Klicken!

»Jewrotica«

Eine neue US-Website widmet sich der jüdischen Sexualität

von Michael Wuliger  23.10.2012 08:08 Uhr

Im Judentum ist Sexualität eine Mizwa – vorausgesetzt, man ist verheiratet. Foto: Thinkstock

Eine neue US-Website widmet sich der jüdischen Sexualität

von Michael Wuliger  23.10.2012 08:08 Uhr

Sex gilt im Judentum, anders als etwa bei vielen Christen, nicht als im Kern sündhaft und nur erlaubt zum Zweck der Fortpflanzung als quasi notwendiges Übel. Im Gegenteil: Innerhalb der Ehe (aber nur dort!) ist Sexualität in ihren zahlreichen Spielarten nicht nur erlaubt, sondern sogar eine Mizwa.

Wenn also seit Kurzem eine amerikanische Site namens »Jewrotica« das Netz bereichert, handelt es sich nicht um Ironie. Betreiber Ayo Oppenheimer versteht sein Projekt als Teil des jüdischen Mainstreams, als »Verbindung von Kodesch und Chol«, von Heiligem und Alltag. Dabei hat er keine Ratgebersite im Sinn. Solche gibt es bereits, allen voran die von Altmeisterin Ruth Westheimer (www.drruth.com).

Datingszene Jewrotica will sich stattdessen der jüdischen erotischen Literatur und Reflexion widmen, »Geschichten, die die sexuelle Spannung in der frommen Community thematisieren«, ebenso wie solchen, in denen es um »die Dynamik, Komplikationen und Exzentritäten in der jüdischen Datingszene« geht.

Wobei mit Geschichten nicht nur literarische Fiktion gemeint ist. Auch für halachische und andere Debatten zum Thema ist Raum vorgesehen. Und in der Rubrik »True Confessions« können User kurz von eigenen wahren (?) erotischen Erlebnissen berichten. Hinzukommen sollen Workshops, Foren und Events.

Online gegangen ist Jewrotica vor zwei Wochen, am 12. Oktober. Die ersten Beiträge befassen sich mit so unterschiedlichen Themen wie Sex mit Palästinenserinnen in Israel, dem Verbot vorehelicher Berührungen aller Art (Schomer negia) in der Orthodoxie, One-Night-Stands, pubertärer Masturbation, Vibratoren in der Ehe und natürlich dem Klassiker, Beziehungen zu Gojim und wie man sie seinen Eltern verheimlicht.

Die Bandbreite reicht dabei von ausgesprochen sachlichen über witzige bis zu, sagen wir, recht anregenden Texten, auf der Site klassifiziert nach dem amerikanischen Filmfreigabesystem: PG-13 entspricht in etwa unserer FSK 12, R der Freigabe ab 18, XXX braucht keine weitere Erklärung.

www.jewrotica.org

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter  03.06.2020

Tipp

TV-Premiere von »Waldheims Walzer«

Die mehrfach ausgezeichnete Doku zeichnet hintergründig die Proteste jüdischer Organisationen gegen Österreichs Ex-Präsidenten nach

von Alexandra Wach  03.06.2020

Interview

»Er war charmant streng«

Michael Wolffsohn über sein persönliches Verhältnis zu Marcel Reich-Ranicki, Ruhestörer und eine denkwürdige Streitschlichtung durch den Literaturkritiker

von Philipp Peyman Engel  02.06.2020

Film

Streaming hat in der Krise geholfen

Produzent Martin Moszkowicz: »Die Menschen wollen unbedingt wieder ins Kino«

 02.06.2020

»Die unsichtbare Frau«

Verborgensein und Aufbegehren

Eine neue Ausstellung im Jüdischen Museum Augsburg Schwaben befasst sich mit Weiblichkeit

 01.06.2020

Musik

16 Stunden am Flügel

Igor Levit beendet Klavier-Marathon. Mit dem Auftritt wollte er auf die Notlage der Künstler aufmerksam machen

 01.06.2020

Streaming-Dienst

»Unorthodox« ist Netflix-Hit

Die Miniserie zählt zu den größten Erfolgen dieses Jahres in Deutschland

von Gregor Tholl  01.06.2020

Akademie der Künste

John-Heartfield-Retrospektive in Berlin

Mehr als 300 Exponate wie Montagen, Plakate und Filme sind zu sehen

 01.06.2020

Corona-Proteste

Mit »Judenstern« und Häftlingsanzug

Verschwörungsmythen bieten einfache Antworten. Und greifen oft auf alte Feindbilder zurück. Eine Analyse

 31.05.2020