Jonathan Safran Foer

Menschen lernen zu wenig aus der Pandemie

Jonathan Safran Foer Foto: Marco Limberg

Der US-Autor Jonathan Safran Foer Wir sind das Klima! rechnet nach dem Abklingen der Pandemie mit einer Rückkehr der meisten Menschen zu ihren alten Gewohnheiten - auch zu den schlechten. In der Arbeitswelt erwartet der 44-Jährige zwar Veränderungen wie etwa dauerhaft weniger Geschäftsreisen. Im Privaten dürfte das anders sein, sagte der Schriftsteller im Interview der italienischen Zeitung »La Repubblica« vom Freitag.

»Ich befürchte, dass Gier, Selbstsucht und die Oberflächlichkeit bei ethischen und ökologischen Problemen nicht verschwinden werden«, sagte der Bestsellerautor, der in Tiere essen über die Risiken des Fleischkonsums geschrieben hat.

Viren Er sei optimistisch, dass Nordamerika und Europa innerhalb des Jahres durchgeimpft seien. »Aber Viren ignorieren Grenzen: Es bleibt das gigantische Problem vieler Gebiete der Welt, in denen die Leute in engem Kontakt mit Tieren leben, die, wie gezeigt wurde, oft die schrecklichsten Viren übertragen haben.«

Viele Menschen würden die Impfstoffe als Mittel ansehen, um ihr altes Leben vor Corona genau so zurück zu bekommen. »Ich bin der Erste, der viele Dinge genießen möchte, die ich vermisse, wie zum Beispiel ein Konzert zu besuchen oder eine Sportveranstaltung in einem Stadion. Aber es macht mir Angst, dass man nicht darüber nachdenkt, was passiert ist«, sagte Safran Foer, der nach eigenen Worten vegetarisch isst. »Ich glaube, dass eine Antwort darin besteht, demütig zu erkennen, dass man nicht alles tun kann und nicht immer.« dpa

Interview

»Es fehlte am fußballerischen Können, nicht am Glück«

Sportreporter-Legende Marcel Reif über das WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft, Jürgen Klopp und die Zukunft von Julian Nagelsmann als Bundestrainer

von Michael Thaidigsmann  30.06.2026

Burkhard C. Kosminski

»Ich würde das Stück gerne im Osten spielen«

Der Intendant am Schauspiel Stuttgart über »Die Ermittlung« von Peter Weiss, die Existenzberechtigung Israels in der Kunst und seine Auszeichnung mit der Otto-Hirsch-Medaille

von Nicole Golombek  30.06.2026

Interview

»Der Oscar öffnete mir neue Türen«

Daniel Roher über seinen ersten Spielfilm »The Piano Tuner« und den Dreh mit Dustin Hoffman und Lior Raz

von Patrick Heidmann  30.06.2026

Meinung

Georg Restle, die Jüdische Allgemeine und der berüchtigte Scheck aus Jerusalem

Früher hätte man Journalisten wie Restle, die Juden unterstellen, sie seien nur Sprachrohr einer Regierung in Israel, die Eignung als Politik-Redakteure beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk abgesprochen. Zu Recht

von Michael Thaidigsmann  30.06.2026

Interview

»Schriftsteller sind quasi die Putzfrauen des Literaturbetriebs«

Slata Roschal über den Bachmannpreis, prekäre Lebenssituationen von Autoren und das Schreiben nach dem 7. Oktober 2023

von Katrin Richter  30.06.2026

Forschung

Historiker Gerber: Erinnerung an Holocaust verschwindet

Der Leipziger Historiker Jan Gerber wendet sich gegen ein kontinuierliches Verschwinden der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Schoa. Der Tod der letzten Zeitzeugen ist für ihn dabei nicht entscheidend

von Volker Hasenauer  29.06.2026

Festival

Trotz Rekordhitze: Tausende Gäste bei Jüdischer Woche in Leipzig

Trotz der sommerlichen Hitze und damit verbundener Programmänderungen seien die Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet auf großen Zuspruch gestoßen

 29.06.2026

Zahl der Woche

16 Stunden 25 Minuten

Fun Facts und Wissenswertes

 28.06.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Warum sich jüdische Mädchen mehr für Fußball begeistern sollten

von Nicole Dreyfus  27.06.2026