Buchpremiere

Franz Kafka als Zeichner

Franz Kafka (1883–1924) Foto: dpa

Buchpremiere

Franz Kafka als Zeichner

Ein neuer Band zeigt erstmals alle Zeichnungen des Schriftstellers – darunter mehr als 100 unbekannte Arbeiten

 28.10.2021 16:49 Uhr

Es ist ein Buch, das einen neuen Blick auf den Schriftsteller Franz Kafka (1883–1924) wirft: Erstmals sind alle Zeichnungen Kafkas in einem Band zu sehen – darunter auch mehr als 100 überwiegend unbekannte Zeichnungen, die erst 2019 in einem Zürcher Banksafe entdeckt wurden.

Seit der Entdeckung sei klar, dass Kafkas Zeichnungen keine Illustration und Erklärung seiner Texte seien, sondern Werke, die eigenständig betrachtet werden müssten, sagte der Herausgeber des Buches, Andreas Kilcher, am Mittwochabend bei der Vorstellung des Buches im Deutschen Literaturarchiv Marbach.

skizzen Das Buch Franz Kafka. Die Zeichnungen erscheint am 2. November im Münchner C.H. Beck Verlag und zeitgleich in sechs weiteren Verlagen im Ausland. Die Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach, Sandra Richter, sagte, Kafka habe vor allem in seinen früheren Jahren zu Beginn des 20. Jahrhunderts gezeichnet. Seine »beeindruckend hingeworfenen Skizzen« reduzierten Dinge auf das Charakteristische.

Kafkas Freund und Testamentsvollstrecker Max Brod ist zu verdanken, dass es die Zeichnungen und Manuskripte des Schriftstellers und Künstlers noch gibt. Als er 1939 vor den Nationalsozialisten nach Palästina floh, hatte er Kafkas Nachlass im Gepäck und deponierte ihn 1956 anlässlich der Suezkrise in einem Zürcher Safe.

Brod veröffentlichte nur einzelne Zeichnungen daraus – auch weil er diese noch zu Lebzeiten seiner Sekretärin Ilse Ester Hoffe geschenkt hatte. Mittlerweile befinden sich die Zeichnungen in der israelischen Nationalbibliothek. epd

Programm

Lebenswille, musikalische Soiree und Fußball unterm Hakenkreuz: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 14. Mai bis zum 21. Mai

 19.05.2026

Analyse

Warum Israel beim ESC so erfolgreich war

Gegen Israels Teilnahme am ESC gab es viele Proteste, doch die Zuschauer stimmten am Ende überaus oft für den Beitrag ab. Wie passt das zusammen? Eine Analyse zum Voting-System, zur Werbung und dem Beitrag selbst

von Daniel Zander  19.05.2026

Kultur

Wer ist »Michelle«? Das Geheimnis hinter Israels ESC-Song

Noam Bettans Lied klingt wie eine Trennungsgeschichte – doch viele interpretieren den Text anders: Als die komplizierte Beziehung des jüdischen Volkes zu Europa

von Sabine Brandes  19.05.2026

New York

Bob Dylan - Der geniale Sonderling

Protestlieder, elektrischer Rock, Country-Alben, religiöse Musik. Die Welt hat ihm einige der einflussreichsten Musikstücke zu verdanken. Eine Ikone wollte er aber nie sein

von Anne Pollmann  19.05.2026

Berlin/Paris

Berliner Fotograf dokumentiert Pariser Juden-Deportation

Lange Zeit unbekannte Fotos zeigen, wie Pariser Juden 1941 ahnungslos einer Vorladung folgten – und in den Abgrund geführt wurden. Was der Harry Croner dabei dokumentierte

 19.05.2026

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« erhält Tacheles-Preis

Der Tacheles-Preis wird alle zwei Jahre an Personen oder Organisationen verliehen, die sich für die Sicherung einer jüdischen Zukunft in Deutschland einsetzen. Die Laudatio hält der neue WELT-Chefredakteur Helge Fuhst

 18.05.2026

Ehrung ohne Preisträgerin

Nach Knieverletzung: Barbra Streisand sagt Cannes-Besuch ab

In Frankreich wollte sie die Ehrenpalme entgegennehmen. Nun hört die Sängerin und Schauspielerin aber auf ihre Ärzte. Das Filmfestival will die Ikone trotzdem ehren

 18.05.2026

Geburtstag

Bob Dylan wird 85: Genie, Grenzgänger und niemals greifbar

Die berühmte Frage in seinem bekanntestem Song lehnt sich direkt an diese Geschichte an: Wie fühlt es sich an, ohne ein Heim zu sein, wie ein völlig Unbekannter, wie ein rollender Stein?

von Paula Konersmann  18.05.2026

Meinung

Die Israel-Allergie der ARD

Douze Points für Israel - und dann Schweigen

von Guy Katz  17.05.2026