Ausstellung

Reich und Fremd

Einen passenderen Ausstellungsort kann man sich kaum vorstellen: Im ehemaligen Rothschild-Palais präsentiert das Jüdische Museum Frankfurt/Main seit Donnerstag seine neue Schau Juden. Geld. Eine Vorstellung. Mit mehr als 200 Exponaten aus sieben Jahrhunderten, vom 13. Jahrhundert bis heute, begibt die Ausstellung sich bis zum 6. Oktober auf Spurensuche nach einem der verbreitetsten und hartnäckigsten Klischees, dem »reichen Juden«. Dabei werden mittelalterliche Geldverleiher, feudale Hofjuden, frühe Bankiers und Theoretiker des Kapitalismus vorgestellt.

Rothschild Doch es geht nicht bloß um deutsch-jüdische Wirtschafts- und Finanzgeschichte, für die Namen wie Rothschild oder Joseph Süß Oppenheimer stehen. Mindestens ebenso wichtig ist – wie der Ausstellungstitel Juden. Geld. Eine Vorstellung es deutlich macht – die mentalitäts- und kulturhistorische Dimension des Themas.

Denn das Wort »Vorstellung« hat einen Doppelsinn: einmal als kollektive Imagination über den Reiz des Geldes, verbunden mit der doppelbödigen Faszination des Juden als Fremden; zum anderen als dramatische Aufarbeitung auf der Bühne, am bekanntesten in der Figur des Shylock in Shakespeares Kaufmann von Venedig. ja

www.juedischesmuseum.de

Eine ausführliche Besprechung können Sie in unserer nächsten Ausgabe am 3. Mai lesen.

Eröffnung

Museum Zwangsarbeit zeigt Ausstellung zu »unerwünschten Kindern«

Beziehungen zwischen Deutschen und Zwangsarbeitern im NS-Regime waren verboten. Trotzdem gab es diese Kontakte ebenso wie Kinder aus diesen Beziehungen. Eine Ausstellung in Weimar widmet sich den Geschichten der betroffenen Eltern und Kindern

 30.10.2026

New York

Nach Paul Simon wird auch Art Garfunkel 85

Mit Songs wie »The Sound of Silence« wurden Simon & Garfunkel weltberühmt – aber auch die Streits der beiden Schulfreunde aus New York sind legendär. Jetzt steht der nächste große Geburtstag an

von Christina Horsten  30.10.2026

Literatur

»Empfänger unbekannt«: Wenn ein Freund zum Feind wird

Die judenfeindlichen Novemberpogrome von 1938 jähren sich zum 88. Mal. Anlass, die Geschichte »Empfänger unbekannt« aus demselben Jahr zur Hand zu nehmen. Darin schlägt ein Jude zurück, mit überraschenden Mitteln

von Leticia Witte  30.10.2026

München

Julia Klöckner: Verteidigung jüdischen Lebens Aufgabe für alle

Jüdische Kultur ist in Deutschland tief verwurzelt. Zum 40. Mal wollen die Kulturtage diesen Reichtum würdigen. Für die Bundestagspräsidentin ein Anlass zu Mahnung und Hoffnung

 30.10.2026

Frankfurt

Eine Akademie für Deutschland

Am Montag wird die Jüdische Akademie feierlich eröffnet. Sie soll innerjüdische Debatten fördern und jüdische Perspektiven stärker in die Gesellschaft einbringen

von Josef Schuster  30.10.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Bettina Piper, Imanuel Marcus  29.10.2026

Auszeichnung

Shimon-Peres-Preis für deutsch-israelische Projekte

Für einen Dialog in Krisenzeiten werden jetzt zwei deutsch-israelische Projekte ausgezeichnet. Der Preis erinnert an den Friedensnobelpreisträger und israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres

 29.10.2026

Kulturkolumne

Tikkun Olam am Abend

Das Geheimnis der Waldschnepfe

von Sophie Albers Ben Chamo  29.10.2026

Tel Aviv

Gal Gadot will mit ihrer Familie nach Israel zurückkehren

Die Hintergründe

 29.10.2026