Restitution

»Wegducken und Wegschauen«

Ronald S. Lauder, Präsident des Jüdischen Weltkongresses Foto: dpa

Der Präsident des World Jewish Congress (WJC), Ronald S. Lauder, hat Deutschland zu konsequenteren Anstrengungen bei der Rückgabe von NS-Raubkunst aufgefordert.

Dass mehr als 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges und der Gräuel des Holocausts immer noch über die Rückgabe geraubter Kunstwerke gesprochen werde, sei »ein Beleg für organisierte Verantwortungslosigkeit, für Wegducken und Wegschauen«, schreibt Lauder in einem Beitrag für die »Süddeutsche Zeitung« (Freitag).

limbach-kommission Am heutigen Freitag berät der Bundestag über eine Reform der sogenannten Limbach-Kommission, die für die Rückgabe von NS-Raubkunst, insbesondere aus jüdischem Besitz, zuständig ist.

Lauder lobte den fraktionsübergreifenden Antrag, wonach die Kommission unter anderem ein Sekretariat in Berlin und ein höheres Budget erhalten soll, aus dem Opfer und Erben aus dem Ausland Forschungsförderung zur Wiedererlangung ihrer von den Nationalsozialisten geraubten Kunstwerke beantragen können. Der Antrag soll zudem den Druck auf Museen und Sammlungen erhöhen, wenn diese nicht kooperieren.

Er bleibe aber skeptisch, so Lauder: »Zu oft hat der deutsche Staat Änderungen angekündigt und versprochen, die Perspektive der Opfer in den Mittelpunkt der Raubkunstdebatte in Deutschland stellen zu wollen.« Der Bundestag lege mit seinem Antrag nun eine hohe Messlatte. »Sie darf unter keinen Umständen gerissen werden.«  kna

Netflix-Dokumentation

Der Mann, der die Chili Peppers Red Hot machte

Man kann ohne weiteres behaupten, dass die Rockwelt ohne Hillel Slovak weniger bunt wäre. Eine Streaming-Doku hat dem in Israel geborenen ersten Gitarristen der Chili Peppers ein Denkmal gesetzt

von Richard Blättel  07.04.2026

Antisemitismus

London verweigert US-Skandalrapper Kanye West die Einreise

US-Skandalrapper Kanye West darf nach seinen antisemitischen und rassistischen Aussagen nicht nach Großbritannien reisen. Das hat auch gravierende Auswirkungen auf das mit ihm geplante Festival

 07.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Fünf Gründe, den jüdischen Staat zu lieben – mit all seinen Stärken und Schwächen

von Daniel Neumann  07.04.2026

Weltglücksbericht

Israelis und die Freude am Leben

Trotz Kriegen und Terror landet der jüdische Staat weit vorn auf Platz 8. Die Forscherin Anat Fanti erklärt, warum

von Sabine Brandes  06.04.2026

Jazz

Omer Klein: »The Poetics«

Der israelische Pianist hat ein neues Album veröffentlicht. Es ist ein analoges Klangerlebnis, das innere und äußere Räume weit öffnet

von Ayala Goldmann  06.04.2026

Iryna Fingerova

»Man darf Kulturen nicht vergleichen«

Die Schriftstellerin und Ärztin über die Folgen einer Emigration, ihr Verhältnis zur Ukraine und das Leben als Jüdin in Deutschland – allesamt auch Themen ihres Romans »Zugwind«

von Maria Ossowski  05.04.2026

Dana von Suffrin

Wutgeburt

»Toxibaby« erzählt von einer toxischen deutsch-jüdischen Beziehung

von Katrin Diehl  04.04.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der Jüdischen Welt

von Katrin Richer, Imanuel Marcus  04.04.2026

Michael Brenner

»Für die Nazis durfte es ›arische Juden‹ eigentlich nicht geben«

Der Historiker erforscht das Schicksal von Konvertiten in der NS-Zeit. Ein Gespräch über Menschen, die in keine Schublade passten

von Ayala Goldmann  04.04.2026