Fernsehen

Wegen Palästina-Posting: ProSieben lädt Nura aus. Die »entschuldigt« sich. Zumindest ein bisschen

Nura Habib Omer ist seit 2014 Rapperin Foto: picture alliance/KEYSTONE

Eigentlich sollte die Rapperin Nura (bürgerlich Nura Habib Omer) am Dienstag in der ProSieben-Show »Late Night Berlin« bei Moderator Klaas Heufer-Umlauf auf dem braunen Ledersofa sitzen und ihr neues Album promoten. Doch daraus wird nichts, wie das Branchenportal »DWDL« berichtet.

Der Sender hat Nura Omer ausgeladen, nachdem die Künstlerin am Wochenende bei Instagram einen Screenshot ihres Musikvideos mit dem Slogan»Free Palestine« veröffentlichte. Und das nur wenige Stunden, nach dem die Hamas Israel überfallen und Hunderte Menschen ermordet hatte.

Keine echte Entschuldigung

Am Sonntagabend und nach massenhafter Kritik äußerte sich die Rapperin erstmals auf Instagram. »Mein Musikvideo kam vor den aktuellen Ereignissen, trotzdem tut es mir leid, wenn ich jemanden, der betroffen ist damit verletzt habe«, schrieb sie.

In ihrem Post kritisiert sie dennoch Israels Recht auf Selbstverteidigung: »Krieg jedoch, ist nie eine Lösung und für das, was aktuell passiert, stehe ich nicht als Befürworterin. Meine Familie ist vor dem Krieg geflohen. Wir wissen aus erster Hand, wie traumatisierend sowas ist.«

Dabei lässt das Statement außer Acht, dass die Hamas den Krieg begonnen hat, als rund 1000 Terroristen am Samstag unter dem Hagel von 5000 Raketen aus dem Gaza-Streifen nach Israel stürmten und mittlerweile mehr als 800 Menschen ermordeten. 150 Personen, darunter ältere Frauen, Mütter mit ihren Babys und Kleinkinder wurden von den Terroristen als Geiseln nach Gaza verschleppt.

Nura Habib Omer wurde 1988 in Kuwait als Tochter eines Saudis und einer Eritreerin geboren. Ihre Familie floh in den frühen 90er-Jahren von Saudi-Arabien nach Deutschland. In ihrer neuen Heimat machte Omer Karriere als Rapperin und als Schauspielerin. In der Comedy-Serie »Die Discounter« (Amazon) spielt sie etwa als Kassiererin »Flora« eine der Hauptrollen.

Brüssel/Gütersloh

Lucky Luke wird in Jubiläums-Comic zum Heiligen

Ein Cowboy kann nach acht Jahrzehnten noch viel erleben. Zwischen Saloon und Prärie warten in dem lange von einem jüdischen Texter dominierten Comic häufig Gegenwartsthemen

von Shireen Broszies  26.10.2026

Sachbuch

Tee mit Groys

In einem neuen Gesprächsband erzählt der Philosoph Boris Groys aus seinem Leben und verliert kein Wort über den Krieg. Warum unser Rezensent das Buch trotzdem zufrieden zuklappte: eine sehr persönliche Lektüre

von Dmitrij Belkin  25.10.2026

Aufgegabelt

Fenchel-Tarte-Tatin mit Trauben und Oliven

Rezept der Woche

von Yotam Ottolenghi  25.10.2026

Kino

Ali G ist zurück – und stößt auf Ablehnung

Nach 24 Jahren schlüpft Sacha Baron Cohen wieder in die Rolle seiner Kultfigur. Doch die Branche will ihn boykottieren

von Nicole Dreyfus  25.10.2026

Shkoyach!

Alles auf Pro oder Die Sehnsucht nach neuer Übersichtlichkeit

Die Einteilung in Pro-Dieses und Pro-Jenes halte ich für profan. Aber für Prokrastination bin ich immer zu haben

von Eugen El  25.10.2026

Zahl der Woche

90,8 Prozent

Funfacts & Wissenswertes

 25.10.2026

Film

Serienhit geht weiter: Warum will jeder »Nobody Wants This«?

Eine freizügige Sex-Podcasterin und ein charmanter Rabbiner verlieben sich. Ihre Geschichte ist ein gelungener Gegenentwurf zu klischeehaften Rom-Coms. So geht die Erfolgsserie weiter

von Simone Andrea Mayer  23.10.2026

Berlin

Wenn Wolf Biermann den roten Bademantel trägt

Die Stasi wollte den Liedermacher zum Alkoholmissbrauch verleiten und seine Beziehungen zerstören. Ein Film zeigt, wie er das überstand - und was er mit fast 90 macht: Kraulen in der Ostsee zum Beispiel

von Lisa Forster, Sven Gösmann  23.10.2026

Debatte

Wahl in Israel: Star-Dirigent Lahav Shani meldet sich ausführlich zu Wort

In der Vergangenheit war der Musiker mehrmals im Visier radikaler Israelfeinde

 22.10.2026