Musik

Genie am Küchenmixer

»Ich hasse Langeweile«: Itzhak Perlman Foto: dpa

Musik

Genie am Küchenmixer

Zum 70. Geburtstag des Geigers Itzhak Perlman gibt es eine CD-Box mit sämtlichen seiner Einspielungen

 24.08.2015 19:20 Uhr

Neulich hat er mal wieder eines dieser Videos auf Facebook gepostet, das den Menschen Itzhak Perlman besser erklärt als jeder Text, der über ihn geschrieben werden kann. Da sitzt der Geiger vor einem Küchenmixer und dreht begeistert am Geschwindigkeitsregler.

Je schneller der Mixer sich dreht, desto höher wird das Geräusch. Am Ende strahlt Perlman über seine kleine Aufführung von »Twinkle, Twinkle, Little Star« und kommentiert das Video mit dem Satz: »Irgendwann werde ich noch Tschaikowskys Violinkonzert auf diesem Ding spielen – aber vorher muss ich noch etwas an meiner Intonation arbeiten.«

Klezmer Itzhak Perlman, der am 31. August 70 Jahre alt wird, ist ein geniales, verspieltes und ewig neugieriges Kind geblieben. Der fünffache Vater und neunfache Großvater stand sogar mit Luciano Pavarotti in Tosca als Sänger auf der Bühne, erweitert seine Klangzone ebenso stetig wie gekonnt in Richtung Jazz und Klezmer und ist außerdem Chefdirigent des Westchester Philharmonic Orchestra.

Bis heute entscheidet er oft erst in letzter Sekunde, was er auf seinen Konzerten spielt. Perlman hasst Langeweile. »Wenn man einfach nur Stücke spielt, die man schon immer so gespielt hat, ist das eine Art Todeskuss«, sagt er.

Einer seiner größten Erfolge war die Zusammenarbeit mit John Williams am Soundtrack für den Film Schindlers Liste 1993. Für Perlman war der Ausflug auf den Spuren der Geschichte ein Herzensanliegen. »Ich habe gehofft, dem Film durch die Musik Gefühle geben zu können, da ich ja auch ein Opfer dieser Geschichte bin.« Heute ist er längst die emotionale Verkörperung von Steven Spielbergs Schoa-Drama.

Pünktlich zu Perlmans Geburtstag bringt sein Label Warner eine 77-CD-Box mit sämtlichen Einspielungen heraus. Eine ohrenöffnende Giga-Edition, die des Geburtstagskinds würdig ist. Nur ein Highlight fehlt in der Lebenswerk-Box: der Geiger an seinem neuen Musikinstrument, dem Küchenmixer. Aber den gibt es bei Internetfreak Perlman ja auf Facebook. ja

Itzhak Perlman: »The Complete Warner Recordings«. Warner Classics 2015, 199,99 €

Meinung

Warum ich mich für meine Teilnahme am »Dschungelcamp« niemals schämen würde

Die »Lindenstraßen«-Darstellerin Rebecca Siemoneit-Barum war 2015 bei der berühmt-berüchtigten RTL-Sendung in Australien dabei. Hier erzählt sie, was die Zeit im Dschungel bis heute für sie bedeutet

von Rebecca Siemoneit-Barum  06.02.2026

Erfurt

Einzigartiges Klezmer-Projekt: Jubiläumskonzert zum Zehnjährigen als »Höhepunkt eines Prozesses«

Im Klezmerorchester Erfurt musizieren Laien und Profis gemeinsam. Nun feiert das Projekt sein zehnjähriges Bestehen - mit einem einzigen Konzert

von Matthias Thüsing  06.02.2026

Fernsehen

Doku über Geisel-Familie zeigt zerrissene israelische Gesellschaft

Ein 3sat-Dokumentarfilm zeigt das Martyrium einer amerikanisch-israelischen Familie, deren Angehörige am 7. Oktober 2023 von der Hamas entführt wurde

von Manfred Riepe  06.02.2026

Fernsehen

»Er verarscht hier alle«: Ofarim wird wieder Zielscheibe von Ariel

Endspurt im Dschungelcamp vor dem großen Finale am Sonntag. Gil Ofarim tritt nach seinem Unfall zur nächsten Prüfung an, das Kandidatenfeld lichtet sich weiter - und der Ton wird rauer

von Lukas Dubro  06.02.2026

Australien

»Action, Action, Action« im Dschungel

Regeln sind Regeln. Und Überraschungen sind Überraschungen: Jetzt unterhalten sich sogar Ariel und Gil

von Martin Krauß  06.02.2026

Berlin

Liebermann-Villa zeigt »Alles für die Kunst!«

Seinen Erfolg musste sich der Künstler Max Liebermann hart erkämpfen. Eine Ausstellung in der Liebermann-Villa am Berliner Wannsee zeigt, wie strategisch und konsequent er dabei vorging.

 05.02.2026

Kulturkolumne

Make Judaism cool again!

Wie Tel Aviver Mode für Empowerment und Hoffnung sorgt

von Sophie Albers Ben Chamo  05.02.2026

Theater

Mit Kufiya und Kippa

Noam Brusilovskys Stück »Fake Jews« in Berlin knüpft an die Geschichte von Fabian Wolff an

von Stephen Tree  05.02.2026

Film

Ganz links in der Ecke

»Coexistance, my Ass« porträtiert die israelische Comedian Noam Shuster Eliassi und ein polarisiertes Land. Doch eine wichtige Info fehlt

von Ayala Goldmann  05.02.2026