Debatte

Rafael Seligmann: Juden nicht wie »Exoten« behandeln

Rafael Seligmann Foto: imago images/VISTAPRESS

Debatte

Rafael Seligmann: Juden nicht wie »Exoten« behandeln

Mehr Normalität im Umgang miteinander - das wünscht sich Autor Rafael Seligmann für Juden und Nichtjuden in Deutschland. Mit Blick auf den Gaza-Krieg mahnt er, auch diplomatisch weiter nach einer Lösung zu suchen

 18.09.2025 11:25 Uhr

Der deutsche jüdische Schriftsteller Rafael Seligmann fordert mehr Normalität im Umgang zwischen nichtjüdischen und jüdischen Deutschen. Juden in Deutschland sollten nicht wie »Exoten« oder »eine schützenswerte Spezies« behandelt werden, erklärte Seligmann am Mittwochabend bei der Präsentation seines neuen Buches im jüdischen Gemeindezentrum in München. Historisch betrachtet seien sie schließlich einer der ältesten deutschen Stämme.

Verärgert zeigte sich Seligmann darüber, dass er als Journalist immer wieder gebeten werde, eine Kolumne über »jüdische Themen« zu verfassen, obwohl es ihm - wie jedem anderen deutschen Autor - zustehe, über beliebige Themen zu schreiben. Auch habe ihn die ehemalige Bundeskanzlerin, Angela Merkel, bei einem Interview einmal gebeten, seine »jüdischen Fragen« zu stellen.

»Alibi für neuen Antisemitismus«

Mit Blick auf den Krieg zwischen Israel und Palästina warnte Seligmann davor, allein auf Waffengewalt zu setzen. Es wäre Seligmann zufolge »unverzeihlich dumm«, nicht auch auf politischem und diplomatischem Weg nach einer Lösung des Konflikts zu suchen. »Wenn Israel, wo die Mehrheit der Juden lebt, weiter grausam Krieg führt, kann dies vielen als Alibi für einen neuen Antisemitismus dienen«, mahnte der Autor.

Rafael Seligmann wurde 1947 in Tel Aviv geboren und zog 1957 mit seinen Eltern nach Westdeutschland. Er lebt heute als freier Autor, Journalist und Publizist in Berlin. In seinen Romanen und Sachbüchern schreibt Seligmann meist provokant über das deutsch-jüdische Verhältnis. Sein neuestes Buch »Keine Schonzeit für Juden - Die Antwort eines Betroffenen« reflektiert seine subjektiven Erfahrungen als Jude mit dem Antisemitismus. kna

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Cannes

Hüller als Erika Mann, Eidinger als Gestapo-Chef

Das Programm der Filmfestspiele ist vom Zweiten Weltkrieg geprägt. Ein Beitrag außerhalb des Wettbewerbs sorgte für Überraschungen

von Patrick Heidmann  21.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026

Aufgegabelt

Schawuot: Käse-Bourekas

Rezepte und Leckeres

 21.05.2026

Berlin

Daniel-Ryan Spaulding: Pro-israelischer Comedian aus Kanada in Deutschland

»Wenn wir Freiheit, Demokratie und säkulare Werte verteidigen wollen, dann sollten wir alle an der Seite Israels stehen«, sagt der Künstler, der auch zum Aktivisten wurde

von Imanuel Marcus  21.05.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Bettina Piper, Imanuel Marcus  21.05.2026

Würdigung

»Wo andere laut schweigen, lässt sie sich nicht unterkriegen«

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland würdigt in seiner Laudatio auf die Jüdische Allgemeine die Verdienste der Redaktion - und ihren Mut

von Abraham Lehrer  21.05.2026

Leipzig

Ausstellung zu jüdischem Leben und Bach

Johann Sebastian Bach hat sehr wahrscheinlich keine persönlichen Kontakte zu Jüdinnen und Juden gepflegt. Doch seine Werke wurden schon im 18. Jahrhundert von der jüdischen Community aufgeführt und verbreitet

von Katharina Rögner  20.05.2026

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 21. Mai bis zum 3. Juni

 20.05.2026