Rabbinerausbildung

»Sehr bedeutsamer Schritt«

Rabbiner Netanel Olhoeft, Oliver Günther, Josef Schuster, Dmitrij Belkin, Andreas Brämer und Anastassia Pletoukhina Foto: Gregor Matthias Zielke

Die Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und die in Potsdam ansässige Nathan Peter Levinson Stiftung, die sich für liberale (Reform) und konservative (Masorti) Rabbiner- bzw. Kantorenausbildung in Deutschland verantwortlich zeichnen, wollen künftig eng kooperieren. Bei der feierlichen Unterzeichnung einer entsprechenden Absichtserklärung im Senatssaal der Universität Potsdam am Mittwoch leistete neben Hochschulrektor Andreas Brämer und Stiftungsvorstand Dr. Dmitrij Belkin auch der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, seine Unterschrift. Der Zentralrat ist Träger der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und Stifter der Nathan Peter Levinson Stiftung.

Die Absichtserklärung der beiden Institutionen markiert nach Einschätzung des Zentralrats einen Meilenstein für den Aufbau eines deutschlandweiten jüdischen akademischen und rabbinischen Netzwerks. Die Kooperation soll Studienmöglichkeiten für Rabbinats-, Kantorats- und theologisch-pädagogisch Studierende erheblich erweitern und den wissenschaftlichen Austausch beider Institutionen bereichern. Die Kooperation wird damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland darstellen.

Anlässlich der Unterzeichnung sagte Josef Schuster: »Ein Anker jüdischer Bildung muss die Fähigkeit und der Wille zur Vernetzung sein. Die heute vereinbarte Kooperation von Hochschule für jüdische Studien und Levinson Stiftung ist ein sehr bedeutsamer Schritt. Durch gebündelte Kräfte statt Parallelstrukturen und durch Austausch auf Augenhöhe entsteht ein Vorbild der Zusammenarbeit zur Stärkung der jüdischen Gemeinschaft.«

Andreas Brämer, Rektor der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg, erklärte: »Diese Absichtserklärung ist ein Versprechen an die Zukunft: Wir vollziehen den Schulterschluss zwischen akademischer Forschung und theologisch ausgerichteter Rabbinerausbildung, geeint durch den Auftrag, das jüdische Leben in Deutschland von innen heraus zu stärken.«

Der Vorstand der Nathan Peter Levinson Stiftung Dmitrij Belkin betonte: »Diese Kooperation schlägt eine akademische und religiöse Brücke zwischen Potsdam und Heidelberg – keine Brücke, die selbstverständlich ist. Das stärkt den jeweiligen Standort und die jüdische Gemeinschaft. Und das zählt.«

Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam, an der die Levinson Stiftung mit ihren drei Seminaren als An-Institut integriert ist, begleitete die Veranstaltung als Hausherr ebenfalls. Er begrüßte er im Namen der Universität die Zusammenarbeit zwischen Levinson Stiftung und der Hochschule für Jüdische Studien als echte Bereicherung der jüdischen Bildung in Deutschland.

Den Abschluss des Abends bildeten ein Vortrag des Rabbiners Netanel Olhoeft, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Abraham J. Heschel Seminars für konservative (Masorti) Rabbinerausbildung, der die Anforderungen an das Rabbinat der Zukunft in Deutschland beleuchtete, sowie ein von Dr. Anastassia Pletoukhina moderiertes Gespräch zu den Perspektiven der weiteren Zusammenarbeit, an dem Brämer, Belkin und Schuster teilnahmen. ja

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