Auszeichnung

Minka Pradelski erhält Wilhelm Leuschner-Medaille

Die Schriftstellerin Minka Pradelski Foto: Rafael Herlich

Auszeichnung

Minka Pradelski erhält Wilhelm Leuschner-Medaille

Die Frankfurter Schriftstellerin wird mit der höchsten Auszeichnung des Landes Hessen geehrt

 08.06.2021 11:43 Uhr

Die Frankfurter Schriftstellerin Minka Pradelski erhält die höchste Auszeichnung des Landes Hessen. Sie gehört neben Martin Hein, Norbert Kartmann und Andreas von Schoeler zu den Trägern der Wilhelm Leuschner-Medaille 2020. Die pandemiebedingt verschobene Verleihung der Medaille findet am 3. Juli im Kloster Eberbach statt.

ENGAGEMENT »Sie gibt das Erlebte der Eltern in ihrer schriftstellerischen und filmischen Arbeit als Mahnung weiter. Hinzu kommt ihr ehrenamtliches Engagement für jüdisches Leben in Deutschland«, begründet Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) Minka Pradelskis Auszeichnung. Pradelski stelle sich, so Bouffier, gegen den Antisemitismus und setze sich für Integration und den Zusammenhalt der Gesellschaft ein.

NACHWIRKUNGEN Minka Pradelski wurde 1947 in einem DP-Lager in Frankfurt-Zeilsheim geboren. Ihre Eltern waren der Schoa entkommen. 1952 wanderte die Familie nach Nordamerika aus und kehrte 1955 nach Frankfurt am Main zurück.

Pradelski studierte Soziologie und arbeitete an Projekten zu den Nachwirkungen der Schoa. Von ihr sind die Romane Und da kam Frau Kugelmann und Es wird wieder Tag erschienen.

»Es ist ihr zweiter Roman, der erneut um eine zentrale Frage kreist: Wie weiterleben, wenn man nur knapp überlebt hat? Wie eine Heimat finden, wenn man eben noch durch die Welt gejagt wurde und jederzeit mit allem und dann dem Ende rechnen musste?«, heißt es in unserer Rezension von Es wird wieder Tag. ja

Sehen!

»Doitscha – Alles geht vorüber«

Die Tragikomödie »Doitscha – Alles geht vorüber« in der ARD beruht auf einem Buch von Adriana Altaras

von Pascal Beck  04.11.2026

Fernsehen

»Doitscha« erzählt vom Leben deutscher Juden nach dem 7. Oktober

Im Mittelpunkt der pointierten Tragikomödie steht eine Familie, in der unterschiedliche Identitäten, Ängste und Lebensentwürfe aufeinanderprallen

 04.11.2026

TV-Tipp

Viele Jahre bis zum großen »Hallelujah«: Arte zeigt Porträt von Leonard Cohen zum zehnten Todestag

Es ist wohl das bekannteste Lied des kanadischen Sängers Leonard Cohen. Und so steht »Hallelujah« auch im Zentrum eines so unterhaltsamen wie inspirierenden Porträts über diesen modernen Minnesänger

von Jan Lehr  04.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  04.11.2026

Programm

Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 4. November bis zum 12. November

 04.11.2026

Sachbuch

Der Kampf jüdischer Gemeinden für den Synagogen-Aufbau nach dem Krieg

Durch die Nationalsozialisten zerstört, wollten jüdische Gemeinden viele Synagogen in Deutschland nach dem Krieg wieder aufbauen. Doch sie hatten mit Widerständen zu kämpfen - und mit Parkplätzen und Einkaufszentren

von Thomas Klatt  04.11.2026

New York

Nach Paul Simon wird auch Art Garfunkel 85

Mit Songs wie »The Sound of Silence« wurden Simon & Garfunkel weltberühmt – aber auch die Streits der beiden Schulfreunde aus New York sind legendär. Jetzt steht der nächste große Geburtstag an

von Christina Horsten  04.11.2026

Frankfurt am Main

Rote und blaue Fäden

Mit der Installation »A Sky Full of Hope« will die Künstlerin Janet Echelman globale Vernetzung sichtbar machen – und eckt in der Stadt damit an

von Eugen El  03.11.2026

Frankfurt

Jüdische Akademie soll »Haus der Zukunft« sein

In der ersten Diskussionsrunde der neuen Jüdischen Akademie in Frankfurt stieß ein Wunsch angesichts von Antisemitismus und innerjüdischer Differenzen auf große Zustimmung: Die Akademie soll ein »Haus der Zukunft« sein

 03.11.2026