Leipzig

Ronya Othmann bekommt Erich-Loest-Preis 2025

»Die fehlende Empathie mit Opfern von Islamismus setzt sich auch beim 7. Oktober fort«: die Schriftstellerin Ronya Othmann (31) Foto: Uwe Steinert

Leipzig

Ronya Othmann bekommt Erich-Loest-Preis 2025

Verliehen wird die Auszeichnung der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig am 24. Februar 2025

 11.09.2024 13:40 Uhr

Die Schriftstellerin und Journalistin Ronya Othmann erhält den Leipziger Erich-Loest-Preis 2025. Die 31-Jährige sei eine junge literarische Stimme gegen das Vergessen eines Völkermords an der ethnisch-religiösen Minderheit der Jesiden im kurdischen Irak 2014, erklärte am Mittwoch als Veranstalterin die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig. Othmann setze sich unerschrocken und beharrlich gegen Verschweigen, Beschwichtigen und Schuldumkehr ein.

Der Erich-Loest-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Verliehen wird die Auszeichnung der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig am 24. Februar 2025. Der Preis erinnert an den Leipziger Schriftsteller und Ehrenbürger Erich Loest (1926-2013).

Othmann schreibe aus der eigenen Biografie heraus. Mit ihrem Roman »Vierundsiebzig« habe sie dem Völkermord an den Jesiden ein großes literarisches Denkmal gesetzt. Das 2024 erschienene Buch sei zugleich »eine sehr persönliche Suche nach Herkunft und kultureller Identität ist, die wiederum zentrale Fragen unserer Gegenwart berührt«, hieß es.

Die Autorin ist Tochter eines kurdisch-jesidischen Vaters. In ihrer Kindheit und Jugend reiste sie häufig zu dessen Familie in ein jesidisches Dorf im Norden Syriens, das es später nicht mehr gab.

Lesen Sie auch

Othmann sei »in jedem Moment eine hochpolitische Autorin, die unermüdlich die Spuren historischer Gewalt aufsucht«. Geboren wurde sie 1993 in München. Sie studierte unter anderem am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig.

Der Erich-Loest-Preis wird alle zwei Jahre vergeben, 2025 zum fünften Mal. epd 

TV-Tipp

»Phoenix« - herausragender Film über eine Holocaust-Überlebende

Christian Petzolds grandiose Parabel auf Deutschland im »Jahre Null«

von Felicitas Kleiner  07.10.2026

Programm

Musikalische Crossovers, Kontroverse, Krimi und Krav Maga: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 8. Oktober bis zum 14. Oktober

 07.10.2026

Deutscher Buchpreis

Hermeskeil ist stolz auf Shida Bazyar

Die Auszeichnung würdigt den Roman einer Autorin aus dem Hunsrück. Das gibt der Stadt neuen Anlass, sich mit den verdrängten Kapiteln seiner Geschichte auseinanderzusetzen.

von Ira Schaible, Sandra Trauner  07.10.2026

TV-Tipp

Zwischen Terror und Trauma

Eine Reportage von Jan Philipp Burgard auf WELT TV zeigt Israel und seine Menschen drei Jahre nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023

von Detlef David Kauschke  07.10.2026

Im Kino

Mutiges Biopic über Österreichs Ex-Kanzler: »Bruno – Der junge Kreisky«

Harald Sicheritz hat ein Biopic gedreht, das die politischen Kämpfe zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten, zwischen der Linken an sich und den Nationalsozialisten in den 1930er Jahren differenziert darstellt

von Sascha Westphal  06.10.2026

Literatur

Neues Jugendbuch von Holly-Jane Rahlens: Ein eher unbekanntes Kapitel deutsch-jüdischer Geschichte

Displaced Persons Camps der Nachkriegszeit: Sie stehen im Zentrum eines neuen Buches von Holly-Jane Rahlens. »Frostblüten« heißt und erzählt von der Freundschaft der jüdisch-polnischen Estera und der Berlinerin Lotte

von Nina Schmedding  06.10.2026

Aufruf

Buchpreis-Trägerin Shida Bazyar warnt vor AfD

Shida Bazyar ist mit dem diesjährigen Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden. In einem Vorab-Interview äußerte sie sich auch politisch

von Anita Hirschbeck  06.10.2026

Literatur

Shida Bazyar für ihren Roman »Die Lücken« mit Deutschen Buchpreis ausgezeichnet

Der Preis wurde am Montagabend im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse vergeben

 05.10.2026 Aktualisiert

Glosse

Der Rest der Welt

Einmal Gastro, immer Gastro

von Margalit Edelstein  05.10.2026