Berlin

Bundesregierung bekräftigt Ablehnung von BDS

Bundeskanzlerin Angela Merkel Foto: dpa

Nach dem umstrittenen Aufruf von Kulturschaffenden hat die Bundesregierung bekräftigt, ihre ablehnende Haltung zur BDS-Bewegung beizubehalten. »Ständige Boykottaufrufe sind ignorant und diffamierend«, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz am Freitag in Berlin.

Fietz betonte, sie äußere sich ganz grundsätzlich zu der Resolution, die der Bundestag im Mai 2019 gegen die BDS-Bewegung verabschiedete hatte. Das Parlament stufte die Bewegung, die den allumfassenden Boykott des jüdischen Staates und israelischer Staatsbürger fordert, als ebenso israelfeindlich wie antisemitisch ein und verlangte, sie und ihre Unterstützer sollen kein Geld mehr von der Bundesregierung erhalten.

BDS steht für »Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen«. Die Kampagne wurde 2005 von mehr als 170 palästinensischen Organisationen gestartet. Ihr Ziel ist es, durch gezielte Boykottaufrufe den jüdischen Staat international zu isolieren und als angeblichen »Apartheidstaat« zu diffamieren. Dabei hat sie sowohl israelische Firmen und Institutionen als auch Wissenschaftler und Künstler im Visier.

Mehrere renommierte Kultureinrichtungen aus Deutschland hatten am Donnerstag in der Initiative »GG 5.3 Weltoffenheit« vor der Gefahr gewarnt, im Kampf gegen Antisemitismus wichtige kritische Stimmen in der Gesellschaft von der öffentlichen Debatte auszuschließen. »Unter Berufung auf diese Resolution werden durch missbräuchliche Verwendungen des Antisemitismusvorwurfs wichtige Stimmen beiseitegedrängt und kritische Positionen verzerrt dargestellt«, schrieben sie.

»Die aktuelle Initiative ist erneut ein Beispiel dafür, welchen Gratwanderungen die Kunstfreiheit in Artikel 5 des Grundgesetzes mitunter ausgesetzt ist«, sagte Fietz. »Auch für streitbare und kontroverse Debatten gelten aus Sicht der Bundesregierung bestimmte Regeln. Dazu zählt im Hinblick auf Israel die unmissverständliche Anerkennung des Existenzrechts Israels«, das unverhandelbar sei.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte, man habe jegliche Zusammenarbeit mit der BDS-Bewegung bereits vor der Resolution ausgeschlossen und keine Projekte gefördert, die der Unterstützung der Bewegung dienten. dpa/ja

München

20 Jahre jüdisches Leben im Herzen Münchens: Synagoge Ohel Jakob

Das Judentum ist seit 20 Jahren wieder mitten in der bayerischen Hauptstadt verankert

von Christiane Ried  08.11.2026

Plakat mit der Aufschrift Nie wieder ist jetzt

Gedenken zum 9. November

»Nie wieder«: Ein Appell in der Kritik

In diesen Tagen wird der Opfer der NS-Pogrome von 1938 gedacht. Anlass, öffentlich »nie wieder« zu fordern. Wegen des aktuellen Antisemitismus wollen manche das jedoch nicht mehr hören. Schlaglichter auf eine Debatte

von Leticia Witte  08.11.2026

Tasche mit der Aufschrift Anne Frank – 30 Jahre Anne Frank Zentrum

Berlin

Anne Frank Zentrum: Holocaustleugnung bei Jugendlichen nimmt zu

Die Leiterin des Anne Frank Zentrums Berlin warnt vor Falschinformationen zur NS-Zeit in Sozialen Medien. Ein Grund für die Wissenslücken könne auch ein rückläufiger Stellenwert im Schulunterricht sein, sagt sie

 08.11.2026

Oper

»Da ruft mich jemand«

Das Theater Osnabrück erinnert mit einem eigens komponierten Stück an Peter van Pels. Der Gefährte von Anne Frank im Versteck wurde vor 100 Jahren geboren

von Claudia Irle-Utsch  08.11.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

 08.11.2026

Ruth Ur im Exilmuseum

Berlin

Das Exil ist überall – Berlins neues Museum schlägt Brücken

Während der NS-Zeit war Berlin für viele ein Ort, den sie verlassen mussten. Ein neues Museum verbindet ihre Geschichten mit heutigen Exil-Erfahrungen

 08.11.2026

Befreiung von der Schuld: Wenn Claudia Roth plötzlich wie Björn Höcke klingt

Eine Einordnung von Georg M. Hafner

 07.11.2026

Meister der Melancholie

Leonard Cohen: »Jikan der Stille« lebte seine Religion - und auch eine andere

Seine Lieder sind geheimnisvoll, oft düster - und doch von beklemmender Schönheit. Leonard Cohen war nie zu greifen, mit niemandem zu vergleichen. Vor zehn Jahren ist er gestorben

von Alexander Brüggemann  07.11.2026

Meinung

Die Juden waren’s!

Claudia Roth und die jüdische Lobby: Eine kleine Chronik der Unschuld

von Andreas Büttner  06.11.2026