Literatur

Rachel Salamander erhält den Heinrich-Heine-Preis

Masal Tow, Rachel Salamander Foto: dpa

Die Literaturwissenschaftlerin Rachel Salamander erhält den Düsseldorfer Heinrich-Heine-Preis. Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) werde die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung im Düsseldorfer Schauspielhaus überreichen, teilte die Stadt Düsseldorf am Freitag mit.

Die Laudatio auf die Preisträgerin hält Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Die ursprünglich für den 13. Dezember 2020, Heines Geburtstag, geplante Preisverleihung war wegen der Corona-Pandemie verschoben worden.

Kraft Mit Salamander ehre die Landeshauptstadt »eine engagierte und herausragende Persönlichkeit, die durch die Kraft der Literatur Menschen verschiedener Kulturen zusammenführt und ins Gespräch bringt«, erklärte Keller. Die Publizistin habe mit ihrem Schaffen maßgeblich dazu beigetragen, »jüdische Literatur in Deutschland
wieder sichtbar zu machen.«

Der Dichter Heinrich Heine (1797-1856), nach dem der Literaturpreis benannt ist, sei für sie »einer der Götter im Literaturhimmel«, sagte Salamander am Freitag bei einem Besuch im Heinrich-Heine-Institut in Düsseldorf. Darüber hinaus sei er »prototypisch für die moderne jüdische Existenz«.

Rachel Salamander wurde 1949 in einem Camp für Überlebende des Holocausts in Deggendorf geboren. Sie studierte in München Germanistik, Philosophie und Romanistik und beschäftigte sich intensiv mit deutsch-jüdische Literatur und Geschichte. 1982 eröffnete sie in München eine Fachbuchhandlung für Literatur zum Judentum, mittlerweile gibt es Filialen ihrer »Literaturhandlung« in
acht deutschen Städten.

Suhrkamp Salamander war unter anderem Herausgeberin der »Welt«-Literaturbeilage »Literarische Welt« und arbeitete für die »Frankfurter Allgemeine Zeitung«. Seit 2015 ist sie Aufsichtsratsmitglied im Suhrkamp Verlag. Für ihr Schaffen wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem erhielt sie 2009 das Bundesverdienstkreuz.

Der Heine-Preis zählt zu den bedeutendsten Literaturpreisen in Deutschland und wird seit 1972 verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Carl Zuckmayer, Sebastian Haffner, Walter Jens, Max Frisch, Richard von Weizsäcker, Wolf Biermann, Hans Magnus Enzensberger, Elfriede Jelinek, Amos Oz und Jürgen Habermas. epd/ja

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