Essen

»Holo-Voices«: Zeitzeugen des Holocausts sollen für immer sprechen

Die Holocaust-Überlebende Eva Weyl wird in einem Studio der TU Dortmund für ein Hologramm bei der Beantwortung von Fragen zu ihrem Leben gefilmt und ist dabei auf einem Monitor zu sehen. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Pool

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst und Kulturministerin Ina Brandes (beide CDU) werden am Holocaust-Gedenktag in Essen ein neues Projekt zur Erinnerung an die Opfer des nationalsozialistischen Völkermords starten. Gemeinsam mit der Holocaust-Überlebenden Eva Weyl und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, beginnen sie am 27. Januar im Weltkulturerbe Zollverein »Holo-Voices« im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, wie die Staatskanzlei am Dienstag in Düsseldorf mitteilte.

Die Erfahrung und die Eindrücke einer persönlichen Begegnung mit Überlebenden der Schoah seien unersetzlich, teilte die Staatskanzlei in Düsseldorf mit. Umso wichtiger sei es, die Erfahrungsberichte der Zeitzeugen für die nachfolgenden Generationen zu bewahren und erlebbar zu machen, hieß es. Das Projekt gebe »den Zeitzeugen des Holocausts eine Stimme für die Ewigkeit«.

Zwei Ausstellungen begleiten Erinnerungsprojekt

Dank KI und Hologramm-Technik treten die Überlebenden demnach als dreidimensionales Hologramm mit den Besucherinnen und Besuchern in den Dialog. Zum Projekt in der ehemaligen Zeche Zollverein gehören auch die Begleitausstellung »Frag nach!« vom Deutschen Exilarchiv 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main und die Präsentation »Unter Tage.Unter Zwang«, kuratiert vom Verein Zweitzeugen in Kooperation mit dem Ruhr Museum.

Das Wort »Holocaust« stammt aus dem Griechischen: »holókaustus« bedeutet »völlig verbrannt« und bezieht sich auf die systematische Vernichtung ganzer Bevölkerungsgruppen während des Nationalsozialismus. Im Hebräischen spricht man von Schoa, was auch »große Katastrophe« bedeutet. epd 

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