Ehrung

»Ihm gelingt, was nur große Literatur vermag«

Robert Schindel Foto: dpa

Der österreichische Schriftsteller und Essayist Robert Schindel ist am Donnerstag mit dem Heinrich-Mann-Preis geehrt worden. Die mit einem Preisgeld von 8000 Euro verbundene Auszeichnung wurde ihm am Geburtstag von Heinrich Mann in der Akademie der Künste in Berlin am Abend überreicht.

Die Jury um Robert Menasse betonte in ihrer Begründung, Schindel knüpfe mit seinem vielgestaltigen Werk »dort an, wo Heinrich Mann aufhören musste«. Dabei entwickle der 1944 geborene Autor »ein großes Orchester von Stimmen und Stimmungen, Glücksmomenten und Sehnsüchten, Vergessenem und Schwelendem«. Und weiter: »Ihm gelingt, was nur große Literatur vermag: dass wir Zeitgenossen uns begreifen und Spätere uns verstehen.«

Biografie Der Essayist, Romanautor, Lyriker und Regisseur Schindel wurde in Bad Hall bei Linz unter dem Decknamen Robert Soel geboren. Seine Eltern waren im September 1943 nach Österreich eingeschleust worden, um dort eine kommunistische Widerstandsgruppe aufzubauen. Schindels Vater wurde später in Dachau ermordet, seine Mutter überlebte die Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück.

Schindel studierte Philosophie und arbeitet seit 1987 als freier Schriftsteller. Bei Suhrkamp hat der Schriftsteller zahlreiche Gedichtbände, Essaysammlungen und Romane veröffentlicht. Zuletzt erschien 2013 sein Roman Der Kalte, eine literarische Aufarbeitung der Waldheim-Affäre in den 80er-Jahren (www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/15506). epd

Berlinale-Film

Special Screening: David Cunio in Berlin erwartet

Das Kino Babylon zeigt vier Monate nach der Freilassung der israelischen Hamas-Geisel eine neue Fassung des Films »A Letter To David«

von Ayala Goldmann  12.02.2026

Meinung

Schuld und Sühne?

Martin Krauß irritiert der Umgang mancher Medien mit dem »Dschungelcamp«-König Gil Ofarim

von Martin Krauß  12.02.2026

Kulturkolumne

»Konti: Mission BRD«

Meine Bewältigung der Einwanderung nach Deutschland: Wie ich als Immigrant ein Brettspiel entwickelte

von Eugen El  12.02.2026

Hollywood

Rachel Weisz spielt in Neuauflage von »Die Mumie« mit

Beim dritten Teil hatte die Schauspielerin eine Mitwirkung abgelehnt, da sie das Drehbuch nicht überzeugt hatte. Auf den neuesten Film müssen Fans noch etwas warten

 12.02.2026

Erfurt

Jüdische Kulturtage mit mehr Sichtbarkeit in Israel

Dank eines gewachsenen Netzwerks erwarten die Organisatoren von Thüringens größtem jüdischen Festival zahlreiche Künstler aus Israel

 12.02.2026

Filmfestspiele

Was die Berlinale diesmal bietet

Wieder läuft keine israelische Produktion im Wettbewerb. Dafür finden sich viele jüdische und israelische Perspektiven im gesamten Programm

von Sophie Albers Ben Chamo  11.02.2026

Berlinale

»Wir wollen die Komplexität aushalten«

Wenn die Welt um einen herum verrücktspielt, helfen nur Offenheit und Dialog, sagt Festivalchefin Tricia Tuttle

von Sophie Albers Ben Chamo  11.02.2026

Meinung

Oliver Pochers geschmacklose Witze über Gil Ofarim

Der Comedian verkleidet sich auf Instagram als Ofarim und reißt Witzchen über die Schoa. Während echte Komiker Humor stets als ein Mittel nutzen, um sich mit den Schrecken und Abgründen dieses Verbrechens auseinanderzusetzen, tritt Pocher nur nach unten

von Ralf Balke  11.02.2026

Nachruf

Israels verkanntes Musikgenie

Unser Autor hörte Matti Caspi schon als Kind bei einem Konzert im Kibbuz. Eine persönliche Erinnerung an den Sänger und Komponisten, der mit 76 Jahren an Krebs gestorben ist

von Assaf Levitin  11.02.2026