Trauer

»Seine Stimme wird uns fehlen«

Paul Spiegel und Ralph Giordano (r.) beim Leo-Baeck-Preis 2003 Foto: dpa

Mit Trauer und Bestürzung hat der Zentralrat der Juden in Deutschland die Nachricht vom Tode Ralph Giordanos aufgenommen. Zentralratspräsident Josef Schuster sagte: »Ralph Giordano sel. A. war ein großer Publizist und brillanter Analytiker. Seine Stimme wird uns in der jüdischen Gemeinschaft und darüber hinaus in der ganzen Gesellschaft fehlen. Ralph Giordano hat seine Meinung auch dann unmissverständlich formuliert, wenn es unbequem war. Seine Beiträge waren zugleich stets von einem hohen Maß von Menschlichkeit gekennzeichnet. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.«

Deutschland Trotz seiner furchtbaren Erlebnisse während der NS-Zeit hatte sich Ralph Giordano nach dem Krieg entschieden, in Deutschland zu bleiben. Er befasste sich kritisch mit den braunen Kontinuitäten in der Bundesrepublik und prägte den signifikanten Begriff der »zweiten Schuld«.

Zugleich versuchte er stets, Brücken zu schlagen und Gräben zuzuschütten. Seine Erfahrungen aus der Zeit der Verfolgung machten ihn zu einem unermüdlichen Mahner für Zivilcourage und Demokratie. Dieses Engagement würdigte der Zentralrat der Juden 2003 mit dem Leo-Baeck-Preis.

Amulette

Erfurter Ausstellung zeigt israelische Kunst

Die Galerie Waidspeicher zeigt Werke israelischer Künstlerinnen und 555 Hamsa-Amulette aus Jerusalem. Das Motiv der Hamsa in Form einer geöffneten Hand ist im Judentum, im Islam und im Christentum gebräuchlich

von Matthias Thüsing  10.03.2026

München

Ermittlungen zu Nazi-Parole gegen Fleischhauer eingestellt

Der Kolumnist bedient sich bei einem Podcast eines Slogans der Nationalsozialisten, um damit den AfD-Nachwuchs zu kritisieren. Deshalb wird gegen ihn ermittelt - jedoch nicht besonders lang

 10.03.2026

TV-Tipp

Die Puppe mit dem Hitlergruß: Das turbulente Leben der Unternehmerin Käthe Kruse

»Ich kauf‘ Euch keine Puppen - macht Euch selber welche!« Max Kruses junge Geliebte nahm diese brüske Absage wortwörtlich und wurde berühmt. Arte zeichnet die bewegte Biografie von Käthe Kruse nach

von Manfred Riepe  10.03.2026

New York

Ben Stiller: »Krieg ist kein Film«

Immer wieder nutzt die US-Regierung bekanntes Film- oder Musikmaterial für eigene Videoclips - wohl ohne zu fragen. Jetzt beschwert sich deswegen Schauspieler Ben Stiller

 10.03.2026

Comedy

Streichelzoo mit Fischen

Die Serie »JoJo & Simha: Exploring Berlin3000« erzählt auf Social Media von drei tollpatschigen jüdischen Handwerkern der Zukunft

von Pascal Beck  09.03.2026

Women’s Asian Cup

Trump fordert von Australien Asyl für iranische Fußballerinnen

Die Spielerinnen hatten sich vor dem Anstoß im Robina Stadium geweigert, die iranische Nationalhymne zu singen

 09.03.2026

Magdeburg

Auftakt für jüdische Kultur in Sachsen-Anhalt

Ministerpräsident Sven Schulze betonte als Schirmherr die Bedeutung der Kulturtage als klares Signal der Solidarität mit Jüdinnen und Juden in Sachsen-Anhalt

 09.03.2026

Sprache

»Wat willste?«

Die Autorin Lea Streisand hat ein Buch über den vielleicht schönsten Dialekt des Deutschen geschrieben, das Berlinerische. Ein Besuch zwischen »ick«, »icke« und »dufte«

von Katrin Richter  08.03.2026

Berlin/Los Angeles

Weimer lädt Chalamet in die Oper ein: »Kann mal daneben liegen«

Interessiert sich wirklich niemand mehr für Oper und Ballett? So findet es zumindest »Marty Supreme«-Star Timothée Chalamet. Wie der Kulturstaatsminister den Oscar-Anwärter umstimmen will

 08.03.2026