Israel

Ist der ESC in Tel Aviv in Gefahr?

Offizielles Logo des Eurovision Song Contest (ESC) 2019 in Tel Aviv Foto: Flash 90

Trotz der Hunderten von Raketen aus dem Gazastreifen, Toten und Verletzten im Süden Israels, laufen die Vorbereitungen für den Eurovision Song Contest (ESC) auf Hochtouren. Neun von den insgesamt 40 Delegationen aus dem Ausland sind bereits in Israel eingetroffen und proben auf der Bühne in den Tel Aviver Messehallen. Die Eurovision soll dort vom 14. bis zum 18. Mai ausgetragen werden.

Die öffentliche Sendeanstalt Kan in Israel bestätigte dies und erklärte, »dass entsprechend der Anweisungen des Heimatfrontkommandos alles wie geplant vonstattengehen soll«. Um die 20.000 Gäste aus dem Ausland werden erwartet. Bislang hätten keine Delegation aus dem Ausland abgesagt, hieß es vonseiten der Veranstalter.

»Es ist alles normal. Wir machen mit unserer Routine weiter«, heißt es bei der KAN-Sprecherin für die Eurovision.

TOURISTEN In einem Interview mit dem Armeeradio Galgalatz sagte die Sprecherin für die Eurovision bei Kan, Scharon Ben David, dass die Proben der Teilnehmer begonnen hätten. »Von unserem Standpunkt aus gesehen ist alles normal. Wir machen mit unserer Routine weiter.« Sie sei sicher, dass Touristen nicht von dem Geschehen im Süden des Landes abgehalten werden, nach Tel Aviv zu reisen. Auch werde nicht erwartet, dass Delegationen ihre Teilnahme absagen.

Die Teilnehmer seien auf den neuesten Stand gebracht und gingen gut mit den Informationen zur Sicherheitslage um, so die Sprecherin. »Wir arbeiten wie gewohnt an der Eurovision 2019 in Tel Aviv weiter. Solange wir keine Sirenen im Zentrum des Landes hören, um Gottes willen, so lange geht es eigentlich nur um Updates und Berichte.« Dann fügte sie hinzu, dass es alles Profis seien, die sich mit dem ESC beschäftigten. »Und seit Monaten bereiten wir uns auf alle möglichen Szenarien vor.«

Trotz der mehr als 600 Raketen, die seit Samstagmorgen auf Israel gefeuert wurden, sind die Reserven der militanten Palästinensergruppen offenbar noch nicht erschöpft. Langstreckengeschosse, die bis ins Zentrum des Landes reichen können, haben sie bislang noch nicht abgeschossen. Experten werten dies als ein Zeichen, dass die Terrorgruppen womöglich mit Israel verhandeln werden.

Die Hamas will offenbar einen Geldtransfer in den Gazastreifen noch vor dem Beginn des Ramadan erzwingen.

RAMADAN Währenddessen verlangt die im Gazastreifen regierende Hamas für ein Ende der Eskalation offenbar Bares. Sie will einen Geldtransfer in den Gazastreifen vor dem muslimischen Fastenmonat Ramadan, der am 6. Mai beginnt, erzwingen. Die neue Taktik lautet also offenbar: Erpressung.

Und Israel steht mit Blick auf den Unabhängigkeitstag, der am Mittwochabend beginnt, und der bevorstehenden Massenveranstaltung ESC unter massiven Druck. Denn auch die Hamas weiß, dass nicht nur Zehntausende anreisen werden, sondern zudem um die 200 Millionen Menschen auf der ganzen Welt an den Bildschirmen zuschauen werden.

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