Gedenkstätten

Hunderttausende Dokumente zu NS-Verfolgten online

Zentrale Namenskartei der Arolsen Archives in Bad Arolsen Foto: dpa

Das Internationale Zentrum über NS-Verfolgung Arolsen Archives hat im Internet Hunderttausende Dokumente über NS-Verfolgte veröffentlicht. »Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die alliierten Besatzungsmächte eine Mammutaufgabe vor sich: Sie wollten die Verbrechen der Nationalsozialisten dokumentieren und Vermisste suchen«, teilte die Einrichtung im nordhessischen Bad Arolsen am Dienstag mit.

So seien allein in der amerikanischen Besatzungszone 850.000 Dokumente mit Informationen zu zehn Millionen Namen entstanden. Diesen Bestand hätten die Arolsen Archives nun frei zugänglich gemacht.

Damit die Informationen schnell abrufbar sind, habe man sich Unterstützung von einer Online-Plattform für Ahnenforschung geholt. Das Unternehmen helfe bei der Bearbeitung, stelle Daten zur Verfügung und veröffentliche die Dokumente auch im eigenen Online-Archiv. Die Listen ließen sich deshalb nun ganz einfach durchsuchen.

»Die von Ancestry erhobenen Daten bereichern unser Online-Archiv mit vielen wertvollen Informationen, zum Beispiel über die Aufenthaltsorte von ausländischen Zwangsarbeitern«, sagte Giora Zwilling, Referatsleiter bei den Arolsen Archives.

Die Arolsen Archives haben das weltweit umfassendste Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Dahinter steht der frühere NS-Opfer-Suchdienst ITS. Seine Sammlung mit Hinweisen zu rund 17,5 Millionen Menschen gehört zum Unesco-Weltdokumentenerbe.  dpa

Amulette

Erfurter Ausstellung zeigt israelische Kunst

Die Galerie Waidspeicher zeigt Werke israelischer Künstlerinnen und 555 Hamsa-Amulette aus Jerusalem. Das Motiv der Hamsa in Form einer geöffneten Hand ist im Judentum, im Islam und im Christentum gebräuchlich

von Matthias Thüsing  10.03.2026

München

Ermittlungen zu Nazi-Parole gegen Fleischhauer eingestellt

Der Kolumnist bedient sich bei einem Podcast eines Slogans der Nationalsozialisten, um damit den AfD-Nachwuchs zu kritisieren. Deshalb wird gegen ihn ermittelt - jedoch nicht besonders lang

 10.03.2026

TV-Tipp

Die Puppe mit dem Hitlergruß: Das turbulente Leben der Unternehmerin Käthe Kruse

»Ich kauf‘ Euch keine Puppen - macht Euch selber welche!« Max Kruses junge Geliebte nahm diese brüske Absage wortwörtlich und wurde berühmt. Arte zeichnet die bewegte Biografie von Käthe Kruse nach

von Manfred Riepe  10.03.2026

New York

Ben Stiller: »Krieg ist kein Film«

Immer wieder nutzt die US-Regierung bekanntes Film- oder Musikmaterial für eigene Videoclips - wohl ohne zu fragen. Jetzt beschwert sich deswegen Schauspieler Ben Stiller

 10.03.2026

Comedy

Streichelzoo mit Fischen

Die Serie »JoJo & Simha: Exploring Berlin3000« erzählt auf Social Media von drei tollpatschigen jüdischen Handwerkern der Zukunft

von Pascal Beck  09.03.2026

Women’s Asian Cup

Trump fordert von Australien Asyl für iranische Fußballerinnen

Die Spielerinnen hatten sich vor dem Anstoß im Robina Stadium geweigert, die iranische Nationalhymne zu singen

 09.03.2026

Magdeburg

Auftakt für jüdische Kultur in Sachsen-Anhalt

Ministerpräsident Sven Schulze betonte als Schirmherr die Bedeutung der Kulturtage als klares Signal der Solidarität mit Jüdinnen und Juden in Sachsen-Anhalt

 09.03.2026

Sprache

»Wat willste?«

Die Autorin Lea Streisand hat ein Buch über den vielleicht schönsten Dialekt des Deutschen geschrieben, das Berlinerische. Ein Besuch zwischen »ick«, »icke« und »dufte«

von Katrin Richter  08.03.2026

Berlin/Los Angeles

Weimer lädt Chalamet in die Oper ein: »Kann mal daneben liegen«

Interessiert sich wirklich niemand mehr für Oper und Ballett? So findet es zumindest »Marty Supreme«-Star Timothée Chalamet. Wie der Kulturstaatsminister den Oscar-Anwärter umstimmen will

 08.03.2026