Restitution

»Wegducken und Wegschauen«

Ronald S. Lauder, Präsident des Jüdischen Weltkongresses Foto: dpa

Der Präsident des World Jewish Congress (WJC), Ronald S. Lauder, hat Deutschland zu konsequenteren Anstrengungen bei der Rückgabe von NS-Raubkunst aufgefordert.

Dass mehr als 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges und der Gräuel des Holocausts immer noch über die Rückgabe geraubter Kunstwerke gesprochen werde, sei »ein Beleg für organisierte Verantwortungslosigkeit, für Wegducken und Wegschauen«, schreibt Lauder in einem Beitrag für die »Süddeutsche Zeitung« (Freitag).

limbach-kommission Am heutigen Freitag berät der Bundestag über eine Reform der sogenannten Limbach-Kommission, die für die Rückgabe von NS-Raubkunst, insbesondere aus jüdischem Besitz, zuständig ist.

Lauder lobte den fraktionsübergreifenden Antrag, wonach die Kommission unter anderem ein Sekretariat in Berlin und ein höheres Budget erhalten soll, aus dem Opfer und Erben aus dem Ausland Forschungsförderung zur Wiedererlangung ihrer von den Nationalsozialisten geraubten Kunstwerke beantragen können. Der Antrag soll zudem den Druck auf Museen und Sammlungen erhöhen, wenn diese nicht kooperieren.

Er bleibe aber skeptisch, so Lauder: »Zu oft hat der deutsche Staat Änderungen angekündigt und versprochen, die Perspektive der Opfer in den Mittelpunkt der Raubkunstdebatte in Deutschland stellen zu wollen.« Der Bundestag lege mit seinem Antrag nun eine hohe Messlatte. »Sie darf unter keinen Umständen gerissen werden.«  kna

Tasche mit der Aufschrift Anne Frank – 30 Jahre Anne Frank Zentrum

Berlin

Anne Frank Zentrum: Holocaustleugnung bei Jugendlichen nimmt zu

Die Leiterin des Anne Frank Zentrums Berlin warnt vor Falschinformationen zur NS-Zeit in Sozialen Medien. Ein Grund für die Wissenslücken könne auch ein rückläufiger Stellenwert im Schulunterricht sein, sagt sie

 08.11.2026

Oper

»Da ruft mich jemand«

Das Theater Osnabrück erinnert mit einem eigens komponierten Stück an Peter van Pels. Der Gefährte von Anne Frank im Versteck wurde vor 100 Jahren geboren

von Claudia Irle-Utsch  08.11.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

 08.11.2026

Ruth Ur im Exilmuseum

Berlin

Das Exil ist überall – Berlins neues Museum schlägt Brücken

Während der NS-Zeit war Berlin für viele ein Ort, den sie verlassen mussten. Ein neues Museum verbindet ihre Geschichten mit heutigen Exil-Erfahrungen

 08.11.2026

Befreiung von der Schuld: Wenn Claudia Roth plötzlich wie Björn Höcke klingt

Eine Einordnung von Georg M. Hafner

 07.11.2026

Meister der Melancholie

Leonard Cohen: »Jikan der Stille« lebte seine Religion - und auch eine andere

Seine Lieder sind geheimnisvoll, oft düster - und doch von beklemmender Schönheit. Leonard Cohen war nie zu greifen, mit niemandem zu vergleichen. Vor zehn Jahren ist er gestorben

von Alexander Brüggemann  07.11.2026

Meinung

Die Juden waren’s!

Claudia Roth und die jüdische Lobby: Eine kleine Chronik der Unschuld

von Andreas Büttner  06.11.2026

Nachruf

Eine Welt voller Wärme

Die jüdische Kinderbuchautorin Myriam Halberstam nimmt Abschied von Janosch, dem Vater von Tiger, Bär und Tigerente

von Myriam Halberstam  06.11.2026

Fernsehen

Biedere Bürgerlichkeit und organisierter Massenmord

Das ZDF zeigt den Oscar-prämierten Spielfilm »The Zone of Interest« über den KZ-Kommandanten Rudolf Höß, der mit seiner Familie unmittelbar neben dem Vernichtungslager Auschwitz lebte

von Josef Lederle  06.11.2026