»Unsere Werte«

Familie, Gemeinschaft, Gerechtigkeit

Lederhose von Henry Landman Foto: JMAS

Das Jüdische Museum Augsburg Schwaben zeigt in seiner Dauerausstellung eine neue Intervention mit dem Titel »Unsere Werte«. Dabei sind vom 3. Juli bis 11. April 2021 Objekte aus dem jüdischen Alltag in Augsburg und Schwaben zu sehen, die Geschichten von ihren Besitzern erzählen und den Werten, denen sich diese verpflichtet fühlen: Gemeinschaft, Wohltätigkeit, Familie, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung.

veränderung »In den einzelnen Geschichten zeigt sich, dass Werte keine universale Gültigkeit haben, sondern sich inhaltlich stets veränderten und auch heute noch verändern«, heißt es in der Ankündigung.

Zum Beispiel bedeute Familie nicht immer nur Blutsverwandtschaft, sondern könne, insbesondere im Exil, auch durch andere Personen erweitert oder ersetzt werden, so das Museum weiter.

»Gemeinschaft kann sowohl in Lederhosen als auch durch den Besitz religiöser Schriften ausgedrückt werden – und aus Gemeinschaften kann man ebenso wieder ausgeschlossen werden.« Und Gerechtigkeit etwa werde gesellschaftlich hoch angesehen – doch wenn es um Restitution gehe, messe man oft mit doppeltem Maß.

Diskussion »Gerade heute beruft sich die Politik vermehrt auf gemeinsame Werte, welche die Gesellschaft zusammenhalten sollen«, teilt das Museum mit. Dabei ziele die politische Diskussion oft nicht darauf ab, Verbindendes hervorzuheben, sondern einzelne Gruppen und Minderheiten auszuschließen.

Die Intervention lade deshalb dazu ein, darüber nachzudenken, »welche Werte wir tatsächlich teilen und wie viel sie uns wert sind«. Davon ausgehend suche die Schau einen neuen Weg in der Vermittlung von und der Auseinandersetzung mit jüdischen Traditionen. kna

Netflix-Dokumentation

Der Mann, der die Chili Peppers Red Hot machte

Man kann ohne weiteres behaupten, dass die Rockwelt ohne Hillel Slovak weniger bunt wäre. Eine Streaming-Doku hat dem in Israel geborenen ersten Gitarristen der Chili Peppers ein Denkmal gesetzt

von Richard Blättel  07.04.2026

Antisemitismus

London verweigert US-Skandalrapper Kanye West die Einreise

US-Skandalrapper Kanye West darf nach seinen antisemitischen und rassistischen Aussagen nicht nach Großbritannien reisen. Das hat auch gravierende Auswirkungen auf das mit ihm geplante Festival

 07.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Fünf Gründe, den jüdischen Staat zu lieben – mit all seinen Stärken und Schwächen

von Daniel Neumann  07.04.2026

Weltglücksbericht

Israelis und die Freude am Leben

Trotz Kriegen und Terror landet der jüdische Staat weit vorn auf Platz 8. Die Forscherin Anat Fanti erklärt, warum

von Sabine Brandes  06.04.2026

Jazz

Omer Klein: »The Poetics«

Der israelische Pianist hat ein neues Album veröffentlicht. Es ist ein analoges Klangerlebnis, das innere und äußere Räume weit öffnet

von Ayala Goldmann  06.04.2026

Iryna Fingerova

»Man darf Kulturen nicht vergleichen«

Die Schriftstellerin und Ärztin über die Folgen einer Emigration, ihr Verhältnis zur Ukraine und das Leben als Jüdin in Deutschland – allesamt auch Themen ihres Romans »Zugwind«

von Maria Ossowski  05.04.2026

Dana von Suffrin

Wutgeburt

»Toxibaby« erzählt von einer toxischen deutsch-jüdischen Beziehung

von Katrin Diehl  04.04.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der Jüdischen Welt

von Katrin Richer, Imanuel Marcus  04.04.2026

Michael Brenner

»Für die Nazis durfte es ›arische Juden‹ eigentlich nicht geben«

Der Historiker erforscht das Schicksal von Konvertiten in der NS-Zeit. Ein Gespräch über Menschen, die in keine Schublade passten

von Ayala Goldmann  04.04.2026