berlin

Friedrichstadt-Palast ehrt Max Reinhardt mit Fahne mit Davidstern

»Jüdische Wurzeln seit 1919«: Der Friedrichstadt-Palast setzte schon im Herbst 2019 ein Zeichen. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Der Berliner Friedrichstadt-Palast ehrt seinen Gründungsvater Max Reinhardt (1873-1943) zum 150. Geburtstag mit einer großen Fahne mit Davidstern vor dem Haus. Vom Geburtstag des großen Theatermachers am Samstag bis nach der Premierenwoche der neuen »Falling in Love Grand Show« hisse der Palast vor dem Haus die Flagge mit der Aufschrift »Jüdische Wurzeln seit 1919«, teilte die Intendanz am Freitag in Berlin mit.

»Masel tov zum 150. Geburtstag, sehr geehrter Herr Professor!«, erklärte Intendant Berndt Schmidt in einer Grußbotschaft: »In unseren Gedanken leben Sie fort.« Der Palast bekenne sich mit Stolz und vor allem Verantwortung zu seinen jüdischen Wurzeln: »Wir vergessen nicht, zu welchen Verbrechen Rechtsextreme in Worten und in Taten fähig sind. Wir stehen ein für Demokratie, Freiheit und Vielfalt.«

Der Theater- und Filmregisseur Max Reinhardt wurde 9. September 1873 im niederösterreichischen Baden in eine jüdische Kleinhändlerfamilie geboren. Er begründete die Salzburger Festspiele, besaß mehrere Bühnen, darunter das Deutsche Theater, und eröffnete 1919 das Große Schauspielhaus, aus dem 1947 der Friedrichstadt-Palast hervorging.

Das Andenken an Reinhardt werde am Palast in großen Ehren gehalten, betonte die Intendanz. Seit 2015 stehe vor dem Haus an prominenter Stelle ein Denkzeichen, das an die drei Begründer des berühmten Berliner Revuetheaters erinnere. Neben Reinhardt waren das der Architekt Hans Poelzig und der Revuemacher Erik Charell. Alle drei wurden ab 1933 von den Nazis verfolgt. Reinhardt emigrierte 1937 in die USA und starb 1943 in New York. epd

Jubiläum

50 Jahre Muppets: »Applaus, Applaus, Applaus!«

Am 5. September 1976, vor 50 Jahren, strahlte der britische Sender ITV die erste Folge der »Muppet Show« aus. Das geplant chaotische Format wurde ein weltweiter Erfolg

von Alexander Brüggemann  03.09.2026

Kunst

Mehr als heiße Luft

Ausgerechnet ein jüdisches Rhinozeros liefert in Sachsen-Anhalt einen prägnanten Kommentar zur Landtagswahl. Ein Treffen mit dem israelischen Künstler Itamar Gov

von Sophie Albers Ben Chamo  03.09.2026

Kino

»Die Realität, in der wir leben«

Das israelische Filmfestival »Seret« zeigt atemberaubend dramatische wie komische Filme und Dokumentationen

von Helmut Kuhn  03.09.2026

Programm

Offene Türen am Rhein, Lehrhaus am Main und ein Kulturfest im Vogtland: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 3. September bis zum 9. September

 03.09.2026

»Imanuels Interpreten« (24)

Stan Getz: Der Saxofon-Poet

Wenn Getz live spielte, wollten alle da sein und zuhören. Der Vollblutmusiker kämpfte jedoch über Jahrzehnte hinweg mit Dämonen, die ihn zerstörten

von Imanuel Marcus  02.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  02.09.2026

Interview

»Meine Musik soll Herzen öffnen«

Motty Steinmetz ist in der orthodoxen Welt ein Superstar. Sein Großvater überlebte Auschwitz, nun tritt er zum ersten Mal in Deutschland auf. Wir haben mit dem chassidischen Sänger gesprochen

von Jan Feldmann, Mascha Malburg  02.09.2026

Musik

»Wir müssen laut sein. Stark sein. Kämpfen«

Der Rapper Ben Salomo hat in den sozialen Medien eine eindringliche Botschaft an die jüdische Gemeinschaft gerichtet. Was ihn zu dem Appell bewegt hat, erklärt er im Gespräch mit JA-Videoredakteur Jan Feldmann

von Jan Feldmann  02.09.2026

Albrecht Weinberg (1925 - 2026)

Kino

»Es ist immer in meinem Kopf«

Im Mai starb Albrecht Weinberg im Alter von 101 Jahren. Nun erscheint ein bewegendes Porträt über den Holocaust-Überlebenden, der nie den Glauben an die Menschheit verlor und seine letzten Lebensjahre der Erinnerungsarbeit widmete

von Wiebke Hollersen  02.09.2026