundes wurden die Einträge veröffentlicht vom einzig Überlebenden, ihrem Vater Otto Frank - kurze Zeit nach dem Tod Anne Franks im Lager Bergen-Belsen.

Nun bietet die deutsch-französische Dokumentation »Anne Frank. Tagebuch einer Jugendlichen« einen neuen Blick auf ihr Schicksal: aus der Sicht einer Heranwachsenden. Der Film, den 3sat am 9. April zur besten Sendezeit zeigt, soll besonders junge Leute ansprechen.

Eine Stütze in den dunkelsten Tagen

Mit der letzten Nacht in ihrem eigenen Bett - am 6. Juli 1942 - beginnt die Handlung des Films. Anne Frank wird am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main geboren und lebt bald schon in einer Zeit, da der wachsende Nationalsozialismus das Leben für die jüdische Bevölkerung unerträglich macht. Edith und Otto Frank flüchten mit ihren Töchtern Margot und Anne nach Amsterdam.

Fünf Tage nach Beginn des Zweiten Weltkriegs 1940 kapituliert die niederländische Armee: Nach und nach erlassen die deutschen Besatzer unter Adolf Hitler immer mehr Gesetze, die Jüdinnen und Juden das Leben erschweren - sie müssen den Juden-Stern tragen, dürfen unter anderem keine Parks, Kinos und Läden mehr betreten. Immer bedrohlicher werden die Restriktionen, sodass die Familie Frank im Frühjahr 1942 in einem Versteck im Bürogebäude des Vaters untertaucht.

In dem Hinterhaus am Merwedeplein - das heute ein Gedenkhaus ist - führt Anne ein Tagebuch über die Ereignisse im Versteck, aber auch über ihre Gefühle und Gedanken. Das Schreiben hilft ihr, die Zeit im Verborgenen zu überstehen. »Ich glaube noch immer an das Gute im Menschen«, schreibt Anne Frank - ihren Ängsten zum Trotz.

Was hätte aus Anne Frank werden können?

Im Film ist Anne Frank die zentrale Figur. Vor allem wollte der französische Regisseur Alexandre Moix, dass Anne Frank zur Jugend von heute spricht. Deshalb steht Kitty - wie sie im Tagebuch eine Art imaginäre Freundin anspricht - hier stellvertretend für die Teenager von heute und morgen. Moix wollte Anne Frank modern darstellen, wie eine Freundin heutiger junger Leute. Gleichzeitig sind Jugendliche - immer wieder in unbeschwerten Momentaufnahmen im Film zu sehen - ein Spiegelbild dessen, was Anne hätte werden können, wovon sie geträumt hätte.

Diese Teenager sind aber auch die Hüter der Erinnerung an Anne Frank, die im August 1944 zusammen mit den anderen Untergetauchten von der Geheimen Staatspolizei entdeckt und verhaftet wurde. Trotz Hausdurchsuchung kann Miep Gies einen Teil ihrer Aufzeichnungen vor den Nazis retten, wie sich die Freundin und Helferin der Franks im Film erinnert. »Ich habe Anne erst durch ihr Tagebuch wirklich kennengelernt«, sagt Vater Otto.

Gelungenes Porträt

Mit seiner wohltuenden Mischung aus Berührung und Heiterkeit ist der Anderthalbstünder nicht einfach ein weiterer Film über Anne Frank, sondern eine zeitgenössische und notwendige Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus - in einem neuerlich angespannten Moment der europäischen Geschichte. Durch ihre Tagebucheinträge - gelesen von der Schauspielerin Mala Emde - bekommt Anne Frank eine Stimme und lässt das Publikum eintauchen in den Alltag mit Freuden, Hoffnungen und Ängsten.

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Die erste Doku vom Filmemacher Moix stammt aus dem Jahr 2002 und handelte von dem französischen Schauspieler Patrick Dewaere (1947-1982). »Meine Filme ermöglichten es mir, meiner Leidenschaft nachzugehen: Porträts von Menschen zu malen, die ich bewundere. Ich wollte sofort einen Film über Anne Frank machen«, sagt Moix, der in Orléans wohnt, der Stadt der Widerstandskämpferin Jeanne d’Arc, im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Er möge es, Menschen so nahe wie möglich zu kommen und bewegende, wahre Filme zu schaffen. Mit »Anne Frank. Tagebuch einer Jugendlichen« ist ihm dies einmal mehr gelungen.

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