Baltimore

Pianist Leon Fleisher gestorben

Der Musiker wurde 92 Jahre alt – berühmt war er für seine einhändige Spielweise

 03.08.2020 15:06 Uhr

Leon Fleisher Foto: Imago

Der Musiker wurde 92 Jahre alt – berühmt war er für seine einhändige Spielweise

 03.08.2020 15:06 Uhr

Er zählte wegen einer Erkrankung in der rechten Hand zu den berühmtesten Klavierspielern für einhändige Stücke: Der Pianist und Dirigent Leon Fleisher ist im Alter von 92 Jahren am Sonntag in Baltimore gestorben.

Melodie Sein Sohn Julian bestätigte der »New York Times« den Tod und schrieb in der Nacht zum Montag auf Twitter: »Mein Vater ist heute gestorben. Er war ein Mönch, der sich in der Kirche der Musik verschanzt hat. Er war auch ein netter Kerl. Ein guter Freund, der über all meine Witze gelacht hat. Ich werde ihn vermissen, aber die Melodie klingt weiter.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Fleisher wurde 1928 in San Francisco geboren und lernte unter anderem bei Artur Schnabel. Bekannt wurde er in den 1950er-Jahren mit Brahms- und Beethoven-Konzerten, zusammen mit dem Cleveland Orchestra. Mitte der 1960er-Jahre sorgte eine Nervenkrankheit in der rechten Hand dafür, dass er mit ihr nicht mehr spielen konnte.

Weltruhm Danach arbeitete Fleisher als Dirigent und Lehrer, und er stieg einhändig zu Weltruhm auf, unter anderem mit Werken von Ravel, Prokofiev und Paul Wittgenstein, der im Ersten Weltkrieg seinen rechten Arm verloren hatte. Nach vielen Therapieversuchen gelang es ihm von 1995 an, mit Hilfe von Massagen und Botox-Injektionen, wieder beidhändig zu spielen.

Im Jahr 2010 hatte er in einer Biografie erklärt, dass ihm die Krankheit eine vielfältigere Musikkarriere beschert habe, als wenn er ein konventioneller Pianist geblieben wäre.

Drei Jahre zuvor hatte er der »International Herald Tribune« in einem Interview gesagt: »Es gibt da draußen Kräfte. Und wenn man denen gegenüber offen bleibt, mit ihnen mitgeht, dann gibt es wundersame Überraschungen.« dpa

Medien

Faktencheck: Warum die Vorwürfe gegen einen »Welt«-Reporter absurd sind

Einem Israel-Korrespondenten wird vorgeworfen, er sei in Wirklichkeit in Deutschland gewesen

 01.03.2024

Halle

Kunstmuseum gibt Zeichnung aus Liebermann-Besitz zurück

Erben signalisieren, einen Weg zu suchen, wie die Zeichnung dauerhaft in der Sammlung des Kunstmuseums verbleiben könne

 01.03.2024

Hamburg/Kassel

Kulturstaatsministerin Roth: documenta soll wie geplant 2027 stattfinden

Nach den Antisemitismus-Skandalen ist die Schau ohne Leitung. Claudia Roth ist dennoch zuversichtlich

 01.03.2024

Baden-Württemberg

Hans-Thoma-Preis umbenannt

»Thoma äußerte sich antisemitisch«, so das Kunstministerium

 29.02.2024

Kino

Blumenparadies Auschwitz

Jonathan Glazer inszeniert das Familienleben von Lagerleiter Rudolf Höß als gutbürgerliche Idylle. Oscar-Kandidatin Sandra Hüller spielt die narzisstische Ehefrau

von Jens Balkenborg  29.02.2024

Bildungsabteilung

Gebündelte Fassungslosigkeit

Die Tagung »Der 7. Oktober« analysierte das Hamas-Massaker und seine Folgen

von Ayala Goldmann  29.02.2024

Zahl der Woche

4 Tage

Fun Facts und Wissenswertes

 29.02.2024

Forum

Leserbriefe

Kommentare und Meinungen zu aktuellen Themen der Jüdischen Allgemeinen

 28.02.2024

Frankfurt

»Architekturen des Überlebens« im Jüdischen Museum

Eine multimediale Ausstellung zeigt Verstecke von Juden in der NS-Zeit

von Greta Hüllmann  28.02.2024