Ausstellung

Reich und Fremd

Einen passenderen Ausstellungsort kann man sich kaum vorstellen: Im ehemaligen Rothschild-Palais präsentiert das Jüdische Museum Frankfurt/Main seit Donnerstag seine neue Schau Juden. Geld. Eine Vorstellung. Mit mehr als 200 Exponaten aus sieben Jahrhunderten, vom 13. Jahrhundert bis heute, begibt die Ausstellung sich bis zum 6. Oktober auf Spurensuche nach einem der verbreitetsten und hartnäckigsten Klischees, dem »reichen Juden«. Dabei werden mittelalterliche Geldverleiher, feudale Hofjuden, frühe Bankiers und Theoretiker des Kapitalismus vorgestellt.

Rothschild Doch es geht nicht bloß um deutsch-jüdische Wirtschafts- und Finanzgeschichte, für die Namen wie Rothschild oder Joseph Süß Oppenheimer stehen. Mindestens ebenso wichtig ist – wie der Ausstellungstitel Juden. Geld. Eine Vorstellung es deutlich macht – die mentalitäts- und kulturhistorische Dimension des Themas.

Denn das Wort »Vorstellung« hat einen Doppelsinn: einmal als kollektive Imagination über den Reiz des Geldes, verbunden mit der doppelbödigen Faszination des Juden als Fremden; zum anderen als dramatische Aufarbeitung auf der Bühne, am bekanntesten in der Figur des Shylock in Shakespeares Kaufmann von Venedig. ja

www.juedischesmuseum.de

Eine ausführliche Besprechung können Sie in unserer nächsten Ausgabe am 3. Mai lesen.

Giora Feidman

Ton der Seele

Der Klarinettist feierte seinen 90. Geburtstag in der Berliner Philharmonie – eine Doku auf ARTE würdigt sein Lebenswerk

von Maria Ossowski  27.03.2026

TV-Tipp

Arte-Doku über die Komponistin Meredith Monk

Arte zeigt einen Dokumentarfilm über die 1942 geborene New Yorker Komponistin, Choreografin und Regisseurin Meredith Monk. Mit ihren stilisiert naiven Bühnen- und Klangwelten hat sie ein besonderes Werk geschaffen

von Michael Kienzl  27.03.2026

Glosse

Der Rest der Welt

»Sowohlalsauch« oder Wenn das Lieblingscafé schließt

von Katrin Richter  27.03.2026

Schloßbergmuseum

Chemnitz zeigt Fotoausstellung über Mikwen

Ein Fotograf hat die Atmosphäre dieser meist unterirdisch gelegenen jüdischen Orte eingefangen

 26.03.2026

Charles Lewinsky

Melnitz, eine männliche Scheherazade

Der Schweizer Autor legt seinen Protagonisten auf die Couch und lässt ihn das 20. Jahrhundert erzählen

von Ellen Presser  26.03.2026

Dana von Suffrin

Wutgeburt

»Toxibaby« erzählt von einer toxischen deutsch-jüdischen Beziehung

von Katrin Diehl  26.03.2026

Shelly Kupferberg

Die Geschichte von Martha E. aus Schöneberg

In ihrem ersten Roman erzählt die Berliner Autorin von einer Nichtjüdin, die in der NS-Zeit zur stillen Heldin wurde

von Tobias Kühn  26.03.2026

Interview

»Man muss uns nicht gernhaben, aber man soll uns leben lassen«

Die Schoa-Überlebende Eva Erben und der TV-Moderator Günther Jauch sind seit Langem befreundet. Unser Reporter Michael Thaidigsmann hat Erben in Israel besucht und mit beiden gesprochen

von Michael Thaidigsmann  26.03.2026

Programm

Ferienprogramm, Retrospektive und ein Rache-Musical: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 26. März bis zum 2. April

 25.03.2026