Lesen!

Vier Freunde müsst ihr sein

Eshkol Nevos WM-Roman

von Harald Loch  25.05.2010 07:10 Uhr

Der Debütroman des israelischen Autors. Foto: dtv

Eshkol Nevos WM-Roman

von Harald Loch  25.05.2010 07:10 Uhr

Vier Freunde in Israel sehen eine Fußball-WM nach der anderen. Bei der letzten haben sie ein eigenes Spiel gewagt: Jeder sollte drei Lebenswünsche aufschreiben, nur den ersten bekannt geben und die anderen beiden bis zur nächsten WM geheim halten. Eshkol Nevo lässt seine Leser in seinem international gefeierten Roman Wir haben noch das ganze Leben an den vier Jahren teilnehmen, die bis dahin vergehen. Die Wünsche platzen und werden wiederbelebt, die vier bleiben Freunde durch dick und dünn. Israel ist der dramatische Hintergrund und wirkt als dramaturgischer Kitt für diesen Roman, der Liebe und Tod, menschliche und berufliche Entwicklung, Enttäuschung und Glück auf literarisch anspruchsvolle Weise verdichtet. Der von Markus Lemke aus dem Hebräischen übersetzte deutsche Text bedient sich aus einer schönen Palette stilistischer Vielfalt. Den Leser erwarten gut gesetzte Dialoge, teils lakonische, teils eher elegante Ich-Erzählungen, nachdenkliche innere Monologe und eine Gleichzeitigkeit von Humor und Ernst, die erfolgreiche Literatur kennzeichnet.

Eshkol Nevo, 1971 in Jerusalem geboren, gehört zu den erfolgreichsten jungen Autoren Israels. Sein Debütroman Vier Häuser und eine Sehnsucht stand über eineinhalb Jahre auf der israelischen Bestsellerliste und wurde mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. Sein neuestes Werk ist eine gute Lektüre – nicht nur für die Zeit bis zum Anpfiff der nächsten WM am 11. Juni.

Eshkol Nevo: Wir haben noch das ganze Leben. dtv, München 2010, 436 S., 14,90 €

Ausstellung

Sieben Videos und 1700 Bücher

Das Museum Ludwig in Köln zeigt Arbeiten des israelischen Künstlers Boaz Kaizman und Bände aus der »Germania Judaica«

von Eugen El  16.10.2021

Geschichte

Blütezeit vor dem Inferno

Eine Konferenz blickte auf die jüdische Prägung Frankfurts von der Emanzipation bis 1933

von Eugen El  16.10.2021

Universität

Oxford startet Sprachkurs für zwölf alte jüdische Sprachen

Zu den Angeboten gehören neben Jiddisch und Ladino auch weniger bekannte Sprachen der aramäischen, arabischen und türkischen Sprachfamilien

 15.10.2021

Meinung

Was ist eigentlich bei den Öffentlich-Rechtlichen los?

Feyza-Yasmin Ayhan, Nemi El-Hassan, Malcolm Ohanwe: Der Umgang von ZDF, WDR und BR mit den Themen Israelhass und Antisemitismus ist ebenso skandalös wie besorgniserregend

von Gideon Böss  14.10.2021

Diskussion

Kippot und Klischees

Welches Bild von Juden zeichnen deutsche Medien? Dieser Frage widmete sich ein hochkarätig besetzter Thementag

von Eugen El, Katrin Richter  14.10.2021

Begegnungen

Auf Entdeckungsreise

In seinem neuen Buch zeichnet Gerhard Haase-Hindenberg ein jüdisches Panorama der Klage und Lebenslust

von Alexander Kudascheff  14.10.2021

»Endlich Tacheles«

Rebellion gegen den Schmerz

Der Dokumentarfilm macht unter anderem ein Computerspiel über die Schoa zum Thema

von Heide Soltau  14.10.2021

Interview

»Monk am Main«

Der Bestsellerautor Michel Bergmann über seinen neuen Frankfurt-Krimi und den Ermittler Rabbi Silberbaum

von Ayala Goldmann  14.10.2021

Porträt

Begnadeter Songschreiber

Mit »Simon & Garfunkel« war Paul Simon in den 60er-Jahren ein Superstar. Als Solokünstler ist der Amerikaner bis heute erfolgreich

von Alexander Lang  13.10.2021