Christopher Street Day

Netta kommt nach Berlin

Netta Barzilai während ihres Auftritts beim Kölner Christopher Street Day unter dem Motto »Coming out in Deinem style« Anfang Juli Foto: dpa

Die diesjährige Eurovision-Gewinnerin Netta Barzilai wird am Samstag bei der Berliner CSD-Parade auftreten. Die israelische Sängerin wird für den Abend auf der Hauptbühne am Brandenburger Tor erwartet, kündigte die israelische Botschaft am Donnerstag an.

Der Auftritt wird durch die israelische Botschaft ermöglicht, die sich auch wieder mit einem eigenen Wagen an der bunt-schillernden Parade zum Christopher Street Day (CSD) beteiligen wird.

Jerusalem Die israelische Sängerin hatte beim Eurovision Song Contest im Mai in Lissabon mit ihrem Anti-Mobbing-Song »Toy« und einer außergewöhnlichen Darbietung den Wettbewerb gewonnen. 2019 wird der Contest nunmehr in Israel ausgerichtet. Offen ist jedoch noch, ob die Veranstaltung in Jerusalem, Tel Aviv oder einer anderen Stadt stattfinden wird.

Der CSD-Umzug für die Rechte von Lesben, Schwulen, Transsexuellen und Transgendern, Inter- und Bisexuellen (LGBTTIQ) findet in Berlin zum 40. Mal statt. Etwa 60 Trucks und 27 Fußgruppen werden nach Angaben der Veranstalter unter dem Motto »Mein Körper – meine Identität – mein Leben!« vom Kurfürstendamm über die Siegessäule bis zum Brandenburger Tor ziehen, wo anschließend eine Party stattfindet. Erwartet werden rund eine Million Besucher.

Viele deutsche und internationale Unternehmen beteiligen sich mit einem eigenen Truck an dem Umzug, genauso wie schwul-lesbische Gruppierungen von SPD, Linken, FDP und CDU sowie einige Bundesministerien und die Botschaften der Niederlande, Großbritanniens und der USA.

interreligiös Zum Auftakt des CSD-Wochenendes lädt am Freitagabend der Kirchenkreis Berlin Stadtmitte zu einem multireligiösen Gottesdienst in die St. Marienkirche am Alexanderplatz ein. Dazu werden unter anderem Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke), die Menschenrechtsanwältin und Moscheegründerin Seyran Ates und Rabbiner Walter Homolka vom Potsdamer Abraham-Geiger-Kolleg erwartet. Kooperationspartner des Gottesdienstes ist unter anderem die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, die nach dem gleichnamigen jüdischen Sexualwissenschaftler benannt ist.

Der Christopher Street Day erinnert an die Vorfälle rund um den 28. Juni 1969 in der »Stonewall Inn«-Bar an der New Yorker Christopher Street. Nach einer Polizeirazzia in der Schwulenbar demonstrierten Schwule und Lesben gegen Polizeiwillkür.

Im Jahr darauf fanden in den USA die ersten Gedenkdemonstrationen an die Unruhen statt. Der erste »Christopher Street Day« im damaligen West-Berlin wurde im Juni 1979 mit etwa 450 Demonstranten gefeiert. epd/ja

Lesen Sie auch unser Interview mit Netta Barzilai:
»Ich bin keine Politikerin«

www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/32096

Geburtstag

Bob Dylan wird 85: Genie, Grenzgänger und niemals greifbar

Die berühmte Frage in seinem bekanntestem Song lehnt sich direkt an diese Geschichte an: Wie fühlt es sich an, ohne ein Heim zu sein, wie ein völlig Unbekannter, wie ein rollender Stein?

von Paula Konersmann  24.05.2026

New York

Bob Dylan - Der geniale Sonderling

Protestlieder, elektrischer Rock, Country-Alben, religiöse Musik. Die Welt hat ihm einige der einflussreichsten Musikstücke zu verdanken. Eine Ikone wollte er aber nie sein

von Anne Pollmann  24.05.2026

Zahl der Woche

85 Jahre

Fun Facts und Wissenswertes

 24.05.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Wenn das Leben dir Zitronen schenkt

von Katrin Richter  24.05.2026

Konzert

»Man muss richtig aus dem Vollen schöpfen«

Omer Meir Wellber bringt »Mass« von Leonard Bernstein auf die Bühne. Hamburgs Generalmusikdirektor erklärt, welche Faszination von dem Stück ausgeht

von Stephen Tree  24.05.2026

Kulturkolumne

Wenn Israelis anklopfen

Influencer haben das alte Israel für sich entdeckt – und feiern es online

von Sophie Albers Ben Chamo  24.05.2026

Medizin

Gemeinsam gegen Krebs

Von den Grundlagen zur Therapie: Seit 50 Jahren arbeiten deutsche und israelische Wissenschaftler bei der Erforschung von Tumoren zusammen

von Gabriele Hermani  24.05.2026

Cannes

Hüller als Erika Mann, Eidinger als Gestapo-Chef

Das Programm der Filmfestspiele ist vom Zweiten Weltkrieg geprägt. Ein Beitrag außerhalb des Wettbewerbs sorgte für Überraschungen

von Patrick Heidmann  24.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026