Amsterdam

Premiere für »Anne«

Den Text für »Anne« erarbeitete das Schriftstellerpaar Leon de Winter und Jessica Durlacher: Szenenbild aus der Amsterdamer Inszenierung Foto: Kurt van der Elst

In Amsterdam feierte am Donnerstagabend – dem Jahrestag der deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945 – das Theaterstück Anne seine mit Spannung erwartete Weltpremiere. Als Ehrengäste waren König Willem Alexander und Buddy Elias, ein Neffe von Anne Frank, im Publikum. Zum ersten Mal bildete das ungekürzte Tagebuch die Grundlage für ein Theaterstück über das Leben des jungen jüdischen Mädchens. Den Text erarbeitete das Schriftstellerpaar Leon de Winter und Jessica Durlacher.

Während sich auf Twitter vor allem ein Selfie von Kabarettier Freek de Jonge mit König Willem Alexander verbreitete, setzten historische Filmaufnahmen des königlichen Palastes in Amsterdam unter der deutschen Besatzung den Ton für die Premiere von Anne.

Kulisse Noch bevor die Schauspieler die riesige halbrunde Bühne um den Zuschauerraum herum betraten, zeigten die Bilder eine lebendige Stadt, in der sich der verordnete Antisemitismus langsam ausbreitet, mit Schildern zum Judenviertel und schließlich Verhaftungen und Transporten: Kulisse für das Tagebuch der Anne Frank. Die Aufzeichnungen des Mädchens, das sich mit ihrer Familie zwei Jahre in Amsterdam versteckt hielt, verraten wurde und kurz vor Kriegsende in Bergen-Belsen starb, gehören zu den bekanntesten Zeugnissen der Judenverfolgung in der NS-Zeit.

Nicht kleckern, sondern klotzen wollte man für die Aufführung in Amsterdam. Für das Stück wurde ein eigenes Theater im alten Holzhafen der Stadt gebaut. Theatergäste können sich per Boot zum Theater bringen lassen und Dinner- und Pausenarrangements im hauseigenen Restaurant mit Blick über den Hafen buchen – auch Champagner.

Kritik Daran hatte es im Vorfeld Kritik gegeben. Zu frivol für so einen ernsten Stoff, fand unter anderem der Direktor des Anne Frank Hauses in Amsterdam. Unsinn, sagt dagegen der Anne Frank Fonds in Basel, der das Stück in Auftrag gab: Man wolle, dass das Tagebuch weiterhin verbreitet würde. Dafür müsse man eben mit den Besten der Branche zusammenarbeiten.

Lesen Sie mehr in der kommenden Printausgabe der Jüdischen Allgemeinen.

In eigener Sache

Die Jüdische Allgemeine erhält den »Tacheles-Preis«

WerteInitiative: Die Zeitung steht für Klartext, ordnet ein, widerspricht und ist eine Quelle der Inspiration und des Mutes für die jüdische Gemeinschaft

 07.01.2026 Aktualisiert

Programm

Kicken, Karneval, König Salomo: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 8. Januar bis zum 14. Januar

 07.01.2026

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  06.01.2026

Dresden

Neue Ausstellung zu jüdischer Exilgeschichte

Unter dem Titel »Transit - Bilder aus dem Exil« sind ab dem 9. Januar Werke der argentinischen Künstlerin Monica Laura Weiss zu sehen

 06.01.2026

Paris

Netflix kündigt weitere »Emily in Paris«-Staffel an

Vor wenigen Wochen erschien die fünfte Staffel der erfolgreichen Serie des jüdischen Regisseurs Darren Star. Nun kommt noch eine Fortsetzung

 06.01.2026

Geheimisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter  05.01.2026

Daniel Kahn

»Das Akkordeon war ein Schlüssel«

Der Musiker über seine Liebe zum Instrument des Jahres 2026

von Christine Schmitt  05.01.2026

Geschichtsforschung

Mörderische Mitmacher

Der Historiker Götz Aly geht in seinem neuen Buch der »zentralsten Frage aller deutschen Fragen« nach: »Wie konnte das geschehen?«

von Till Schmidt  04.01.2026

Aufgegabelt

Gesunder Januar-Saft

Rezepte und Leckeres

 04.01.2026