Restauration

Klassik-Stiftung hilft beim Erhalt jüdischer Akten aus NS-Zeit

Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar Foto: imago images/Jürgen Ritter

Historische Unterlagen der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland aus der NS-Zeit werden in einem Pilotprojekt restauriert. Dazu arbeiten Spezialisten der Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar zusammen mit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim und dem Bundesarchiv. Es gehe darum, innovative Verfahren zu entwickeln, die später auch für andere anwendbar seien, erklärte der Präsident des Bundesarchivs, Michael Hollmann, am Donnerstag in Berlin. Durch die restauratorische Bearbeitung würden die Dokumente für künftige Generationen bewahrt und zugänglich gemacht.

Zum Auftakt des Projektes werde ein Konvolut aus neun Objekten bearbeitet. Diese seien zum Teil in einem konservatorisch schlechten Zustand und daher aktuell nicht nutzbar.

Die Reichsvereinigung der Juden wurde den Angaben zufolge 1939 durch den NS-Staat eingerichtet. Sie diente zur Kontrolle der in Deutschland verbliebenen Juden. Hollmann betonte, mit dem Kooperationsprojekt solle ein Zeichen für eine verstärkte Zusammenarbeit von Kulturerbe-Einrichtungen gesetzt werden.

Der Direktor der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Reinhard Laube, betonte, nach dem verheerenden Brand in der Weimarer Bibliothek 2004 seien mit Partnern neue Techniken der Papierrestaurierung entwickelt worden. Bei dem Feuer in der 1691 gegründeten Bibliothek waren 50.000 Bücher verloren gegangen, weitere 118.000 Bände wurden stark beschädigt aus den Flammen geborgen und werden bis heute restauriert.

Zu Präsentation des Pilotprojektes wurde in der Thüringer Landesvertretung in Berlin die Ausstellung »Brandbücher Aschebücher« mit Werken Hannes Möller zum Bibliotheksbrand vor 20 Jahren eröffnet. Sie ist dort bis zum 15. August zu sehen. epd

Ehrung ohne Preisträgerin

Nach Knieverletzung: Barbra Streisand sagt Cannes-Besuch ab

In Frankreich wollte sie die Ehrenpalme entgegennehmen. Nun hört die Sängerin und Schauspielerin aber auf ihre Ärzte. Das Filmfestival will die Ikone trotzdem ehren

 18.05.2026

Geburtstag

Bob Dylan wird 85: Genie, Grenzgänger und niemals greifbar

Die berühmte Frage in seinem bekanntestem Song lehnt sich direkt an diese Geschichte an: Wie fühlt es sich an, ohne ein Heim zu sein, wie ein völlig Unbekannter, wie ein rollender Stein?

von Paula Konersmann  18.05.2026

Meinung

Die Israel-Allergie der ARD

Douze Points für Israel - und dann Schweigen

von Guy Katz  17.05.2026

Sachbuch

Pageturner zum Nahostkonflikt

Hamza Abu Howidys Erstlingswerk »Muscheln am Strand von Gaza« erzählt von einer Jugend unter der Terrorherrschaft der Hamas

von Sabine Brandes  17.05.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Bettina Piper, Imanuel Marcus  17.05.2026

Das hebräische Alphabet übersetzt in Magnetbuchstaben.

Glosse

Der Rest der Welt

Urlaub in Italien oder Warum ich überall Hebräisch höre

von Nicole Dreyfus  17.05.2026

Kulturkolumne

Meine halbierte Bibliothek

Ein Umzug steht an. Warum Uwe Johnson bleibt und Günter Grass rausfliegt

von Maria Ossowski  17.05.2026

Wien

14 Aktivisten bei Anti-Israel-Demo festgenommen

Vor Beginn des ESC-Finales gab es mehrere Demonstrationen gegen Israels Teilnahme

 17.05.2026

Meinung

Ein Mutmacher in trüben Zeiten

Die Abstimmung für Noam Bettan beim Eurovision Song Contest zeigt, dass sich die Bürger nicht so einfach von israelfeindlicher Propaganda beeinflussen lassen

von Daniel Killy  17.05.2026