Frankfurt am Main

Jüdisches Museum mit Besucherrekord

Foto: picture alliance / Zoonar

Das Jüdische Museum Frankfurt hat 2023 einen Besucherrekord verzeichnet: Es kamen 100.000 Besucher und damit rund 30 Prozent mehr als im Jahr 2022 (76.400), wie das Museum am Mittwoch mitteilte.

Trotz des Terrorangriffs der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023, trotz eines starken Anstiegs antisemitischer Vorkommnisse in Deutschland und verstärkter Sicherheitsmaßnahmen verstehe man sich weiterhin als ein »Museum ohne Mauern«, hieß es bei der Jahrespressekonferenz.

Nach rund fünf Jahren Bauzeit war das Jüdische Museum Frankfurt im Oktober 2020 mit dem neuen Lichtbau und dem saniertem Bestandsbau wiedereröffnet worden.

»Architekturen des Überlebens«

Im Jahr 2024 will das Museum drei große Wechselausstellungen in seinen neuen Räumlichkeiten zeigen, darunter ab 1. März die Schau »Natalia Romik. Architekturen des Überlebens. Kunst - Geschichte - Forensik«. Die Ausstellung thematisiere, dass sich rund 50.000 Menschen während der deutschen Besatzung im östlichen Polen und der Ukraine vor den deutschen Besatzern versteckten.

Die meisten waren jüdisch. »Baumhöhlen, Schränke, Kanalisationsschächte, leere Gräber und vieles andere mehr dienten ihnen als Zuflucht«, hieß es.

Die multimediale Ausstellung zu den »Architekturen des Überlebens« gehe auf neun dieser Verstecke ein, von deren Existenz die Architektin, Historikerin und Künstlerin Natalia Romik meist vom Hörensagen erfahren habe. Zum Beispiel von der »Josefseiche« im polnischen Wisniowa: Romiks Recherchen und forensische Untersuchungen ergaben demnach, dass das Innere des 600 Jahre alten Baums den Brüdern David und Paul Denholz zeitweise Schutz geboten hatte.

»Sie hatten sich durch ein Astloch in den hohlen Baum gezwängt und dort Sprossen angebracht, auf denen sie stundenlang verharrten.« Die Brüder überlebten die Schoa. Romik habe sie in den USA ausfindig gemacht. kna

Serie

»Holocaust«-Serie: Wendepunkt der deutschen Erinnerungskultur

Vor 47 Jahren wurde im öffentlich-rechtlichen Fernsehen die US-Serie »Holocaust - Die Geschichte der Familie Weiss« ausgestrahlt. Der damals verantwortliche Leiter der Hauptabteilung Fernsehspiel erinnert sich an Widerstände und weinende Anrufer

von Jonas Grimm  26.01.2026

Der diesjährige Lerntag "Jom Ijun" findet am 1. Februar im Gemeindezentrum der ICZ in Zürich statt.

Interview

»Wir sind in der kleinen jüdischen Welt einsam«

Der diesjährige Lerntag »Jom Ijun« beleuchtet das innerjüdische Spannungsfeld zwischen Gemeinschaft und Individualismus. Warum auch der jüdische Diskurs davon betroffen ist, erklären die Organisatoren Ron Caneel und Ehud Landau im Gespräch

von Nicole Dreyfus  26.01.2026

USA

Natalie Portman kritisiert Gewalt durch ICE-Beamte

»Es ist wirklich unmöglich, nicht über das zu sprechen, was gerade passiert«, sagt die jüdische Schauspielerin beim Sundance Film Festival

 26.01.2026

Geschichte

War Opa Nazi?

Der Journalist Stephan Lebert und der Psychologe Louis Lewitan analysieren den intergenerationellen Umgang deutscher Familien mit den Verbrechen der NS-Täter

von Ralf Balke  26.01.2026

TV-Tipp

Brillanter Anthony Hopkins glänzt in »One Life«

Kurz nach dem Holocaust-Gedenktag zeigt 3sat ein biografisches Drama über den Briten Nicholas Winton, der 1939 Kindertransporte von Prag nach London organisierte und damit mehrere hundert Kinder vor den Nazis rettete

von Jan Lehr  26.01.2026

TV-Tipp

»Son of Saul« - Abgründiges und meisterhaftes Holocaust-Drama

Der Oscar-Gewinner hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck

von Jan Lehr  26.01.2026

Fernsehen

»Ich war soooo verliebt in Gil«

So war die dritte Folge des »Dschungelcamps« von RTL

von Martin Krauß  25.01.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Immer auf die Kleinen? Ich swipe alle weg!

von Margalit Edelstein  25.01.2026

Archäologie

Ton, Steine, Scherben in der Datenbank

Israel startet eines der ehrgeizigsten Digitalisierungsprojekte weltweit zu Ausgrabungen und historischen Funden

von Sabine Brandes  25.01.2026