Meldungen

Grabung, Doku, Bildsprache

Tel Hazor in Nord-Israel Foto: dpa

Meldungen

Grabung, Doku, Bildsprache

Nachrichten aus der Wissenschaft

 22.08.2019 09:18 Uhr

Grabung

Bei den laufenden Ausgrabungen in der antiken Stätte Tel Hazor ist eine massive Treppe aus 4,5 Meter breiten Basaltplatten entdeckt worden, wie die »Times of Israel« berichtet. Hazor liegt in Galiläa nördlich des Sees Genezareth und war um 1800 v.d.Z. die bedeutendste kanaanitische Metropole. Heute gehören die Ruinen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Den leitenden Archäologen Amnon Ben-Tor und Shlomit Bechar von der Hebräischen Universität Jerusalem zufolge führte die Treppe nicht direkt in den alten Palast, sondern in einen Innenhof, von dem aus man wiederum zu einer anderen Treppe oder einem anderen Palasteingang gelangte. Neben den Stufen fanden die Archäologen Hinweise auf eine Zerstörung des Bauwerks, was mit der biblischen Geschichte der Israeliten übereinstimmen würde, die die kanaanitische 20.000-Einwohner-Stadt Hazor zerstört haben sollen. Bechar und Ben-Tor wollen die Ausgrabungen des Treppenhauses fortsetzen und weitere Spuren des Palastes finden. ja

Dokumentation

Der frühere Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Markus Meckel, hat sich erneut für ein Dokumentationszentrum über den deutschen Vernichtungskrieg in Osteuropa ausgesprochen. 80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 sollte in einem solchen Dokumentationszentrum »in allen Differenzierungen darüber informiert werden, was geschah«, erklärte Meckel in einem Gastbeitrag im Berliner »Tagesspiegel«. In Deutschland gebe es bislang »kaum ein Bewusstsein« dafür. Meckel betonte: »Jeder kennt Lidice in der Tschechoslowakei und Oradour in Frankreich – wo ganze Dörfer deutschen Vergeltungsaktionen zum Opfer fielen. Im Osten aber gibt es Hunderte solcher Orte.« Als Beispiel nannte Meckel Katyn bei Minsk. Dort gebe es einen Gedenkort für 605 derartige Massaker allein in Weißrussland. Meckel, der auch Vorsitzender des Stiftungsrates der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ist, sprach sich zugleich gegen weitere Denkmale für einzelne Opfergruppen des Nationalsozialismus aus. »Sollten wir wirklich für Polen, Belarussen, Ukrainer und Russen – und überall gehen die Opfer in die Millionen – getrennte Denkmale bauen? Wo soll man anfangen, wo aufhören?«, fragte er. Zusammen mit Historikern, darunter dem früheren Direktor des Deutsch-Russischen Museums Karlshorst, Peter Jahn, hat Meckel ein Eckpunktepapier für ein Dokumentationszentrum vorgelegt. epd

Bildsprache

Am 8. und 9. September veranstaltet die Bildungsabteilung im Zentralrat der Juden in Berlin ein Seminar für jüdische Medienräte und Kulturbeauftragte jüdischer Gemeinden zum Thema »Das Bild der Juden in den Medien«. Ein kritischer Blick auf die Medienlandschaft lässt erkennen, dass das Bild der Juden in Film und Fernsehen immer wieder schillernd ist. Der »Jude« als Projektionsfläche für Zuschreibungen und Ressentiments ist hier ebenso vertreten wie der exotische Blick auf das Judentum. Der Wunsch nach Nähe zu Juden und ihrer angeblichen Faszination wird ebenso oft thematisiert wie ihre vermeintliche Unnahbarkeit oder Hartherzigkeit. Im Rahmen des Seminars werden Filmsequenzen – unter anderem aus der Krimireihe Tatort – analysiert und der Blick für das verzerrte Bild von Juden analysiert. Die Bild- und Filmsprache in den unterschiedlichen Genres, in denen Juden thematisiert werden, sowie ihr Einfluss auf die Wahrnehmung der jüdischen Lebenswelt, Religion und Kultur werden mit Film- und Sprachwissenschaftlern und Journalisten erörtert und vertieft. Weitere Informationen und Anmeldung unter bildungsabteilung@zentralratderjuden.de. ja

Zeitreise

Historische Frankfurter Judengasse wird virtuell erlebbar

In den Alltag von Jüdinnen und Juden im Jahr 1864 in Frankfurt am Main eintauchen, sich als Passant in der historischen Judengasse bewegen und mit Bewohnern sprechen: Das Jüdische Museum Frankfurt hat eine internetbasierte Zeitmaschine entwickelt

von Jens Bayer-Grimm  29.05.2026

TV-Tipp

Kultfilm »Harry und Sally« - immer wieder was fürs Herz

Die Komödie des vor Kurzem ermordeten Regisseurs Rob Reiner avancierte zum Kultfilm

von Jan Lehr  29.05.2026

Konzerte

Doja Cat kommt mit »Ma Vie World Tour« nach Hamburg und Berlin

Ihren Durchbruch feiert sie über SoundCloud, bevor sie mit dem viralen Hit »Mooo!« erstmals weltweite Aufmerksamkeit bekommt

 29.05.2026

TV-Tipp

»Robert Lembke - Wer bin ich?« -Doku-Drama über die TV-Legende

»Robert Lembke - Wer bin ich« ist ein kluger Film über Verdrängung, Volksbildung und das Schweigen einer TV-Legende über die eigene Vergangenheit

von Jan Lehr  29.05.2026

Meinung

Kein Boykott – nur Abscheu

Die irische Schriftstellerin Sally Rooney möchte ihren neuesten Roman doch auf Hebräisch übersetzen lassen. Zuvor sortiert sie aber Israelis aus - und das Mitgefühl gleich mit

von Sabine Brandes  29.05.2026

Warnung

Steven Spielberg will keine KI nutzen

Der Filmemacher sieht einen Platz für KI in der Medizin und in der Forschung.

 28.05.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Imanuel Marcus  28.05.2026

London

Helen Mirren als »böse zionistische Schlampe« beschimpft

Ein Mann ging die 80-jährige Schauspielerin und ihren Gatten Taylor Hackford auf offener Straße an

 28.05.2026

Musik

Drake hat mehr Hits als Michael Jackson

In den Top 10 Single-Charts entfallen neun der zehn Plätze auf den jüdischen Rapper. Sein neuer Song »Janice STFU« sprang soeben direkt auf Platz 1 der Billboard Hot 100

 28.05.2026