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Kosher Nostra

Girls, Glamour, Gangster: Szene aus »Boardwalk Empire« Foto: HBO

Enoch Thompson (Steve Buscemi), der heimliche König der amerikanischen Vergnügungsmetropole Atlantic City, hat Probleme: Arnold Rothstein, Gangsterboss aus New York, will ihm keinen Schnaps mehr verkaufen. Thompsons Mentor, der Antisemit Kaestler, drückt ihm daraufhin eine Broschüre in die Hand: »The International Jew« von Henry Ford. Thompson winkt ab: »Mein Problem ist nicht das jüdische Finanzkapital, nur ein Einziger!«

prohibition Die amerikanische Fernsehserie Boardwalk Empire, deren erste Staffel jetzt auf DVD in Deutschland erschienen ist, erzählt Geschichten aus der Prohibition, von Gier, Geld und Gangstern: irischen, schwarzen, italienischen und auch jüdischen wie Rothstein. In der Serie spielt ihn Michael Stuhlbarg, der als Larry Gopnik in A Serious Man der Coen-Brüder einen ewigen Platz in der jüdischen Filmgeschichte hat.

Als Rothstein ist er diesmal kein Nebech, sondern ein eiskalter Psychopath in teuren Anzügen. Grobschlächtiger kommt Manny Horvitz (William Forsythe) daher. Der Bandenchef aus Philadelphia arbeitet nebenberuflich als koscherer Metzger und entsorgt unliebsame Konkurrenten gerne mit dem Hackebeil. Nur bei Gojim lässt er das andere erledigen, weil er kein treifes Fleisch anfassen möchte.

Ja, Boardwalk Empire ist eine finstere Serie. Verantwortlich für sie sind Terence Winter, einst Autor der Mafia-Kultserie The Sopranos und Regie-Gott Martin Scorsese. Und weil Boardwalk Empire auch eine HBO-Prestigeproduktion wie Rome und Deadwood ist, wurde in jede Folge viel Geld für aufwendigste Kulissen, Kostüme und Austattungen gesteckt. Komplexe Handlungsstränge und hervorragende Schauspieler sorgen für eine Qualität, wie man sie aus dem deutschen Free-TV nicht kennt – ebenso wenig wie Gangster, die sich auf Jiddisch beschimpfen.

»Boardwalk Empire«, Season 1. Fünf DVDs, 644 min., Warner Home Video

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