Berlin

Neuer Antisemitismus-Vorfall bei Berlinale

Foto: picture alliance / Anadolu

Bei der Berlinale ist es erneut zu einem Antisemitismus-Skandal gekommen. Wie die »Berliner Zeitung« und die »B.Z.« berichteten, wurde dabei auch die verbotene Terror-Parole »From the river to the sea, Palestine will be free« gerufen.

Diese Parole steht für die Absicht palästinensischer Terrororganisationen und ihrer Unterstützer, Israel auszulöschen. Dennoch gab es bei der Berlinale Jubel, als Jun Li, der Regisseur des Films »Queerpanorama«, sie verlas. Sie war Teil eines Briefes des Darstellers Erfan Shekarriz an das Berlinale-Publikum.

Darin hieß es laut »B.Z.« außerdem: »Während Sie diesen Film sehen, ersticken Millionen von Palästinensern unter dem brutalen, vom Westen finanzierten, Siedlerkolonialismus Israels.« Die Bundesregierung wurde vom Autor des Schreibens bezichtigt, Apartheid und Genozid zu unterstützen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Der Zentralrat der Juden hat den Vorfall kritisiert. »Dass zu Hamas-Parolen Beifall aufbraust, macht fassungslos. Der Zentralrat hat vor der #Berlinale2025 das Gespräch zu den Veranstaltern gesucht. Wir waren uns einig, wie mit diesem klaren Israelhass und israelbezogenen Antisemitismus umzugehen ist. Wir gehen davon aus, dass ein solches Verhalten entsprechend sanktioniert wird«, teilte die Organisation auf X mit.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»Gefühle und Meinungen«

Israelfeinde werfen dem einzigen jüdischen Staat regelmäßig vor, eine Apartheid-Politik zu verfolgen. Weder dies noch der auf den Krieg gegen den Terror in Gaza bezogene Völkermord-Vorwurf treffen zu. Gut 20 Prozent der israelischen Bevölkerung sind Araber. Sie haben alle Rechte und sind in der Knesset vertreten. Im Gazastreifen kämpft die israelische Armee gegen die Hamas und nach eigenen Angaben nicht gegen die Zivilbevölkerung.

Entsprechende Vorwürfe von Israelhassern wurden bereits bei der 74. Ausgabe der Berlinale im vergangenen Jahr erhoben. Damals war es die Abschlussgala. Die neue Festivalchefin Tricia Tuttle hatte im Vorfeld dieser Ausgabe in einem Interview der Jüdischen Allgemeinen angekündigt, »gegen Antisemitismus aufstehen« zu wollen.

Lesen Sie auch

»Besatzung« und »Kolonisation«

Am ersten Tag der aktuellen Berlinale hatte die Schauspielerin Tilda Swinton in einer Dankesrede für einen Goldenen Bären bereits ähnliche Beschuldigungen ausgesprochen: Sie sprach von »Besatzung«, »Kolonisation«, und schimpfte über einen angeblichen »vom Staat verübten und international ermöglichten Massenmord«. ja

Funfacts & Wissenswertes

10 Jahre

Zahl der Woche

 20.10.2026

Punk

»Gefilte Fuck« und andere Provokationen

Ein neuer Sammelband beleuchtet jüdische Identitäten, Antisemitismus und den Kampf dagegen in der Szene

von Pascal Beck  19.10.2026

Elfriede Jelinek

Virtuose Sprachkomponistin

Eine Würdigung der österreichischen Literaturnobelpreisträgerin zu ihrem 80. Geburtstag

von Christa Gürtler  19.10.2026

New York

Mike Tyson droht Supreme wegen verschwundener Israel-Flagge auf Hoodie

Bei dem Streit geht es um ein Hoodie, das neben dem Boxer mehrere Nationalflaggen zeigt. Plötzlich war nicht mehr die des jüdischen Staates darunter, sondern die Palästina-Fahne

 19.10.2026

Rezension

Wie wurden wir, was wir wurden?

Der Judaist Peter Schäfer erzählt in seinem Buch die Geschichte des aschkenasischen Judentums – faktengesättigt, klar gegliedert und mit einer provokanten These zu Mutterland und Diaspora

von Michael Wolffsohn  18.10.2026

Aufgegabelt

Salat mit gerösteten grünen Bohnen

Rezept der Woche

von Yotam Ottolenghi  18.10.2026

Ausstellung

Hinweise auf Hamas-Symbol - Museum Friedland verschiebt Schau

Bundespräsident Steinmeier war schon angekündigt, um die erweiterte Ausstellung des Museums Friedland bei Göttingen neu zu eröffnen. Nun verschiebt sich der Termin. Hintergrund ist ein antisemitisches Symbol

 18.10.2026

Großbritannien

Wegen Unterstützung von Palestine Action: Britischer Verlag nimmt Sally Rooneys Bücher vom Markt

Die irische Bestsellerautorin ist für ihre Unterstützung der in Großbritannien als Terrorgruppe eingestuften Organisation bekannt. Sie sei bereit, die Konsequenzen zu tragen, sagt Rooney

 16.10.2026

Wolf Biermann

»Israel ist mir näher als alle übrigen Länder dieser Welt«

Der Liedermacher wird 90 Jahre alt. Ein Gespräch über den Krieg gegen Unterdrückung, seine Eltern, den 7. Oktober und über neuen Faschismus

von Tobias Kühn  16.10.2026