EILMELDUNG! Medienbericht: Iran soll Ermordung von Josef Schuster und Volker Beck geplant haben

Schule

Feindselige Kulisse für Juden

Die heute vorherrschende Form von Antisemitismus kommt nach Aussage der Soziologin Julia Bernstein im Gewand von Israelkritik daher. »Die meisten Juden in Deutschland fühlen sich von israelbezogenem Antisemitismus bedroht«, sagte die Wissenschaftlerin aus Frankfurt am Main dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Delegitimierung des jüdischen Staats als Verbrechensregime führe zu einer feindseligen Kulisse für Juden.

Obwohl sie Bürger in Deutschland seien, werde ihnen als vermeintliche Vertreter Israels eine unmenschliche Unterdrückung der Palästinenser vorgeworfen.

israel Viele Deutsche fühlten sich anscheinend verpflichtet, Israel kritisieren zu müssen, stellte die Professorin für soziale Ungleichheiten und Diskriminierungserfahrungen an der Frankfurt University of Applied Sciences fest. Israel werde mehr als andere Länder unter die Lupe genommen.

Mit dem Anspruch, Kritik darzustellen, unterlaufe Antisemitismus im Gewand der Israelkritik die Ächtung und mache scheinbar überkommenen Antisemitismus wieder sagbar. Israelbezogener Antisemitismus liege dann vor, wenn an Israel andere Standards als an andere Länder angelegt würden, das Land dämonisiert und die Legitimität seiner Existenz infrage gestellt werde.

Der israelbezogene Antisemitismus ist nach Bernsteins Untersuchungen an Schulen sowohl in der Schüler- als auch in der Lehrerschaft verbreitet.

Der israelbezogene Antisemitismus ist nach Bernsteins Untersuchungen an Schulen sowohl in der Schüler- als auch in der Lehrerschaft verbreitet. So habe in einem Fall ein Schüler einer jüdischen Mitschülerin gegenüber derb seine Verachtung aller Juden ausgedrückt und auf Nachfrage gesagt: »Die fressen doch Kinder.« Das habe er in einer türkischen Fernsehsendung erfahren. Hier werde mit Bezug auf den Nahostkonflikt die mittelalterliche Ritualmordlegende in neuer Form propagandistisch befeuert, erklärte die Soziologin.

klassengemeinschaft In Gestalt von Israelkritik werde Antisemitismus auch von manchen Lehrerinnen und Lehrern in die Klassen getragen, stellte Bernstein fest. »Wenn ein jüdischer Schüler sich dann genötigt fühlt, auch etwas für Israel zu sagen, sind alle gegen ihn.« Wo vorher eine Klassengemeinschaft bestanden habe, sei nach der Auseinandersetzung eine Spaltung nach ethnischen oder religiösen Kategorien entstanden.

Lehrkräfte sollten sich über antisemitische Klischees informieren und früh im Unterricht einschreiten, empfahl Bernstein. Antisemitische Anwürfe in Form von Israelkritik dürften nicht als »Meinung« in Schutz genommen werden. Schon beim Wort »Jude« sollten Lehrerinnen und Lehrer darauf achten, dass es nicht als Schimpfwort benutzt werde. Wenn das Thema Nahostkonflikt im Unterricht behandelt werde, sollten Lehrkräfte vorher die Auswirkungen auf die verschiedenen Schüler bedenken. epd

Würdigung

»Wo andere laut schweigen, lässt sie sich nicht unterkriegen«

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland würdigt in seiner Laudatio auf die Jüdische Allgemeine die Verdienste der Redaktion - und ihren Mut

von Abraham Lehrer  21.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Cannes

Hüller als Erika Mann, Eidinger als Gestapo-Chef

Das Programm der Filmfestspiele ist vom Zweiten Weltkrieg geprägt. Ein Beitrag außerhalb des Wettbewerbs sorgte für Überraschungen

von Patrick Heidmann  21.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026

Aufgegabelt

Schawuot: Käse-Bourekas

Rezepte und Leckeres

 21.05.2026

Berlin

Daniel-Ryan Spaulding: Pro-israelischer Comedian aus Kanada in Deutschland

»Wenn wir Freiheit, Demokratie und säkulare Werte verteidigen wollen, dann sollten wir alle an der Seite Israels stehen«, sagt der Künstler, der auch zum Aktivisten wurde

von Imanuel Marcus  21.05.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Bettina Piper, Imanuel Marcus  21.05.2026

Leipzig

Ausstellung zu jüdischem Leben und Bach

Johann Sebastian Bach hat sehr wahrscheinlich keine persönlichen Kontakte zu Jüdinnen und Juden gepflegt. Doch seine Werke wurden schon im 18. Jahrhundert von der jüdischen Community aufgeführt und verbreitet

von Katharina Rögner  20.05.2026

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 21. Mai bis zum 3. Juni

 20.05.2026