Flüchtlingskrise

»Reverse-Mengele«

Katja Riemann fordert von den EU-Ländern mehr Aufnahmebereitschaft für Flüchtlinge, die in den Lagern in Griechenland gestrandet sind. Foto: imago images/Future Image

Die Schauspielerin Katja Riemann hat in der ARD-Talk-Sendung »Maischberger« indirekt ein Aufnahmelager für Geflüchtete in Griechenland mit dem Todeslager Auschwitz-Birkenau verglichen. Als sie über die schwierigen sanitären Umstände im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos sprach, ließ Riemann den Satz fallen: »Wer [dort] raus darf, entscheiden nämlich die Ärzte ohne Grenzen. Das ist ja auch eine schwierige Sache, zu entscheiden, wer darf gehen und wer nicht, weißte, wie so ein Reverse-Mengele irgendwie, Entschuldigung …« Sowohl Riemann als auch Moderatorin Sandra Maischberger lachten daraufhin laut.

MENGELE Mit ihrer Bemerkung bezog Riemann sich auf SS-Mann Josef Mengele, der während des Zweiten Weltkriegs als »Todesengel von Auschwitz« im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau an der Selektionsrampe stand und entschied, wer »arbeitsfähig« war und wer sofort in die Gaskammern geschickt wurde. Mengele führte außerdem grausame Experimente an KZ-Insassen durch. Nach dem Krieg flüchtete er nach Südamerika und starb 1979 in Brasilien.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die 56-jährige Riemann ist eine der bekanntesten deutschen Schauspielerinnen. Ehrenamtlich engagiert sie sich unter anderem für Geflüchtete. Zusammen mit ihren Kollegen Lea van Acken, Iris Berben, Florence Kasumba und Bjarne Mädel hat sie für ein Video des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR ein Gedicht vertont, in dem es um Menschen auf der Flucht geht.

MORIA Das überfüllte Flüchtlingsaufnahmelager Moria ist das größte in Griechenland. Nicht erst seit Beginn der Corona-Krise herrschen dort zum Teil katastrophale Zustände. Mit ihrer Bemerkung spielte Riemann darauf an, dass Geflüchtete mangels Aufnahmebereitschaft vieler EU-Länder gezwungen sind, eine lange Zeit in überfüllten Lagern zu verbringen. Sie forderte mehr Großherzigkeit. »Ich finde, dass die Europäische Union das leisten kann, das leisten sollte und das auch leisten muss«, so Riemann.

Wenn die Regierungen es aber nicht auf die Reihe bekämen, müssten Private Geld sammeln und Nichtregierungsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen entscheiden, wer dringend raus müsse aus den Lagern, sagte die Schauspielerin. ja

Giora Feidman

Ton der Seele

Der Klarinettist feierte seinen 90. Geburtstag in der Berliner Philharmonie – eine Doku auf ARTE würdigt sein Lebenswerk

von Maria Ossowski  27.03.2026

TV-Tipp

Arte-Doku über die Komponistin Meredith Monk

Arte zeigt einen Dokumentarfilm über die 1942 geborene New Yorker Komponistin, Choreografin und Regisseurin Meredith Monk. Mit ihren stilisiert naiven Bühnen- und Klangwelten hat sie ein besonderes Werk geschaffen

von Michael Kienzl  27.03.2026

Glosse

Der Rest der Welt

»Sowohlalsauch« oder Wenn das Lieblingscafé schließt

von Katrin Richter  27.03.2026

Schloßbergmuseum

Chemnitz zeigt Fotoausstellung über Mikwen

Ein Fotograf hat die Atmosphäre dieser meist unterirdisch gelegenen jüdischen Orte eingefangen

 26.03.2026

Charles Lewinsky

Melnitz, eine männliche Scheherazade

Der Schweizer Autor legt seinen Protagonisten auf die Couch und lässt ihn das 20. Jahrhundert erzählen

von Ellen Presser  26.03.2026

Dana von Suffrin

Wutgeburt

»Toxibaby« erzählt von einer toxischen deutsch-jüdischen Beziehung

von Katrin Diehl  26.03.2026

Shelly Kupferberg

Die Geschichte von Martha E. aus Schöneberg

In ihrem ersten Roman erzählt die Berliner Autorin von einer Nichtjüdin, die in der NS-Zeit zur stillen Heldin wurde

von Tobias Kühn  26.03.2026

Interview

»Man muss uns nicht gernhaben, aber man soll uns leben lassen«

Die Schoa-Überlebende Eva Erben und der TV-Moderator Günther Jauch sind seit Langem befreundet. Unser Reporter Michael Thaidigsmann hat Erben in Israel besucht und mit beiden gesprochen

von Michael Thaidigsmann  26.03.2026

Programm

Ferienprogramm, Retrospektive und ein Rache-Musical: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 26. März bis zum 2. April

 25.03.2026