Aufruf

Rapper Danger Dan: Man darf sich von Angst nicht lähmen lassen

Danger Dan Foto: picture alliance / Bonn.digital

Der Song »Keine Angst« von Danger Dan und Igor Levit hat im Sommer eine große Debatte über Kunstfreiheit und Gewaltaufrufe ausgelöst. Dies habe er gut empfunden, sagte der 43 Jahre alte Rap-Musiker Danger Dan der »Augsburger Allgemeinen«. Die Diskussion sei aber an mancher Stelle am Thema vorbeigeführt worden. »Viel interessanter wäre die Frage gewesen, wie wir mit dem Rechtsruck und der damit einhergehenden rechten Gewalt umgehen.«

Auf die Frage, ob der Musiker selbst auch Angst habe hinsichtlich seiner körperlichen Unversehrtheit, antwortete er: »Absolut. Aber das ist für mich keine neue Situation, ich kenne das seit Langem.« Wichtig sei aber, dass er sich aus einer ziemlich privilegierten Ausgangsposition in diese Lage gebracht habe. Weiter fügte er hinzu: »Angst zu haben heißt nicht, sich davon lähmen zu lassen. Wer vor lauter Angst nichts tut, den hat die Angst besiegt.«

Inspiration fürs Publikum

Das Lied scheine sein Publikum tatsächlich zum Widerstand gegen Nazis inspiriert zu haben, erzählte der Künstler. So hätten ihm bei einem Konzert Leute einen Aufkleber mit den Worten »Keine Angst« zugesteckt, auf dem zudem die Adresse einer Internetseite angegeben worden sei, um Neonazi-Umtriebe zu melden.

Rapper Danger Dan und Pianist Igor Levit sollten ursprünglich in der Jubiläumsfolge der Satire-Sendung »Die Anstalt« im ZDF auftreten. Gegen den Willen der Redaktion hatte die ZDF-Geschäftsleitung um Intendant Norbert Himmler den Auftritt aber kurzfristig verboten, weil der Sender der Ansicht war, dass das Lied als »Aufruf zu Gewalt« verstanden werden könnte.

Zu einem persönlichen Gespräch des Rap-Musikers mit Himmler sei es nicht gekommen, so Danger Dan: »Er hat sich irgendwann öffentlich geäußert und gesagt, der eigentliche Fehler sei gewesen, mich überhaupt erst einzuladen. Das war aus meiner Sicht keine besonders vielversprechende Gesprächsgrundlage.«

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