Achava-Festspiele

Jazz, Bass und Schabbat

Maybebop Foto: Sven Sindt

Die fünften Thüringer Achava-Festspiele starten in diesem Jahr mit den jüdisch-christlichen Begegnungstagen am 19. September in Eisenach.

Neben der Eröffnung der Sonderausstellung zum »Entjudungsinstitut« im Lutherhaus erwarte die Besucher in der Warburgstadt ein Eröffnungskonzert mit Avi Avital und dem Thüringer Bach Collegium sowie ein Straßenfest zum Weltkindertag, teilte die Festivalleitung am Donnerstag in Eisenach mit.

Schabbat Weitere Programmhöhepunkte seien ein Schabbat-Abend im Festzelt auf dem Lutherplatz und zum Abschluss der Begegnungstage am 22. September ein Festgottesdienst in der Georgenkirche mit der ehemaligen EKD-Reformationsbeauftragten Margot Käßmann.

Die jüdisch-christlichen Begegnungstage finden auf dem Lutherplatz und der Esplanade in Eisenach statt. Veranstalter sind die Achava-Festspiele in Kooperation mit der Stiftung Lutherhaus Eisenach, der Stadt Eisenach, der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde und weitere Partner.

Bibliotheken Sie wurde als Gewinnerin des EKM-Wettbewerbs »Mit Judenhass vergiftet. Versuch einer Entgiftung von Pfarrbibliotheken, Liedern und Köpfen« ermittelt. Mit ihrem Kunstprojekt wolle sie mittels Pflanzen den Mythos vom »ewigen Juden« ins Gespräch bringen.

Das Projekt soll seine Wirkung an unterschiedlichen Orten der Landeskirche in Sachsen-Anhalt und Thüringen entfalten. Nach vier Monaten in der Nikolaikirche in Eisenach soll es auch an anderen Orten gezeigt werden, hieß es.

Die Achava-Festspiele selbst werden bis zum 29. September in Weimar und Erfurt fortgesetzt. Wie in den Vorjahren zählt zum Programm auch wieder in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Landtag ein Schülerprogramm.

In den vergangenen Jahren hätten sich bereits mehrere Tausend Schüler mit den Themen Toleranz, Dialog, Weltoffenheit und gegenseitigem Respekt beschäftigt, hieß es von der Festivalleitung.

Demokratie Im Landtag würden die Kinder und Jugendlichen erfahren, wie Demokratie funktioniert. In Workshops würden zudem musikalische Stücke geprobt, die bei einem Konzert in der Weimarhalle am 27. September aufgeführt werden.

Zu seinen künstlerischen Höhepunkten zählt das Festival die Uraufführung der »Missa cum Jubilo« von Erfurts Domorganisten Silvius von Kessel im Mariendom der Landeshauptstadt sowie die zweite Vergabe des Achava Jazz Awards.

Dazu werde der israelische Bassist Avishai Cohen samt Band zu einem Konzert mit den Preisträgern in der Weimarhalle erwartet. Bei der »Triennale der Moderne« trifft zudem die Staatskapelle Weimar auf die junge A-cappella-Formation »Maybebop«.  epd

Joshua Sobol

»Alles ist möglich«

Der Schriftsteller über seinen aktuellen Roman, Israels neue Regierung und Frauen als Heldinnen der israelischen Gesellschaft

von Katrin Richter  25.07.2021

Antisemitismus

Meditieren in Auschwitz

Buddhismus ist auch bei vielen Juden sehr populär. Aber er ist keineswegs die friedliche und tolerante Religion, als die er oft dargestellt wird

von Christopher L. Schilling  25.07.2021

Geschichte

Erinnerungspolitische Querfront

Der australische Historiker A. Dirk Moses attackiert die deutsche Gedenkkultur – deutet sich ein Schulterschluss von völkischen Rechten und postkolonialen Linken an?

von Johannes Becke  25.07.2021

Amy Winehouse

Leben im Exzess

Vor zehn Jahren starb sie an einer Alkoholvergiftung – bis heute ist die britisch-jüdische Sängerin unvergessen

von Katharina Höftmann Ciobotaru  23.07.2021

Raubkunst

Beratende Kommission gegen Restitution

»Portrait Alfred Kerr« von Lovis Corinth soll nicht an Erben des jüdischen Vorbesitzers zurückgegeben werden

 22.07.2021

Serie

Babylon Paris

Der TV-Sender Sky zeigt einen Achtteiler über die Dreyfus-Affäre und institutionellen Antisemitismus in Frankreich um 1900

von Ute Cohen  22.07.2021

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter  22.07.2021

Einspruch

Peinlich mit Special Effect

Lena Gorelik wundert sich über eine seltsame Aktion des TV-Literaturkritikers Denis Scheck

von Lena Gorelik  22.07.2021

Bayreuth

»Moralische Kunst«

Die israelische Historikerin Fania Oz-Salzberger plädiert für neue Akzente in der Erinnerungskultur

 21.07.2021