»Im Neuland«

Tage der Literatur

Etgar Keret Foto: Stephan Pramme

Lesen wir anders in Zeiten der Migration? Heute flüchten auf der ganzen Welt wieder so viele Menschen wie seit 1945 nicht mehr. Wie wirkt sich das auf die Literatur aus – auch auf die israelische? Dieser Frage gehen seit Mittwochabend die zehnten deutsch-israelischen Literaturtage nach.

Unter dem Motto »Im Neuland« will das Festival, das noch bis zum Sonntag stattfindet, Standpunkte israelischer Autoren zum Thema Migration beleuchten und in Diskussionen und Lesungen auf Erfahrungen von Schriftstellern aus Familien mit einer Fluchtbiografie eingehen.

Die deutsch-israelischen Literaturtage, die seit 2005 im Wechsel zwischen Tel Aviv und Berlin stattfinden und vom Goethe-Institut und der Heinrich-Böll-Stiftung veranstaltet werden, haben sich in diesem Jahr auf zeitgenössische Verfasser spezialisiert. So sollte das Festival bereits am Mittwoch mit einer Lesung des israelischen Autors Etgar Keret eröffnet werden.

programm Gemeinsam mit dem österreichischen Schriftsteller Daniel Kehlmann, der Kerets jüngstes Buch Die sieben guten Jahre ins Deutsche übersetzt hat, sollte er über die vergangenen sieben Jahre sprechen sowie über die Herausforderungen, die die Gegenwart mit sich bringt. Am Samstag diskutieren die Autoren Germaw Mengistu aus lsrael und Pierre Jarawan aus Deutschland über die Frage, was es heißt, seine Heimat verlassen zu müssen und in der Fremde ein neues, anderes Leben zu beginnen.

Der Sonntag steht dann ganz im Zeichen des Austauschs – von zehn bis 18 Uhr treffen sich Schriftsteller in der Heinrich-Böll-Stiftung in Mitte, lesen aus ihren Büchern oder sprechen zu Themen wie »Flüchtlinge«, »Persönliche Freiheiten in Zeiten des Terrors«, »Demokratie« oder über den israelisch-palästinensischen Konflikt.

Eingeladen dazu sind Autoren wie Nir Baram, der in seinen Reportagen über Gründe und fehlende Lösungsmöglichkeiten der Auseinandersetzung berichtet, Yishai Sarid, der sich mit dem Diktat der Ökonomie befasst, oder Dorit Rabinyan, die fragt: Wie und an welchem Ort können wir die Freiheit finden, die unseren Lebensentwürfen entspricht?

Weitere Informationen bei der Böll-Stiftung (www.boell.de/literaturtage) oder beim Goethe-Institut (www.goethe.de/literaturtage)

Stuttgart

Startschuss für die Jewrovision

Der jüdische Jugend-Musikwettbewerb hat begonnen. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt treten heute 13 Teams aus ganz Deutschland auf

von Joshua Schultheis  15.05.2026 Aktualisiert

Jewrovision 2026

Die Nervosität steigt …

Schon bald gehen die Scheinwerfer an und 600 jüdische Jugendliche aus ganz Deutschland werden ihre Showacts zum Besten geben

von Nicole Dreyfus  15.05.2026

Kino

»Palästina 36«

In ihrer Doku geht die palästinensische Regisseurin Annemarie Jacir fahrlässig mit einem historischen Thema um

von Ralf Balke  15.05.2026

Gesangswettbewerb

ESC: Ein bisschen Aufregung in Wien

In Wien sollen Kaffeehäuser Patenschaften für die Teilnehmerländer übernehmen, doch ausgerechnet für Israel fand sich keines bereit

von Martin Krauss  15.05.2026

Wien

ESC-Finale: Noam Bettan tritt als Dritter auf

Unter ESC-Beobachtern gilt ein früher Startplatz traditionell als möglicher Nachteil im Rennen um den Sieg

 15.05.2026

Musik

Jay Beckenstein wird 75

Der jüdische Saxofonist aus Buffalo, der seine Jugend in Westdeutschland verbrachte, gründete eine der wichtigsten Fusion-Bands und bietet sanfte Klänge

von Imanuel Marcus  14.05.2026

Berlin

TU eröffnet neues Kompetenzzentrum für Antisemitismusforschung

Nach umfassendem Umbau stünden künftig rund 55.000 Bücher und Zeitschriften sowie etwa 11.000 visuelle Antisemitika für Forschung und Lehre zur Verfügung

 14.05.2026

Zahl der Woche

13 Gruppen

Fun Facts und Wissenswertes

 14.05.2026

Eurovision Song Contest

Die Leichtigkeit der anderen

Der Schoa-Überlebende Walter Andreas Schwarz vertrat Deutschland 1956 beim ersten Grand Prix Eurovision in Lugano. Seine Biografie prallte auf ein Publikum, das die Vergangenheit hinter sich lassen wollte

von Claudio Minardi  14.05.2026