Berlin

Wechselvolle Geschichte

Filmszene aus »L‘Orchestre de Minuit« Foto: JMB / Stefano Berca 2014

Das Jüdische Museum Berlin lädt von Sonntag an zu einer Jüdisch-marokkanischen Filmwoche. Unter dem Motto »Mein Herz im Maghreb« werden bis zum 12. Mai zehn Spiel- und Dokumentarfilme gezeigt, in denen sich Regisseure aus Marokko, Europa, Israel und Nordamerika dem marokkanischen Judentum aus verschiedenen Blickwinkeln nähern. Sie stehen anschließend zu Filmgesprächen zur Verfügung. Die Beiträge sind zum großen Teil erstmals in Deutschland zu sehen, darunter der diesjährige Oscar-Kandidat Marokkos, Aida.

Eröffnet wird die Filmwoche am Sonntag mit einem Konzert der israelischen Sängerin Neta Elkayam. Sie gehört zu einer Generation von israelischen Kulturschaffenden, die sich auf die Suche nach den kulturellen Wurzeln ihrer Familien aus islamisch geprägten Ländern begeben.

schwerpunkt Die Filmwoche soll zugleich Auftakt für einen neuen Themenschwerpunkt des Jüdisch-Islamischen Forums des Museums zu Juden in islamisch geprägten Ländern sein. »Wir wollen zeigen, dass Judentum und Islam kein Gegensatzpaar bilden, sondern dass Juden und Muslime eine reichhaltige und wechselvolle Geschichte verbindet«, sagte die Leiterin der Akademieprogramme des Museums, Yasemin Shooman.

Marokko war einst Heimat der größten jüdischen Gemeinde in einem arabischen Land. Noch Mitte des 20. Jahrhunderts lebten dort mehr als 250.000 Juden, von denen jedoch zwischen den 50er- und 70er-Jahren die meisten das Land verließen. Heute leben noch etwa 2500 Juden in dem Königreich. Das 1998 eröffnete Jüdische Museum in Casablanca ist das einzige seiner Art in einem arabischen Land. epd

Mein Herz im Maghreb. Jüdisch-marokkanische Filmwoche,
8. bis 12. Mai 2016, W. M. Blumenthal Akademie und Jüdisches Museum Berlin, Lindenstr. 9-14

www.jmberlin.de

Entscheidung

Halberstädter Museum für jüdische Kultur wird weiter gefördert

Im Jahr 2001 wurde das Berend Lehmann Museum für jüdische Geschichte und Kultur in Halberstadt gegründet. Zum Museum gehören die frühere Mikwe sowie die Synagoge im ehemaligen rabbinischen Lehrhaus, der Klaus. Sie bekommen weiterhin eine Förderung.

 09.07.2026

Brüssel

Autorinnen canceln Auftritt wegen geplantem Konzert von Lahav Shani

Die Kontroverse um den Auftritt der Münchner Philharmoniker unter Leitung ihres israelischen Chefdirigenten hält an: Zwei Französinnen verkündeten nun, dass sie nicht wie geplant im Brüsseler Bozar auftreten wollen

 09.07.2026

Los Angeles

Chalamet und Villeneuve stellen »Dune: Teil 3«-Trailer vor

Der dritte Teil der Science-Fiction-Reihe kommt kurz nach Chanukka in die Kinos. Mit dem Regisseur stimmt der jüdische Hauptdarsteller jetzt mit einem düsteren Trailer auf das Werk ein

 09.07.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  09.07.2026

Speyer, Worms und Mainz

SchUM-Stätten feiern fünfjährigen »Welterbe-Geburtstag«

Vor fünf Jahren erhielten sie wegen ihrer wichtigen Bedeutung für das mittelalterliche Judentum den Welterbe-Titel. Nun feiern die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz die Aufnahme auf die Unesco-Welterbeliste mit einer Veranstaltung in Speyer

 09.07.2026

Berlin

Bücher als portatives Vaterland

»Altneuland« ist der erste säkulare hebräische Verlag in der Diaspora seit 1948. Ein Besuch in Neukölln

von Ayala Goldmann  09.07.2026

Sehen!

»In the Hand of Dante«

Die Handlung springt zwischen den Jahrhunderten hin und her. Trotzdem ist der Film mit Gal Gadot und Oscar Isaac ein gelungenes Werk

von Katrin Richter  09.07.2026

Zahl der Woche

1. Maccabiah-Goldmedaille

Fun Facts und Wissenswertes

 08.07.2026

Programm

Schostakowitsch, Punk und Nathan in der Schwebebahn: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 9. Juli bis zum 16. Juli

 08.07.2026