Hannover

Verfemt und gehandelt

Neubau des Sprengel-Museums Foto: dpa

In einer neuen Ausstellung schildert das Sprengel-Museum in Hannover von Mittwoch an ein bislang unbekanntes Kapitel der Herkunftsforschung. Im Mittelpunkt steht dabei der Berliner Immobilienhändler und Kunstsammler Conrad Doebbeke (1889–1954), wie das Museum am Montag mitteilte. Von ihm gelangten 1949 mehr als 100 Kunstwerke in das Eigentum der Stadt Hannover. Bei sechs Bildern sei inzwischen nachgewiesen, dass sie jüdischen Vorbesitzern gehört haben.

Dabei handele es sich um Werke von Max Liebermann und Lovis Corinth, erläuterte die Kuratorin Annette Baumann. Die angekauften Werke sind heute normalerweise im Niedersächsischen Landesmuseum und im Sprengel-Museum zu sehen. Sie wurden für die neue Ausstellung zusammengeführt. Die Schau verfemt - gehandelt. Die Sammlung Doebbeke im Zwielicht: Von Kirchner bis Corinth läuft bis zum 17. November.

»entartete kunst« Die Bestände der Museen in Hannover waren nach Angaben des Sprengel-Museums durch die Aktion »Entartete Kunst« 1937 und die Wirkungen des Zweiten Weltkriegs nach 1945 dezimiert und geplündert worden.

Deshalb ergänzten die Häuser ihre Sammlungen nach dem Krieg durch Neuankäufe. Die Verhandlungen mit Doebbeke führte unter anderem das Landesmuseum. Anhand von rund 80 Werken beleuchtet die Ausstellung die Handelswege und vormaligen Eigentumsverhältnisse aus der Zeit des Nationalsozialismus und nach 1945. Fragen der Herkunft seien seinerzeit nicht nachdrücklich verfolgt worden, hieß es.  epd

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