Würdigung

Verdienstorden für Elisabeth und Rafael Seligman

Rafael und Elisabeth Seligman (hier 2007) werden am kommenden Freitag vom Bundespräsidenten geehrt. Foto: imago images/Eventpress

Würdigung

Verdienstorden für Elisabeth und Rafael Seligman

Das Ehepaar setzt sich seit langem dafür ein, jüdische Kultur sichtbarer zu machen

 29.04.2021 12:17 Uhr

Der Publizist Rafael Seligmann und seine Frau Elisabeth, die ebenfalls Autorin ist, werden mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Am Freitag kommender Woche will Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dem Ehepaar den Verdienstorden der Bundesrepublik aushändigen.

JAHRESTAG Die Ehrung am 7. Mai steht unter dem Motto »Gemeinsam den Frieden stärken«, wie das Bundespräsidialamt am Donnerstag in Berlin mitteilte. Bewusst wurde für die Feier die Nähe zum 8. Mai, dem Jahrestag des Kriegsendes 1945, gewählt. Die Geehrten hätten sich in herausragender Weise für die Erinnerungsarbeit engagiert, die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus gefördert, sich für ein tolerantes Miteinander in der Gesellschaft und für die Verständigung in Europa eingesetzt.

Auch Maren Schoening (Berlin), Mitinitiatorin des Deutsch-Ungarischen Jugendwerks, Sarah Hüttenberend (Wuppertal), Gründerin und Vorsitzende des Vereins Zweitzeugen, Michael Kupiec (Erfurt), ehemaliger Vorsitzender des Bundesjugendarbeitskreises, der sich in der Jugendarbeit engagiert, sowie Django Heinrich Reinhardt (Koblenz), der sich für Sinti und Roma sowie Menschen in Notsituationen einsetzt, wird Steinmeier das Bundesverdienstkreuz aushändigen.

Das Ehepaar Seligmann setzt sich seit Jahren unter anderem journalistisch und publizistisch dafür ein, jüdische Kultur als Teil deutscher Geschichte und gesellschaftlichen Lebens deutlich zu machen, hieß es zur Begründung der Auszeichnung. Ein herausragendes Beispiel sei dafür ist die von den beiden gegründete Zeitung »Jewish Voice from Germany«, die sie von 2012 bis 2019 herausgaben und mit der sie die englischsprachige Welt eingehend über das aktuelle jüdische Leben in Deutschland mit seinen vielen Facetten informierten.

BÜCHER Die Zeitung hatte einen solch großen Erfolg, dass nach kurzer Zeit parallel zur englischen auch eine deutsche Ausgabe erschienen sei, so das Bundespräsidialamt auf seiner Webseite. »Elisabeth und Rafael Seligmann haben damit enorm zum gegenseitigen Verständnis zwischen Deutschland und der großen internationalen jüdischen Gemeinschaft beigetragen – und nicht nur das: Sie fördern auch innerhalb unserer Gesellschaft das gegenseitige Verständnis füreinander«, hieß es dort weiter.

Rafael Seligmann wurde 1947 in Tel Aviv geboren. Im Alter von zehn Jahren kam er mit seiner Familie nach Deutschland. In München und Tel Aviv studierte er später Geschichte und promovierte 1982 über die israelische Sicherheitspolitik. Seit Ende der 70er-Jahre arbeitet er als freier Journalist, Redakteur und Kolumnist für zahlreiche Zeitungen und Magazine, darunter auch die »Jüdische Allgemeine«. Von 2004 bis 2009 war Seligmann Chefredakteur der englischsprachigen Monatszeitung »Atlantic Times«.

Darüber hinaus schrieb er zahlreiche Romane und Sachbücher, in denen er vor allem das deutsch-jüdische Verhältnis auf Korn nahm. Sein 1988 erschienener Erstlingsroman Rubinsteins Versteigerung polarisierte das Publikum. In Der Musterjude (1997) schilderte Seligmann, wie ein jüdischer Jeansverkäufer zum gefeierten Starjournalisten wird. 2006 erschien sein Buch Die Kohle-Saga über das Schicksal einer Einwandererfamilie aus Polen im Ruhrpott. 2017 brachte Seligman den Roman Deutsch Meschugge auf den Markt. Darin werden populistische Tendenzen in der deutschen Politik aufgespießt. mth

In eigener Sache

Die Jüdische Allgemeine erhält den »Tacheles-Preis«

WerteInitiative: Die Zeitung steht für Klartext, ordnet ein, widerspricht und ist eine Quelle der Inspiration und des Mutes für die jüdische Gemeinschaft

 07.01.2026 Aktualisiert

Programm

Kicken, Karneval, König Salomo: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 8. Januar bis zum 14. Januar

 07.01.2026

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  06.01.2026

Dresden

Neue Ausstellung zu jüdischer Exilgeschichte

Unter dem Titel »Transit - Bilder aus dem Exil« sind ab dem 9. Januar Werke der argentinischen Künstlerin Monica Laura Weiss zu sehen

 06.01.2026

Paris

Netflix kündigt weitere »Emily in Paris«-Staffel an

Vor wenigen Wochen erschien die fünfte Staffel der erfolgreichen Serie des jüdischen Regisseurs Darren Star. Nun kommt noch eine Fortsetzung

 06.01.2026

Geheimisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter  05.01.2026

Daniel Kahn

»Das Akkordeon war ein Schlüssel«

Der Musiker über seine Liebe zum Instrument des Jahres 2026

von Christine Schmitt  05.01.2026

Geschichtsforschung

Mörderische Mitmacher

Der Historiker Götz Aly geht in seinem neuen Buch der »zentralsten Frage aller deutschen Fragen« nach: »Wie konnte das geschehen?«

von Till Schmidt  04.01.2026

Aufgegabelt

Gesunder Januar-Saft

Rezepte und Leckeres

 04.01.2026