Nach Kritik

Google-Tochter entschuldigt sich

Bilder entstanden im ehemaligen KZ Sachsenhausen und auch in der KZ-Gedenkstätte Dachau Foto: dpa

Der Gründer der Google-Tochter Niantic Labs, John Hanke, hat sich für das Handy-Spiel »Ingress« entschuldigt. In das Spiel waren die Stätten ehemaliger Konzentrationslager einbezogen worden.

Nachdem man erfahren habe, dass sogenannte historische Marken auf dem Gelände unter anderem von Auschwitz, Oranienburg oder Dachau gesetzt worden seien, »haben wir erkannt, dass dies unseren Richtlinien widerspricht«, erklärte Hanke am Donnerstag. Man habe begonnen, solche Plätze herauszunehmen. »Wir entschuldigen uns dafür, dass dies passiert ist.«

Geschichte Zuvor hatte unter anderem die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, Gabriele Hammermann, gegen »Ingress« protestiert. Mit dem Spiel werde eine »unerträgliche Verharmlosung der Geschichte« betrieben, sagte sie der Nachrichtenagentur epd.

Beim Spiel »Ingress« müssen die Spieler eine weltweite Schlacht um die Menschheit gewinnen. Mit ihrem Smartphone suchen die Spieler per GPS markierte Orte und führen dort Spielaktionen aus. Die Orte werden wiederum von den Spielern vorgeschlagen. Etliche Bilder entstanden auch in der KZ-Gedenkstätte Dachau, erklärte Hammermann.

Nach einem Bericht des Magazins der Wochenzeitung »Die Zeit« über das Spiel sei inzwischen ein Großteil der markierten Spielstationen aus ehemaligen Konzentrationslagern wie Dachau, Sachsenhausen, Buchenwald und Mittelbau-Dora entfernt worden. epd

Glosse

Der Rest der Welt

Warum sich jüdische Mädchen mehr für Fußball begeistern sollten

von Nicole Dreyfus  27.06.2026

Interview

»Deutsch-jüdische Geschichte ist nichts Verstaubtes«

Der Judaist Alexander Dubrau über seine neue Aufgabe als Direktor des Leo Baeck Instituts Jerusalem, akademische Herausforderungen und den Austausch mit der breiten Öffentlichkeit

von Sabine Brandes  27.06.2026

Sachbuch

Altern als Bühne

Der Schweizer Autor Roger Schawinski hält Boomern den Spiegel vor und plädiert für Genuss und Lebensfreude bis zum Schluss

von Nicole Dreyfus  27.06.2026

»Tage des Exils«

Zirkuskunst, Klezmer und Theater: »Tsirk Dobranotch« kommt nach Frankfurt

Ein außergewöhnliches Zusammenspiel aus Zirkuskunst, jiddischem Theater und Klezmermusik erwartet Besucher im August

 26.06.2026

Aufgegabelt

Sommerfrisch: Melone und Gurke auf Labneh

Rezepte und Leckeres

 26.06.2026

Dresden/Gohrisch

Sächsische Schostakowitsch Tage eröffnet

Das Festival widmet sich bis Sonntag jüdischen Einflüssen auf das Werk des russischen Komponisten

 26.06.2026

Bachmannpreis

250 Mal A und ein Abgang

Die Autorin Slata Roschal las aus ihrem Text »Es ist die Leichtigkeit, die den Herrn am Tisch von der Putzfrau unterscheidet«, aber diskutiert wurde über etwas ganz anderes

von Katrin Richter  26.06.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  25.06.2026

Essay

Licht und Schatten

Unser Autor hat vor 38 Jahren die Videoskulptur »Menora/Inventur« geschaffen. Warum sein Kunstwerk demnächst in Prag zu sehen ist – nicht aber in einer Ausstellung in Karlsruhe

von Michael Bielický  25.06.2026