Gerechtigkeit

Niederlande wollen NS-Raubkunst komplett zurückgeben

US-General Eisenhower (r.) informiert sich über die Entdeckung von Raubkunst im Salzstollen von Merkers (Archiv). Foto: claimscon.org

Die Niederlande wollen alle von den Nazis im Zweiten Weltkrieg geraubten Kunstwerke zurückgeben. Zunächst werde die Herkunft der Kunstwerke untersucht, wie die Regierung in Den Haag nun in diesen Tagen mitteilte.

Sollte der ursprüngliche Eigentümer oder seine Erben nicht mehr ausfindig gemacht werden können, werde die Kunst an die jüdische Gemeinschaft gegeben. Diese begrüßte die Entscheidung als »Durchbruch« und »moralisch richtig«.

In Museen und Sammlungen der Niederlande befinden sich noch rund 3200 Bilder und Objekte, die während des Krieges jüdischen Eigentümern gestohlen worden waren. Manche mussten ihren Besitz auch unter Druck verkaufen. 

Die Niederlande hatten seit 2007 keine strukturellen Untersuchungen mehr nach der Herkunft der Kunstwerke angestellt. Eine von der Regierung eingesetzte Untersuchungskommission urteilte im vergangenen Jahr, dass dies gegen internationale Vereinbarungen verstoße. 

»Es war immer die Auffassung des CJO, dass der niederländische Staat auf keinerlei Weise profitieren darf vom Mord an sechs Millionen Juden und ihrer Beraubung während des Zweiten Weltkrieges«, erklärte der zentrale Verband jüdischer Organisationen (CJO). Kunst, die an den Verband fällt, soll für Bildungsprojekte eingesetzt werden. 

Dana von Suffrin

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