Sehen!

Lecker jüdisch in Amsterdam

Das Jüdische Historische Museum Amsterdam widmet sich der niederländisch-jüdischen Speisetradition

von Michael Wuliger  02.01.2013 10:24 Uhr

Appetitanregend: Poster zur Ausstellung des Jüdischen Historischen Museums Amsterdam Foto: jhm.nl

Das Jüdische Historische Museum Amsterdam widmet sich der niederländisch-jüdischen Speisetradition

von Michael Wuliger  02.01.2013 10:24 Uhr

»Jewish Flavour« heißt die neue Ausstellung des Jüdischen Historischen Museums Amsterdam auf Englisch. Viel appetitanregender klingt der niederländische Originaltitel »Lecker Joods«. Zumal es in der Schau, die bis zum 5. Mai läuft, auch und gerade um niederländische jüdische Speisetraditionen geht. »Kibbeling« – in Würfel geschnittener, mit Backteig überzogener und frittierter Fisch –, ein beliebter Snack im Land, hat ebenso jüdische Wurzeln wie »Amsterdamse Ui«, in Essig und Gewürze eingelegte, hart gekochte Eier. Dito Bolus, ein Zimtkringel aus Zeeland, und Pom, ein in der ehemaligen Südamerikakolonie Surinam beliebtes Ofengericht aus Huhn und Tayerwurzel.

Tscholenttopf Aber jüdische Küche ist wie das jüdische Volk international. Und so lautet nicht nur der Untertitel der Schau »A worldwide cuisine«, niederländisch »Een Wereld op Tafel«, es wird auch ein weltweiter Bogen gespannt: Hunderte Kochbücher in vielen Sprachen und aus unterschiedlichsten Traditionen gehören ebenso zu den Exponaten wie klassisches jüdisches Kochzubehör, etwa ein Tscholenttopf. Auch Ursprüngen und Auslegungen der Kaschrut wird breiter Raum eingeräumt.

Weil Essen eine sinnliche Angelegenheit ist, haben Besucher die Möglichkeit, an bestimmten Tagen jüdische Speisen nicht nur abstrakt kennenzulernen, sondern in Form von Appetithäppchen auch zu probieren. Wen das inspiriert, es selbst einmal mit jüdischer Küche zu probieren, kann im Rahmen der Ausstellung einen Lehrgang in Kugelherstellung belegen – nach niederländischer Art mit Birnen gekocht. Und in der traditionsreichen Portugiesischen Synagoge der niederländischen Hauptstadt findet eine Verkostung koscherer Weine statt. L’Chaim!

www.jhm.nl

TV-Tipp

Der Vater der Roboter blickt in die Zukunft

Die Ideen von Kult-Autor Isaac Asimov leben weiter. Arte zeigt jetzt eine Dokumentation über den Schriftsteller

von Christof Bock  04.10.2022

Symposium

Fast ein Präsident

Das Jüdische Museum Berlin beleuchtet das schwierige Verhältnis Albert Einsteins zum Zionismus

von Gernot Wolfram  04.10.2022

Antisemitismus

»Die Vorgänge um die documenta erschüttern mich noch immer« 

Zu Beginn des neuen jüdischen Jahres hat der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, die Vorgänge um die documenta als das erschütterndste Ereignis des vergangenen Jahres bezeichnet

 01.10.2022

Geheimnisse und Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Sophie von Zitzewitz  01.10.2022

New York

Comedy von der Fischtheke

Einst trafen sich Tom Hanks und Meg Ryan im Film »e-m@il für Dich« bei »Zabar’s« an der Kasse – und verhalfen dem New Yorker Delikatessenladen mit ukrainischen Wurzeln zu Weltruhm. Willie Zabar arbeitet dort in vierter Generation – und nutzt das für seine Comedy

von Christina Horsten  30.09.2022

Erinnerung

Versteckt in Bonn

Selbst ihr Ehemann wusste nicht Bescheid: Eine Bonnerin versteckte eine jüdische Familie aus Köln vor den Nazis

von Leticia Witte  30.09.2022

Berlin

»Fehler der Vergangenheit anerkennen«

Die US-Botschaft präsentierte eine neue Dokumentation zur Rolle der USA während des Holocaust

 29.09.2022

Debatte

Verbotene rechte Geste oder harmlose Aufforderung ans Publikum?

Ein Auftritt der früheren RTL-Dschungelkönigin und Ballermann-Sängerin Melanie Müller in Leipzig hat die Polizei auf den Plan gerufen. Die 34-Jährige wehrt sich gegen Vorwürfe

 29.09.2022

Roman

Jan Faktor erhält Wilhelm-Raabe-Literaturpreis

Das prämierte Buch »Trottel« des jüdischen Autors steht auch auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis

 28.09.2022